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Unterbeschäftigtes Bauhof-Gerät

Schneeschleuder: Nur ein Einsatz in 20 Jahren

PORTA WESTFALICA. In Bayern hätte man sich in diesen Tagen womöglich sehr über sie gefreut: In Porta fristet die Schneeschleuder ein eher unterbeschäftigtes Dasein. Dort ist die spezielle Schneeräummaschine mit der turbinenartigen Schleuder seit fast 20 Jahren untergestellt und kam bisher nur einmal zum Einsatz.

veröffentlicht am 21.01.2019 um 00:00 Uhr

Im Winter 2011 kam die Schneeschleuder zum Einsatz – nur seither nicht mehr. Foto: MT

Autor:

Christine Riechmann
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PORTA WESTFALICA. In Bayern und Österreich hätte man sich in diesen Tagen womöglich sehr über sie gefreut. In Porta Westfalica fristet die Schneeschleuder dagegen ein eher unterbeschäftigtes Dasein. „Es gibt Dinge, die fallen in den Bereich: Eigentlich braucht man sie nicht, aber ...“, meint Martin Damke, Abteilungsleiter Baubetriebshof der Stadt Porta. Dort ist die spezielle Schneeräummaschine mit der turbinenartigen Schleuder seit fast 20 Jahren untergestellt und kam bisher nur einmal zum Einsatz. „Das war im harten Winter 2011“, erinnert sich Damke an große Schneemassen, denen der Winterdienst der Stadt Herr werden musste.

„Normale Schneemengen kriegen wir mit unseren Schneepflügen weg. Aber damals waren wir froh, dass wir das Ding hatten“, sagt er. Der Vorteil sei nämlich, dass die Schleuder, anders als die Pflüge, den Schnee nicht nur an den Rand drückt, sondern weiter wegbefördert. „Wir haben damals erst normal geschoben. Als dann aber der Schnee an den Straßenrändern zu hoch wurde, haben wir die Schleuder eingesetzt und mit ihr die Randwälle geräumt“, erklärt Edgar Meier, Werkstattleiter am Baubetriebshof, der das schwere und für diese Breitengrade eher ungewöhnliche Schneeräumgerät schon selbst gefahren ist. „Das macht Spaß, ist mal was anderes“, sagt er.

Vor jedes x-beliebige Fahrzeug kann die Schneeschleuder nicht gespannt werden. „Dazu braucht es einen Unimog oder Trecker“, so Meier. Und eine spezielle Einweisung. Den Weg zum Bauhof hat die Schneeschleuder über Hans Kaiser gemacht. Kaiser hat im Jahr 1965 den gleichnamigen Luftfahrtechnischen Betrieb am Flugplatz in Vennebeck gegründet und bis 2007 geleitet. Mitte der Achtzigerjahre bekam er von einem befreundeten Unternehmer aus Ostwestfalen die Schneeschleuder für wenig Geld als eine Art Freundschaftsgabe. Die Schleuder wollte Hans Kaiser am Flugplatz zum Räumen der Start- und Landebahn einsetzen, wo es oft Schneeverwehungen durch den starken Wind gab. „Mir fehlte aber ein Unimog als Zugmaschine“, berichtet der 83-Jährige. So habe er das Gerät der Stadt umsonst vermacht. „Die hatten nämlich das passende Fahrzeug, aber eben keine Schneeschleuder.“

„Das macht Spaß, ist mal was anderes“, sagt Edgar Meier vom Baubetriebshof über die Schneeschleuder, die seit 20 Jahren auf dem Bauhof steht. Foto: MT

Dass das spezielle Gerät, dessen Einsatz sich erst ab etwa einem halben Meter Schnee lohne, nur so selten im Winterdienst der Stadt Porta gebraucht werde, findet Martin Damke nicht tragisch. „Kostet ja nichts“, meint er ganz pragmatisch. mt




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