weather-image
-1°
×

Mittel zur Deeskalation / Anzahl um mehr als das Doppelte erhöht

Polizei setzt verstärkt auf Bodycams

LANDKREIS. Die Polizeidirektion Göttingen, zu deren Bereich auch der Landkreis Schaumburg gehört, setzt ab sofort 64 weitere Kameras zum Schutz ihrer Einsatzkräfte im täglichen Dienst ein. Mit inzwischen 121 Bodycams hat sich deren Anzahl damit um mehr als das Doppelte erhöht.

veröffentlicht am 11.01.2021 um 12:46 Uhr

Die Polizeidirektion Göttingen investiert weiter in den Schutz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und setzt ab sofort weitere 64 Körperkameras als Einsatzmittel für den täglichen Dienst ein. Somit sind jetzt insgesamt 121 Bodycams im Zuständigkeitsbereich der PD Göttingen, zu dem auch der Landkreis Schaumburg gehört, im Einsatz.

 57 Bodycams bereits seit Dezember 2019 im Einsatz

Seit Dezember 2019 sind in der PD Göttingen bereits 57 Körperkameras im Einsatz, die auf die operativen Einsatzbereiche der einzelnen Polizeiinspektionen verteilt worden sind. Die Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten sind sowohl in der technischen und taktischen Anwendung der Kameras als auch über die rechtlichen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen umfassend aus- und fortgebildet worden. Seit Einführung der Bodycams wurden diese im Bereich der PD Göttingen bisher allein schon 150 Mal als Beweismittel von Straftaten, wie zum Beispiel Widerstandshandlungen, bei Verkehrsordnungswidrigkeiten und im Rahmen der Gefahrenabwehr, eingesetzt. "Unser primäres Ziel ist es, durch den verstärkten Einsatz von nunmehr zusätzlich angeschafften Bodycams, Übergriffe auf unsere Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte durch eine präventive Wirkung zu reduzieren", so Polizeipräsident Uwe Lührig. "Des Weiteren soll durch den Einsatz der Bodycams natürlich auch der Schutz Dritter verbessert werden."

Gewaltzunahme gegen Amtsträger in den letzten Jahren

In den vergangenen Jahren habe die Gewalt gegen Amtsträger weiter zugenommen, meldet die Polizeidirektion Göttingen in einer Pressemitteilung. Sie verzeichnete für das Jahr 2018 noch 393 Delikte im Bereich "Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte", für das Jahr 2019 waren es bereits 461 Delikte. Die Tendenz der Anzahl an Gewaltdelikten gegen Polizeivollzugsbeamte für das Jahr 2020 sei weiterhin steigend. Die offene und vorher stets anzukündigende Nutzung der Körperkameras würde gerade auch in Einsatzsituationen des täglichen Dienstes, wie Anhalte- und Kontrollvorgängen notwendig. Die Videotechnik wird ausschließlich von Einsatzkräften genutzt, die ein gut sichtbares Hinweisschild mit der Aufschrift "Videoaufzeichnung" an ihrer Uniform tragen. "Für uns ist ein hohes Maß an Transparenz beim Einsatz der Bodycams wichtig. Zusätzlich dient dieser aber auch der Nachvollziehbarkeit und somit der Überprüfbarkeit polizeilicher Handlungen und Maßnahmen", erklärt der Polizeipräsident.

Bodycam als Mittel der Deeskalation

Dass die Bodycam ein geeignetes Mittel zur Deeskalation sein kann, möchte die Polizeidirektion mit einem Beispiel bei einer stationären Verkehrskontrolle verdeutlichen:

Ein Radfahrer sollte hier nach einem durch ihn begangenen Verkehrsverstoß angehalten und kontrolliert werden. Der besagte Radfahrer reagierte umgehend verständnislos, sehr aufgebracht sowie beleidigend und baute sich zudem in bedrohlicher Körperhaltung direkt vor den eingesetzten Beamten auf. Aufgrund der Gesamtsituation wurde die mitgeführte Bodycam nach Ankündigung eingeschaltet.

Der besagte Fahrradfahrer änderte sein Verhalten schlagartig. Dieser blieb, was die ihm vorgeworfene Verkehrsordnungswidrigkeit betrifft, zwar weiterhin uneinsichtig, sein aggressives Verhalten legte er jedoch augenblicklich ab und entschuldigte sich mehrfach gegenüber den Einsatzkräften für die vorangegangenen Beleidigungen.

odt

 




Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige