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Instrument ist nicht neu

Sicherheitsdienst soll Vandalismus im Park unterbinden

BAD NENNDORF. Der Pavillon im Sonnengarten wird besonders häufig von nächtlichen Besuchern beschmiert. Der Bad Nenndorfer Kurpark wird ab sofort wieder von einem Sicherheitsdienst überwacht:

veröffentlicht am 20.05.2019 um 00:00 Uhr

Der Pavillon im Sonnengarten wird besonders häufig von nächtlichen Besuchern beschmiert. Der Sinn der dort hinterlassenen Botschaften erschließt sich dem Betrachter meist nicht. Foto: gus

Autor:

Guido Scholl
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BAD NENNDORF. Der Kurpark wird ab sofort wieder von einem Sicherheitsdienst überwacht. Anlass sind Vandalismus-Fälle und Trinkgelage. Damit kehrt die Stadt zu einem Instrument zurück, das bereits in der Vergangenheit mit Unterbrechungen angewandt worden war.

Stadtdirektor Mike Schmidt berichtete vor Politikern darüber, dass es zuletzt immer häufiger zu Sachbeschädigungen und nächtlichen Gelagen gekommen war. Unter anderem hinterließen die dafür Verantwortlichen Graffiti an Gebäuden und leere Trinkbehältnisse sowie anderen Müll. Auch wurden oft Bänke an verkehrte Stellen geschleppt. Der Bauhof habe dann oft montags alle Hände voll zu tun, um wieder für Ordnung zu sorgen.

Die Reaktion der Verwaltung: Täglich patrouilliert für die nächsten sechs Monate zwischen 22 und 3 Uhr zu unregelmäßigen Zeiten ein Sicherheitsdienst im Kurpark. Schmidt räumte ein, dass dieser Schritt nicht leicht fällt. „Aber das ist immer noch besser, als wenn wir da eine Videoüberwachung installieren“, sagte der Stadtdirektor.

Schließlich sei es im Sinne vieler Bad Nenndorfer, „dieses Kulturdenkmal zu bewahren“. SPD-Ratsherr Ingo Knieper erkundigte sich, ob auch andere Punkte im Stadtgebiet derart überwacht werden könnten. Schmidt reichte jedoch „erst mal der Kurpark“. Dort für Sicherheit zu sorgen, ist seit Jahren ein Thema.

Im Sommer 2017 hatte die Stadt Hans-Jürgen Brandt als Außendienstler fürs Ordnungsamt eingestellt. Der ehemalige Polizist hat jedoch zur Aufgabe, sich um unterschiedliche Bereiche in der Samtgemeinde zu kümmern. Im Kurpark ist er zwar auch unterwegs, aber nur tagsüber. Dann geht es vor allem um das unerlaubte Radfahren in dem Landschaftsgarten.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Phasen gegeben, in denen nachts Sicherheitspersonal im Park unterwegs war. Anfangs waren die Wachleute noch die ganze Nacht zugegen, wobei sie ein Büro besetzten und von dort aus zu regelmäßigen Streifzügen aufbrachen. Später ging zunächst noch das Land als Parkeigentümer dazu über, dass ein Sicherheitsdienst von außerhalb zu Patrouillen anreist.

Zwischendurch wurde darauf phasenweise verzichtet. Und Ziel war es eigentlich immer, dauerhaft ohne Kontrollen auszukommen. Doch davon sahen das Land und später nach der Teilkommunalisierung auch die Stadt ab, weil es zu gewaltsamen Vorfällen kam. Dafür war einige Jahre lang eine Personengruppe verantwortlich, die ein Haus ganz in der Nähe des Kurparks bewohnte. Mehrmals wurde zudem in Gebäude im Park eingebrochen. Im Oktober 2008 wurde am Brunnentempel sogar ein Mann im Streit um eine Frau erstochen.

Zuletzt hatte sich die Situation im Park aber offenbar entspannt. Zumindest gab es nachts keine polizeilich registrierte Gewalt mehr. Daher wurde der Sicherheitsdienst vor einigen Jahren abgeschafft, denn er kostet Geld. Die Kosten für die sechsmonatige Kontrollzeit beziffert Schmidt auf 6000 Euro. Dies sei aber günstiger, als montags ständig Schäden und Abfall beseitigen zu lassen.

Nach Ablauf der sechsmonatigen Zeitspanne wird bilanziert und über das weitere Vorgehen beraten. Bringen die Kontrollen positive Resultate, könnte auch im nächsten Jahr von Mai bis Oktober ein Sicherheitsdienst im Park patrouillieren.




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