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Algesdorfer beschimpfen Feuerwehrkräfte aus Rodenberg / Verwaltung erwägt weitere Schritte

Pöbeleien beim Osterfeuer

ALGESDORF/RODENBERG. Ein Vorfall während des Algesdorfer Osterfeuers hat bei Beobachtern Entrüstung und bei der Feuerwehr Befremden ausgelöst: Einige Besucher der Veranstaltung beschimpften die ehrenamtlichen Einsatzkräfte, die aus Sicherheitsgründen angerückt waren. Die Gründe sind nicht vollends klar, doch Verwaltung und Kommando sind sich einig darin, dass das Geschehene nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist.

veröffentlicht am 24.04.2019 um 00:00 Uhr

Die teilweise blätterlosen Bäume am Osterfeuer-Platz zeugen von der extremen Hitzeentwicklung. Foto: gUS

Autor:

Guido Scholl
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Ursache für die Anwesenheit der Rodenberger Brandschützer war das unerwartet schnelle Durchzünden des Feuers und die damit verbundene Hitzeentwicklung, wie Gemeindebrandmeister Jens Löffler auf Anfrage dieser Zeitung erklärte. Dies wiederum sei auf die anhaltende Trockenheit und die Größe des Grünschnitt-Haufens zurückzuführen gewesen. Die Algesdorfer Feuerwehr, die zum Brandsicherheitswachdienst vor Ort war, fragte bei Löffler an, ob zwecks Verstärkung ein Löschtrupp aus Rodenberg zusätzlich abgestellt werden könne.

Denn gegen 20 Uhr war das Löschwasser des Algesdorfer knapp geworden. Das Osterfeuer wird vom Dorf aus gesehen hinter der Sportanlage abgebrannt, weshalb es recht viel Zeit in Anspruch nahm, eine Leitung zum nächsten Hydranten zu legen. Daher sollten die Rodenberger vorübergehend die Sicherheit erhöhen.

Doch einige Besucher empfingen die Brandschützer aus der Deisterstadt als ungebetene Gäste – möglicherweise, weil sie argwöhnten, sie wollten das Algesdorfer Feuer löschen. Anders kann sich Löffler die Beleidigungen, die ihnen zugerufen wurden, nicht erklären. Dabei war offensichtlich, dass das Feuer nur mit einigem Kraftaufwand unter Kontrolle zu halten war. Daher arbeiteten die Algesdorfer auch weiter an der Leitung zum Hydranten, bis diese fertiggestellt war.

Beim Eintreffen der Rodenberger waren bereits Teile der Kunststoff-Verkleidung eines Getränkewagens geschmolzen und zwei Bäume wegen der enormen Hitzeentwicklung in Mitleidenschaft gezogen worden. Zwar hatte die Algesdorfer Feuerwehr das Feuer auf ein vertretbares Maß eingedämmt, doch es galt zu verhindern, dass die Situation nicht doch noch außer Kontrolle geriet. Manche Anwesende pöbelten nach Löfflers Angaben trotzdem anhaltend gegen die Rodenberger Einsatzkräfte.

„Da sind einige sehr unflätige Worte gefallen“, so Löffler, der anfügt: „Wir wollen nur helfen. Wir fahren da ja nicht aus Jux und Dollerei hoch.“ Er sei einigermaßen entsetzt gewesen ob der Äußerungen einiger Besucher, die er selbst sogar persönlich kannte. Fälle von Pöbeleien gegen die Feuerwehr hat es in der Samtgemeinde bislang nicht gegeben. Daher mahnt Löffler: „Das darf nicht Schule machen.“

Dies sieht auch Jörg Döpke, Leiter des Fachbereichs Innere Verwaltung so. Er habe bis dato zwar nur eine mündliche Darstellung des Vorfalls erhalten, der Sache werde aber weiter nachgegangen. „Als Träger muss man schon untersuchen, ob weitere Schritte einzuleiten sind“, betont Döpke.

Veranstalter des Osterfeuers war der TSV Algesdorf, der sich wie die Feuerwehr in dem Rodenberger Stadtteil bereits von den verbalen Ausfällen distanziert hat. Dem Sportverein macht Löffler keinen Vorwurf – es sei in mehreren Orten zu ungewöhnlich starker Hitzeentwicklung gekommen, weil die Feuerhaufen größer als erwartet waren und die Witterung sie stark ausgetrocknet hatte. Die Situation sei auch stets unter Kontrolle gewesen.

Ob ein Fehlalarm am selben Abend mit den Vorkommnissen in Algesdorf in Verbindung steht, ist unklar. Um 20.33 Uhr wurde die Feuerwehr Rodenberg zu einem Flächenbrand bei Soldorf gerufen, der sich aber nicht finden ließ. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte hatten rund um Ostern wegen mehrerer schwerer Unfälle und zweier Türöffnungen sowie der Brandsicherheitswache beim Osterfeuer in Rodenberg ohnehin alle Hände voll zu tun.




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