weather-image
23°

Landkreis begründet: Unvorsichtiger Umgang mit der Waffe

Schütze muss Jagdschein abgeben

Der Schütze von Lauenhagen muss seinen Jagdschein und seine Waffenbesitzkarte abgeben. Das hat die untere Waffenbehörde des Landkreises entschieden.

veröffentlicht am 03.01.2019 um 14:36 Uhr
aktualisiert am 03.01.2019 um 15:09 Uhr

lk-jagdschein-dpa

Autor:

Verena Gehring
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

LANDKREIS.

Die Verwaltung begründet diesen Beschluss mit dem „unvorsichtigen Umgang mit der Waffe“. Wie berichtet, war am 15. Juli ein 31 Jahre alter Familienvater mit seinen drei Kindern auf einem Feldweg in Lauenhagen unterwegs, als er plötzlich einen Schlag gegen den Kopf spürte und zu Boden ging. Spätere Untersuchungen ergaben, dass eine Kugel den Jogger am Kopf gestreift hatte. Es folgten umfängliche Ermittlungen der Polizei.

Ehrenamtliche Sondengänger fanden schließlich die Patrone im Feld. Dank der akribischen Arbeit von Landes- sowie Bundeskriminalamt ließen sich das Kaliber und die Waffe ermitteln. Diese wiederum konnten die Ermittler nach einer Hausdurchsuchung besagtem Schaumburger zuordnen. Er hatte sich trotz diverser öffentlicher Aufrufe bis dahin nicht zu erkennen gegeben. Gegen den Schützen läuft nun ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Wie Kreissprecher Klaus Heimann mitteilt, muss der Schaumburger bis zum 20. Januar seinen Jagdschein abgeben. Die Waffenbesitzkarte ist mit „sofortiger Wirkung“ widerrufen worden. Dennoch hat der Tatverdächtige seine Waffen samt Munition noch zu Hause.

Immerhin könne der Schaumburger noch Rechtsmittel gegen den Beschluss einlegen, das Urteil also anfechten. Wie lange sich ein solches Verfahren hinzieht, ist unklar. Dennoch hat die Behörde entschieden, dass der Mann die Waffen nicht umgehend abgeben muss. Aus Sicht der Verwaltung geht von dem erfahrenen Jäger keine Gefahr aus, also will der Landkreis keine Zwangsmittel einsetzen. Außerdem zeige sich der Mann „kooperativ“.

Sollte der mutmaßliche Täter die Entscheidung des Landkreises akzeptieren, muss er alle Waffen samt Munition sowie der Waffenbesitzkarte abgeben. Die Waffen würden dann vernichtet, wie Heimann erläutert. Allerdings könnte der Jäger die Gegenstände auch verkaufen. In diesen Fällen müsse er einen Nachweis darüber erbringen.

Die Prüfung des Landkreises hatte sich über mehr als zwei Monate hingezogen. In dieser Zeit hatte der Tatverdächtige sogar noch eine Treibjagd veranstaltet – und das, obwohl polizeilich gegen ihn ermittelt wurde und auch die Eignung, Waffen zu besitzen, in der Prüfung bei der Verwaltung war. Ohne Jagdschein muss der Schaumburger übrigens seine Jagdpacht aufgeben.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare