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Vorstandschef Nottmeier hält Zahlungen für verkraftbar

Sparkasse Schaumburg muss Millionen für NordLB-Rettung zahlen

LANDKREIS. Die schlechte Nachricht: Der zwischen Land und Sparkassen ausgehandelte Sanierungsplan für die angeschlagene NordLB wird für die Sparkasse Schaumburg teuer werden. Die gute Nachricht: Vorstandschef Stefan Nottmeier hält den Sanierungsbeitrag für das Schaumburger Kreditinstitut für verkraftbar. .Am 3. April, so der Plan, wird die Finanzaufsicht darüber entscheiden, ob sie dem Sanierungsplan zustimmt. Dieser ist nach dem Scheitern von Verkaufsgesprächen mit privaten Investoren zwischen den Anteilseignern Land und Sparkassen in monatelangen Verhandlungen austariert worden.

veröffentlicht am 22.03.2019 um 15:20 Uhr

Der Betrag, den die Sparkasse Schaumburg zahlen muss, dürfte zwischen acht und neun Millionen Euro liegen. Foto: dpa
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Stefan Reineking Chefredakteur zur Autorenseite
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Demnach soll die Länderseite rund 2,5 Milliarden Euro zur Eigenkapitalstärkung der NordLB aufbringen, die deutschen Sparkassen sind mit rund 1,1 Milliarden Euro dabei, wobei davon allein der Niedersächsische Sparkassenverband rund 300 Millionen Euro aufbringen soll – anteilig nach Größe umgelegt auf jede einzelne Sparkasse im Land.

Wie hoch genau der Anteil der Sparkasse Schaumburg sein wird, möchte Nottmeier zur Zeit nicht sagen. Der Betrag dürfte aber zwischen acht und neun Millionen Euro liegen. Nicht der erste Beitrag, den das heimische Finanzinstitut zur Rettung der Landesbank beitragen muss: Von 2012 bis 2018 musste die einst stolze 1,1 Milliarden Euro hohe Beteiligung der niedersächsischen Sparkassen an der NordLB auf null abgeschrieben werden.

In Schieflage war die NordLB im Zuge der Finanzkrise bereits im Jahr 2008 geraten. Das auf Schiffskredite mit hohen Volumen spezialisierte Bankhaus geriet ins Trudeln, weil die weltweite konjunkturelle Abkühlung zu niedrigeren Frachtraten in der Schifffahrt führte. Gleichzeitig gab es erhebliche Überkapazitäten am Markt, sodass Schiffe ganz oder zeitweise stillgelegt wurden und die fälligen Kreditraten nicht mehr bezahlt werden konnten. Das Land sorgte daher 2012 durch ein milliardenschweres Rettungspaket für eine Stabilisierung der Bank, die sich von dem Einbruch aber bis heute noch nicht erholt hat.

Verbunden mit dem neuerlichen Rettungspaket sind gravierende Veränderungen bei der Bank: Die notleidenden Schiffskredite werden verkauft und ausgelagert, Personal soll in großem Umfang abgebaut, ein neues, zukunftsfähiges Geschäftsmodell entwickelt werden. Im Klartext: Die NordLB wird gesundgeschrumpft, wobei die Sparkassenorganisation im Vergleich zum Hauptanteilseigner, dem Land Niedersachsen, einen eher radikalen Schnitt favorisiert.

Dies auch, um mit der jetzt gefundenen ,,am wenigsten schlechten Lösung“ (Nottmeier) die NordLB wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Dann, so die Hoffnung der Sparkassen, könnte sich die jetzt fällige Eigenkapitalstärkung der angeschlagenen Landesbank auf Sicht gesehen vielleicht sogar lohnen: durch Beteiligung an den hoffentlich üppig sprudelnden künftigen Gewinnen.

Nach Einschätzung Nottmeiers wird sich durch das Rettungspaket der Fusionsdruck auf einzelne Sparkassen erhöhen. Für seine Bank sieht er das Problem nicht, da die Sparkasse Schaumburg in den vergangenen Jahren bereits intensiv ihre Einsparpotenziale gehoben habe.




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