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Vor allem die Polizei verzeichnet mehr Übergriffe auf Einsatzkräfte

Sinkt der Respekt?

WESERBERGLAND. In Niedersachsen werden Rettungskräfte bei Einsätzen immer häufiger verbal und körperlich angegriffen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Niedersachsen hervor.
Auch der DRK-Kreisverband Weserbergland hatte sich an dieser Umfrage beteiligt. Wie Miriam Kopf von der zuständigen Unternehmenskommunikation erklärt, „können auch wir Übergriffe, teilweise mit Personenschäden, dokumentieren – diese jedoch nicht häufiger als in den vergangenen drei Jahren“.

veröffentlicht am 18.11.2018 um 15:10 Uhr
aktualisiert am 18.11.2018 um 19:20 Uhr

Laut einer Umfrage sehen sich Rettungskräfte immer häufiger Übergriffen ausgesetzt. Kritisiert werden auch die Autofahrer, die an Unfallorten teils die Absperrungen ignorieren. Foto: TAH
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WESERBERGLAND. In Niedersachsen werden Rettungskräfte bei Einsätzen immer häufiger verbal und körperlich angegriffen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Niedersachsen hervor.

Auch der DRK-Kreisverband Weserbergland hatte sich an dieser Umfrage beteiligt. Wie Miriam Kopf von der zuständigen Unternehmenskommunikation erklärt, „können auch wir Übergriffe, teilweise mit Personenschäden, dokumentieren – jedoch nicht häufiger als in den vergangenen drei Jahren“. Übergriffe können nach ihrer Einschätzung unterschiedliche Ursachen haben. Häufig seien Drogen oder Alkohol im Spiel. Um das Thema Eigenschutz bei den Sanitätern in den Fokus zu rücken, plant der DRK-Kreisverband Weserbergland Fortbildung für Einsatzkräfte. „Hier sollen frühzeitig Gefahren erkannt und abgewehrt werden, bevor es zu einem Übergriff kommt“, so Kopf.

Ein eindeutig negativer Entwicklungstrend hinsichtlich der Übergriffe auf Einsatzkräfte zeichnet sich bei der Polizei Hameln-Pymont/Holzminden ab. Die Anzahl der Tatbestände gegen Vollstreckungsbeamte hat von 2016 auf 2017 in allen Bereichen zugenommen. So ist die Zahl der Körperverletzungen von 97 auf 143 gestiegen und die der gefährlichen Verletzungen von 28 auf 35. Ebenso kam es 2017 häufiger zu Widerständen und Beleidigungen den Polizeibeamten gegenüber, als es 2016 der Fall war. Stephanie Heineking-Kutschera, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Hameln-Pymont/Holzminden, vermutet ein Sinken „der Hemmschwelle und des Respekts“ als Ursache dieser Entwicklung. Wie Peter Drews, Pressesprecher des Landkreises Holzminden, mitteilt, habe man erst vor wenigen Monaten eine interne Erhebung in sämtlichen Abteilungen zu diesem Thema durchgeführt. In den vergangenen fünf Jahren sei es „vereinzelt zu verbalen Übergriffen gekommen“, körperliche Angriffe seien „die totale Ausnahme, wenn sie in den letzten fünf Jahren überhaupt einmal stattgefunden haben“. Insgesamt sei nicht erkennbar, dass sich die Sicherheitslage für Rettungskräfte verschlechtert habe.

Entwarnung signalisiert auch Holzmindens Kreisbrandmeister Jens Heinemeyer: „Pöbeleien gibt es immer.“ „Das kommt vor, aber ich finde nicht, dass das mehr geworden ist.“ Eine häufige Widrigkeit sei, dass Autofahrer Absperrungen an Unfallorten ignorieren.beb, kk




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