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Bauausschuss kippt Empfehlung des Verkehrsexperten / Durchfahrverbot für Lastwagen

Radfahrer sollen weiter schieben

BAD NENNDORF. Ein ganzes Bündel an Maßnahmen aus dem neuen Verkehrskonzept soll in 2019 und 2020 umgesetzt werden. Unter anderem sprach sich der Bauausschuss für ein generelles Durchfahrverbot für Lastwagen sowie Tempo 30 an Schulen und in Wohngebieten aus. Radfahren auf der Kurpromenade bleibt aber weiter untersagt.

veröffentlicht am 16.11.2018 um 18:21 Uhr

Kein Mitleid mit Radlern: Auch in Zukunft sollen die Bad Nenndorfer auf der Promenade schieben. Foto: gus
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BAD NENNDORF. Grüne und CDU stimmten darin überein, dass sie das Radfahren auf der Kurpromenade erlauben möchten. Die SPD war dagegen, weil im Kurpark Gefahr für Fußgänger herrsche. Stadtdirektor Mike Schmidt gab zu bedenken: Die breite Kurpromenade sei dann für Radler tabu, die viel engere Fußgängerzone nicht – das sei ein Widerspruch. Und die Praxis zeige, dass ohnehin kaum jemand absteige und schiebe. Bürgermeisterin Marlies Matthias erinnerte an das Gebot gegenseitiger Rücksichtnahme. Bei Veranstaltungen könne das Radfahren trotzdem weiterhin untersagt werden. Der Bauausschuss votierte dennoch mit den Stimmen von SPD und WGN gegen die Freigabe.

Ansonsten lagen die Fraktionen bei ihren Prioritäten nicht weit voneinander entfernt. Sowohl SPD als auch CDU und Grüne plädierten für das möglichst zeitnahe Ausweisen von Tempo 30 an den Schulen. Auch die Freigabe aller Einbahnstraßen für Radfahrer in beide Richtungen ist ein gemeinsames Ansinnen der drei Parteien in Bad Nenndorf. Dasselbe gilt für den von der SPD vorgeschlagenen Fußweg über das Sportgelände hin zu den neuen Wohngebieten.

Die Sozialdemokraten halten zudem das Schaffen weiterer Fahrradstellplätze und einen zusätzlichen Zebrastreifen am Gymnasium für erforderlich. Die CDU wünscht sich außerdem das Entfernen sämtlicher Tempo-40-Schilder im Stadtgebiet. Die SPD war dagegen – scheiterte aber an der Mehrheit von CDU, WGN und Grünen.

Die genannten Maßnahmen und einige weitere im Verkehrskonzept festgeschriebene oder zumindest angeratene Schritte sollen innerhalb der nächsten beiden Jahre umgesetzt werden. Allerdings gab es auch Kritik an manchem Wunsch. So hielt WGN-Ratsherr Michael Kosian das zusätzliche Ausschildern von Tempo-30-Zonen als verkehrsberuhigte Bereiche für unsinnig. Diese Option hatten Grüne und CDU aus dem Konzept abgeleitet. Seiner Ansicht nach gibt es nur entweder das eine oder das andere. Und verkehrsberuhigte Bereiche lehnte er rundweg ab, weil Schrittgeschwindigkeit – wie dort vorgeschrieben – für Autofahrer kaum einzuhalten sei. Schmidt versicherte, dass eine Doppelbeschilderung nicht erfolgen wird.

Der Verwaltungschef sprach sich außerdem dafür aus, an jedem Ortseingang ein Durchfahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zu platzieren – mit dem Zusatz „Anlieger frei“, aber ohne zeitliche Einschränkung. Außer den Einwohnern und dem Lieferverkehr habe niemand einen Grund, mit einem so schweren Gefährt durch die Kurstadt zu kurven.

Damit wären die jetzigen Nachtfahr-Verbotsschilder für Motorräder und Lastwagen Geschichte. Die Polizei solle dann wieder verstärkt kontrollieren. Schmidt erhofft sich davon weniger Schwerlastverkehr während Staus auf der Autobahn. Auch dies soll so umgesetzt werden.gus




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