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Inhaberfamilie Herstermann beklagt Betrugsversuche / Umfangreiche historische Sammlung

Schloss Petershagen sucht weiterhin Käufer

Das Schloss Petershagen ist weiter im Besitz von Klaus Hestermann. Einen ersehnten Käufer gebe es nicht. Zwar würden hinter den Kulissen Gespräche geführt, zum Abschluss sei es nicht gekommen, sagte Hestermann.

veröffentlicht am 28.12.2018 um 17:21 Uhr

Das Schloss Petershagen ist seit dem 31. August 2018 als Hotel und Restaurant geschlossen. Foto: Plöger
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PETERSHAGEN.

Ihm gehe es nach wie vor darum, das Schloss als Kulturdenkmal zu erhalten. Sollte es auf absehbare Zeit keinen Interessenten geben, könne er sich auch Hilfe durch eine Stiftung vorstellen. Das „Weserschloss mit Weitblick“ wird weiter auf der Internetseite des Immobilienanbieters Engel und Völckers angeboten.

Unterdessen berichtet Marcus Hestermann aus der Betreiberfamilie von Betrugsversuchen im Zusammenhang mit dem Schlossverkauf. „Ich habe zwei Nachrichten von Geschäftsleuten erhalten, dass sich jemand bei ihnen als neuer Schlosseigentümer vorgestellt habe. In einem Fall hat er auch nach handwerklichen Dienstleistungen angefragt.“ Marcus Hestermann macht im Internet deutlich: „Aktuell gibt es keinen neuen Schlosseigentümer, unverändert ist dieses Klaus Hestermann. Nach wie vor werden Käufe und Aufträge auch nur durch die Familie Hestermann getätigt.“ Sollte es konkrete Veränderungen geben, will Hestermann auf der weiter betriebenen Homepage schloss-petershagen.com darüber berichten. Der Anrufbeantworter des Schlosses sei erreichbar, das Büro zeitweise besetzt.

Sein Vater und Noch-Inhaber Klaus Hestermann setzt ebenfalls auf das konkrete Interesse am Schloss. In den vergangenen Monaten habe er viele Gespräche auch mit öffentlichen Vertretern geführt. Stets sei ihm bestätigt worden, dass das Schloss erhaltenswert sei, dass die Immobilie für Petershagen und die Region wichtig sei. Meist seien die Gespräche beendet, wenn es um Investitionen geht. Hestermann selbst pflegt die umfangreiche historische Sammlung: Fotos und Dokumente, Bücher und Malerei. Diese Exponate dürften nicht verloren gehen und sollten der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Das Schloss ist seit dem 31. August 2018 als Hotel und Restaurant geschlossen, einige zugesagte Veranstaltungen haben seither noch stattgefunden. Klaus Hestermann hatte auch danach noch Schlossführungen angeboten.

In einer Pressemitteilung zur Schließung des Schlosses hieß es: „Letztlich konnte kein Konstrukt geschmiedet werden, welches die bei einer Neukonzessionierung anfallenden Kosten für Sicherheit, Komfort und Modernisierungen in heutiger Zeit hätte tragen können, gleichzeitig den Interessen der Familie gerecht geworden wäre und auch im Hinblick auf die Zukunft standfest gewesen wäre.“ Nach eigenen Angaben sucht die Familie nach einem „Idealisten mit neuen Ideen für neue Nutzungsmöglichkeiten.“ Zehn Mitarbeiter hatten ihre Arbeitsplätze verloren.

Das Schloss ist 1306 als Residenz der Fürstbischöfe von Minden erbaut worden. Über 350 Jahre erlebte es den Glanz fürstbischöflicher Hofhaltung, verlor nach dem Dreißigjährigen Krieg jedoch an Bedeutung.

1901 erwarb Heinrich Hestermann das Schloss, seit 1967 war es Hotel und Restaurant. Wie es künftig genutzt werden kann, ist unklar. Zu den Idealvorstellungen gehört auch die Übernahme durch einen Unternehmer. mt




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