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Treffen der Gewerbetreibenden / Gemeinde kann Gewerbegebiet erweitern

Nienstädt kauft Land vom Fürsten

NIENSTÄDT. Die Verhandlungen laufen schon eine ganze Weile, jetzt ist es offiziell: Die Gemeinde Nienstädt kauft 80 000 Quadratmeter Land von der Fürstlichen Hofkammer aus dem Besitz von Alexander zu Schaumburg Lippe. Damit will die Kommune ihr Gewerbegebiet um weitere Flächen erweitern, wie Bürgermeister Gerhard Widdel (SPD) und Gemeindedirektorin Sandra Wiechmann beim Treffen der Nienstädter Gewerbetreibenden im Sportheim verkündet haben.

veröffentlicht am 16.11.2018 um 18:18 Uhr
aktualisiert am 16.11.2018 um 19:40 Uhr

Nienstädter Gewerbetreibende treffen sich auf Einladung der Gemeinde zum Informationsaustausch. Foto: kil
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NIENSTÄDT. Rund 50 Vertreter heimischer Unternehmen waren der Einladung der Gemeinde gefolgt. „Das zeigt, dass wir mit der Veranstaltung auf dem richtigen Weg sind“, kommentierte Wiechmann das Interesse der Unternehmer. Auch Vertreter aus Politik und Verbänden nahmen an der Veranstaltung teil.

„Wir haben gut verhandelt“, erklärte Widdel und begrüßte Alexander zu Schaumburg Lippe, der zur Feier des Tages ebenfalls ins Sportheim gekommen war. „Sodass es finanziell für uns sowie die neuen Gewerbetreibenden zu verkraften ist“, so der Bürgermeister.

Konkret geht es um Grundstücke zwischen der Straße Hohes Feld und B 65 in Richtung Stadthagen, erläuterte Wiechmann. Die Gemeinde habe die Flächen schließlich sogar bekommen, ohne entsprechendes Ersatzland anbieten zu können. Nun müssten noch Fragen der Regenentwässerung geklärt sowie einige Gutachten erstellt werden. Dann, hofft die Gemeindedirektorin, möglichst bald die ersten Unternehmen ansiedeln zu können. Das zweite große Projekt für rund 740 000 Euro sei im kommenden Jahr der Ausbau des Schnatwinkels im Abschnitt Industriestraße bis zur Einmündung Tiefes Feld (wir berichteten).

Auch Alexander zu Schaumburg Lippe äußerte sich zum Verkauf. Fast, erinnerte er sich, wäre er selbst mal zum Gewerbetreibenden in Nienstädt geworden, habe sich dann aber doch zurückgezogen und Platz für neue Firmen gemacht. Als Gründer werde er mit seinen 59 Jahren wohl auch nicht mehr in Nienstädt einsteigen, sagte er. Damals hatte die Gründung einer Disko, einer Art Urban Entertainment Center in Nienstädt, zur Diskussion gestanden. Aus der Idee wurde aber nichts.

Zur wirtschaftlichen Entwicklung generell kam Landrat Jörg Farr zu Wort. „Der Trend, in Schaumburg zu investieren, gilt kreisweit“, lobte er. Es sei gut, wenn die Gemeinde, wie hier in Nienstädt, die Fäden in die Hand nehme und das Land interessierten Unternehmen zur Verfügung stellen könne. „Das bringt Entwicklung voran.“ Die Rolle der Kommunen bestehe schließlich darin, die Rahmenbedingungen für die Ansiedlung neuer Unternehmen zu schaffen. „Denn Wirtschaft schafft Arbeitsplätze“ und nicht der öffentliche Dienst. Die Gewerbesteuern, die der Kreis jährlich einnimmt, liegen derzeit bei 50 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2009 waren es 42 Millionen Euro, nach der Wirtschaftskrise 2010 sogar nur 26 Millionen. kil




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