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Pro und Contra zum "Lockdown light" in Schaumburg

LANDKREIS. Ein erneuter Lockdown soll in ganz Deutschland weiter steigende Infektionszahlen verhindern. Doch ist das der richtige Weg? In einem Pro und Contra wiegen unsere Redakteure Guido Scholl und Jakob Gokl die Vor- und Nachteile ab.

veröffentlicht am 29.10.2020 um 13:44 Uhr

Ist ein Lockdown der richtige Weg, um die Pandemie zu bekämpfen? Er ist zumindest folgerichtig, findet Lokalredakteuer Guido Scholl. Jakob Gokl hingegen glaubt, dass er die privaten Treffen noch verstärke. Ein Pro und Contra: 

Pro

Jetzt haben wir den Salat: zweiter Lockdown. Und so leid es mir tut – der Schritt ist nur folgerichtig. Erneut werden Gewerbetreibende um ihre Existenz und Arbeitnehmer um ihre Jobs fürchten. Doch wem haben wir das zu verdanken? Der Regierung? Nur auf den ersten Blick.

 Diejenigen, die bewusst oder auch leichtfertig gegen die Corona-Regeln verstoßen, sollten sich schämen. Denn sie sind diejenigen, die hauptverantwortlich für die hochschnellenden Infektionszahlen sind. Allen war klar, wie Bund und Länder reagieren würden, sollte das jetzige Szenario eintreten.

Und daher war es von vornherein der größte Unfug, sich dem Tragen von Masken und anderen Einschränkungen zu widersetzen. Kindisches Gehabe ist das – in manchen Ländern gibt es nicht genug zu essen, aber hierzulande wollen einige nicht mit Mundschutz in den Supermarkt.

Es bleibt zu hoffen, dass auch die letzten Verweigerer endlich zur Vernunft kommen und dies begreifen: Egal wie sie zu Corona stehen, Mitmachen führt zum Ziel, nicht Querstellen. Allerdings trifft der Lockdown die Falschen: Gastronomen, Kosmetikerinnen und Künstler zum Beispiel. Diese wiederum müssen einsehen, dass ohne Lockdown ein Schrecken ohne Ende zu erwarten wäre.

Contra

Der Bund will mit dem Lockdown neue Infektionen verhindern. Das ist gut. Aber er könnte damit das Gegenteil bewirken. Schon jetzt sind Gastronomie und Veranstaltungen kein wesentlicher Faktor für Neuinfektionen. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts fanden die allermeisten Übertragungen im privaten Umfeld oder in Altenheimen statt.

Schon jetzt setzen fast alle Restaurants, Kneipen und Veranstaltungen die Abstands- und Maskenregeln sehr gut um. Hier kann das Ordnungsamt auch effektiv die Einhaltung kontrollieren. Doch was passiert, wenn wir den Bürgern all diese Möglichkeiten nehmen, sich mit einem laut RKI nur geringen Übertragungsrisiko zu treffen? Viele werden alleine zuhause bleiben. Gut so.

Aber viele werden nicht auf alle Sozialkontakte verzichten. Sie treffen sich dann privat, in der Kellerbar oder zum Feierabendbier im Wohnzimmer. Abstand, Lüften und Maskenpflicht werden im Privaten seltener beachtet und sind vom Ordnungsamt kaum zu kontrollieren. Mit dem zweiten Lockdown werden zahlreiche wirtschaftliche Existenzen bedroht, viele vernichtet. Und das gewünschte Ziel wird damit nicht erreicht. Eher das Gegenteil.




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