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Agaplesion-Mitarbeiter demonstrieren für faire Löhne für Pflegekräfte

Pflegekräfte demonstrieren für besseren Lohn vor Agaplesion-Klinikum

VEHLEN. 19714 Überstunden schieben alleine die Pflegekräfte im Agaplesion-Klinikum Schaumburg vor sich her. „Eine unfassbare Anzahl“, findet Jan Bergmann von der Verdi-Betriebsgruppe im Klinikum. Die vielen Überstunden seien ein direkter Ausdruck des massiven Fachkräftemangels – „Und der ist Hausgemacht.“ Denn Pflegekräfte würden noch immer deutlich zu schlecht bezahlt. Insbesondere in kirchlichen Krankenhäusern, wie Agaplesion. Denn dort verdienen Pflegekräfte noch weniger als im öffentlichen Dienst.

veröffentlicht am 04.04.2019 um 16:44 Uhr

Diesmal fand die „aktive Mittagspause“ direkt vor dem Krankenhaus statt. Foto: jak
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Diese Ungerechtigkeit ist auch für zahlreiche Mitarbeiter der Hauptgrund, an der „aktiven Mittagspause“ direkt vor dem Klinikum teilzunehmen. „Ich finde die Wertschtäzung für unseren Beruf geht verloren“, sagt Krankenschwester Christina Wielsch. „Viele Krankheiten kommen von der Seele und die Patienten brauchen wen zum reden. Aber wir müssen sagen: ,keine Zeit‘“. Auch Kinderkrankenschwester Kerstin Behrens findet „das Angebot ist eine Frechheit.“

Die Differenzen zwischen den Pflegekräften im öffentlichen- und im diakonischen Dienst seien einfach zu groß, findet auch die Kodierfachkraft Gudrun Adam.

Dass das Angebot der Arbeitgeber unterm Strich nichtmal fünf Prozent Erhöhung bedeute, da man gleichzeitig mehr dafür arbeiten solle, ärgert Andrea Bugglin am meisten. Und die Erhöhung soll auch noch über viele Jahre gestreckt werden.

Unisono sagten alle Befragten, ohne eine deutlich bessere Bezahlung und Wertschätzung ihrer Arbeit werde der Pflegenotstand noch massiver. Schon jetzt müssen im Schaumburger Klinikum Stationen geschlossen werden, um das Personal auf anderen Stationen einzusetzen.

Im Gegensatz zur ersten aktiven Mittagspause, standen die demonstrierenden Mitarbeiter diesmal direkt beim Eingang. „Wir haben der Geschäftsführung eine Mail mit unserem Standort geschrieben und nur eine Abwesenheitsnotiz bekommen“, sagt ein Verdi-Mitglied lächelnd.

Auch der Anästhesist Daniel Haak stärkt seinen Kollegen den Rücken. Das Angebot der Arbeitgeber sei miserabel. „Wir brauchen gute Leute und motiviertes Personal.“, findet er. Eine schlechte Bezahlung der Pflegekräfte sei für das gesamte Krankenhaus-Team schlecht.




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