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Neuen Saurierfährten auf der Spur

Obernkirchener Sandsteinbruch: Neue Fläche wird freigelegt

WENDTHAGEN. Das Areal mit Saurierfährten in den Obernkirchener Sandsteinbrüchen soll um 450 Quadratmeter erweitert werden. Die Fläche liegt direkt neben zu einem bereits erschlossenen Fährtenfeld in den Obernkirchener Steinbrüchen. Der Landkreis erhofft sich „weitere wissenschaftlich hochinteressante Fährten“.

veröffentlicht am 22.03.2019 um 00:00 Uhr

Rund 140 Millionen Jahre alt sind die Spuren, die man in den Obernkirchener Sandsteinbrüchen bereits gefunden hat. Wie das mal ausgesehen haben könnte, kann man im Dinopark Münchehagen bestaunen. Foto: Archiv

Autor:

Stefan Rothe
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WENDTHAGEN. Das Areal mit Saurierfährten in den Obernkirchener Sandsteinbrüchen soll um 450 Quadratmeter erweitert werden. Die 30 mal 15 Meter große Fläche liegt unten in der Sohle des Steinbruchs, und zwar in direkter Angrenzung zu einem bereits erschlossenen Fährtenfeld. „Es ist zu erwarten, dass in dem ins Auge gefassten Bereich weitere wissenschaftlich hochinteressante Fährten gefunden werden“, berichtete Kreisbaudezernent Fritz Klebe im Bauausschuss des Kreistags.

Noch werden die erwarteten Fährten von einer etwa einen Meter dicken Sandsteinschicht überdeckt. Diese soll vorsichtig abgetragen werden, und zwar vom Betreiber des Steinbruchs, der Firma Wesling. Diese verfügt laut Klebe über Fachkräfte, die sehr erfahren darin sind, mit geeignetem Großgerät Sandstein schonend abzubauen. Dies ist auch erforderlich, damit weder die nebenan schon freiliegende noch die darunter befindliche Fährtenplatte gefährdet werden. Die Firma Wesling wird für den Mehraufwand dieses Abbaus aus Kreismitteln entschädigt.

Bei den dort zu erwartenden fossilen Spuren handelt es sich nach Darstellung von Klebe um etwa 140 Millionen Jahre alte Fährten von Raubsauriern, etwa vom Allosaurier und vom Troodon. Auf der direkt benachbarten schon freiliegenden Fläche jedenfalls sind Trittsiegel von rund 1000 dieser Saurier zu sehen. „Die sind da fröhlich durcheinandergetrampelt“, formulierte Klebe locker. Nach Überzeugung von Experten des Niedersächsischen Landesmuseums sind unter der genannten Bodenplatte „weitere neue, wissenschaftlich höchst bedeutsame Spuren dieser exotischen Palöo-Umwelt (Kreidezeit) zu erwarten“, wie Klebe erläuterte.

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In Münchehagen und Obernkirchen wurden bereits gut erhaltene Dinofährten gefunden. Jetzt soll das Areal noch einmal erweitert werden. Foto: Archiv

Die neue Fläche soll nach der Freilegung und einer sorgfältigen Säuberung durch Fachkräfte des Landesmuseums und des Landesamtes für Denkmalpflege dokumentiert und erforscht werden. „Die Auswertung wird aller Voraussicht nach weitere wissenschaftliche Erkenntnisse liefern“, zeigte sich Klebe sicher. Diese sollen nach Beendigung der Forschungsarbeiten publiziert werden. Die neuen fossilen Dinosaurierfährten können im Anschluss an die Arbeiten interessierten Besuchern im Rahmen von Führungen zugänglich gemacht werden.

Der Landkreis ist Eigentümer der auf Wendthäger Gebiet liegenden Fläche, die an den Sandsteinbetrieb verpachtet ist. „Insofern hat der Landkreis aber die Möglichkeit, auf die wissenschaftliche Auswertung und den Erhalt der einzigartigen Funde hinzuwirken“, wie Klebe erklärte.

Für das Projekt werden Kosten von 62 000 Euro kalkuliert, wie Klebe vorrechnete. Davon sollen 29 000 Euro von der Bingo-Umweltstiftung kommen, bei der ein entsprechender Antrag eingereicht worden ist. „Das wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit klappen“, zeigte sich Klebe zuversichtlich. 16 000 Euro will das Landesmuseum beisteuern. Für die Kreiskasse bleiben also noch 16 000 Euro. Einstimmig empfahl der Bauausschuss, diese Summe für das Projekt zur Verfügung zu stellen.




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