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Luftsportverein bitten um Spenden

Segelflieger soll Dienstag aus Baumwipfeln in Porta geborgen werden

PORTA WESTFALICA-HAUSBERGE. Noch immer hängt das am Samstagnachmittag verunglückte Segelflugzeug in Hausberge am Mindener Weg in den Baumkronen fest. Die Bergung wird sich laut dem Luftsportverein Lüchow-Dannenberg, dem das Flugzeug gehört, bis mindestens kommenden Montag verzögern. Eigentlich hatten die Verantwortlichen noch in dieser Woche mit einer Bergung gerechnet. Das scheint aber angesichts des großen Aufwands und der nötigen Vorbereitung der Großaktion unrealistisch.

veröffentlicht am 18.10.2019 um 14:20 Uhr

Doch die gestaltet sich schwieriger als zunächst erhofft. Mehrere Experten haben sich den Segler in den Bäumen angeschaut. Klar ist demnach, dass die Maschine vom Typ ASK 21 entweder mit dem Hubschrauber aus den Baumkronen gezogen werden kann oder ein Kran zum Einsatz kommen muss. Beides wären mögliche Optionen. Der havarierte Flieger wiegt rund 360 Kilo, hat eine Spannweite von 17 Metern – eine Herausforderung für jeden Bergungstrupp. Der Verein hat bereits mit mehreren Firmen gesprochen.

Doch schon jetzt ist klar: Das wird eine teure Angelegenheit. Wie das MT erfuhr, ist der Luftsportverein für eine solche Bergung aus Bäumen nicht versichert. Derzeit rechnet der Verein mit Kosten zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Vereinsmitglieder machen deshalb in sozialen Netzwerken wie Facebook und Co. Werbung für Spenden. Darin heißt es: „Wir – der Luftsportverein Lüchow-Dannenberg – bitten Euch um finanzielle Hilfe zur Bewältigung der Bergungskosten, um weiterhin als gemeinnütziger Verein Segelrundflüge und Schulungsflüge in unserer ASK 21 anbieten zu können.“ Der Hilferuf ist unter anderem auf der Facebookseite „Hangflug an der Porta“ und der eigenen Seite „Flugplatz Lüchow-Rehbeck“ zu finden.

 Auf eine Bergung durch Zertrennen des Flugzeugs möchte der Verein möglichst verzichten. Denn die Maschine sei reparabel, schätzen Verantwortliche des Vereins. Allein ein gebrauchter Segler der gleichen Baureihe würde den gemeinnützigen Verein mindestens 60.000 Euro kosten – zu viel für die ehrenamtlichen Mitglieder, die ihren Heimatflugplatz in Rehbeck im Kreis Lüchow-Dannenberg haben.

Bis eine Spezialfirma mit der Bergung beginnen kann, bleibt die Straße durch Absperrbaken des Ordnungsamtes der Stadt unpassierbar. Zu groß ist die Gefahr, dass Trümmerteile oder sogar das ganze Flugzeug auf die Fahrbahn stürzt und Autos oder Fußgänger trifft. Eine Frist für die Bergung, damit die Straße wieder freigegeben werden kann, gebe es von der Stadt nicht, erklärt Pressesprecherin Babette Lissner auf MT-Anfrage. Die Stadt wolle dem Eigentümer zunächst die Gelegenheit geben, diese nicht alltägliche Bergung zu organisieren, die immerhin aus der Entfernung geschehe.

In den vergangenen Tagen waren indes mehrfach Schaulustige und auch Fernsehteams an der Stelle, an der der Segelflieger notgelandet ist. In unregelmäßigen Abständen kontrollierte die Polizei, ob Unbefugte den abgesperrten Bereich betreten. Zur Ursache der Notlandung, die Segler unter sich Außenlandung nennen und normalerweise auf Äckern stattfindet, gibt es von der Polizei noch keine Neuigkeiten. Fehlende Thermik könnte eine Ursache sein. Es ist nicht die erste Notlandung dieser Art im Bereich Porta Westfalica.

Bei der Notlandung am vergangenen Samstag mussten Rettungskräfte einen 21-Jährigen Piloten und seine 17-jährige Begleiterin aus 35 Metern Höhe aus der Kabine holen. Die Aktion dauerte rund viereinhalb Stunden, weil die ersteintreffende Feuerwehr zunächst keine Chance hatte, mit Drehleiter oder Steckleiter an das Segelflugzeug heranzukommen. Ein Hubschrauber der Bundeswehr mit Seilwinde musste schließlich anfliegen, um die Passagiere zu retten. Die beiden Insassen blieben bis auf einen Schock unverletzt und konnten das Mindener Klinikum nach kurzer Zeit wieder verlassen.

Mitglieder des Vereins waren am Samstag aus dem heimischen Lüchow-Dannenberg mit zwei Segelflugzeugen angereist, um Rundflüge über dem Weserbergland zu starten. Solche Ausflüge in andere Regionen seien nicht unüblich, erfuhr das MT von einem der Reisenden. Auch das Ausleihen vereinseigener Flugzeuge für solche Rundflüge sei an der Tagesordnung.




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