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155 Familien mit geistig behinderten Kindern bekommen Geld aus der Andreas Gärtner-Stiftung

Spenden und helfen

Eigentlich möchten Hermann und Birgit Gärtner und die weiteren Mitglieder des Andreas Gärtner-Stiftungsbeirates noch viel mehr Familien und Einrichtungen helfen, aber das geht leider nicht. Sie müssen oft schwierige Entscheidungen treffen, die emotional betroffen machen.

veröffentlicht am 29.11.2018 um 16:37 Uhr
aktualisiert am 29.11.2018 um 19:10 Uhr

Der Andreas Gärtner-Stiftungsbeirat mit (v. li.) Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke, Birgit Gärtner, Reiner Heekeren, Simone Piske, Hermann Gärtner, Susanne Hein, Oberin Schwester Silke Korff macht sich die Entscheidungen nicht leicht. Foto: pr
Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite

PORTA WESTFALICA. Mehr als 1000 Briefe treffen jedes Jahr von Familien oder Einrichtungen bei der Andreas Gärtner-Stiftung ein, alle bitten um finanzielle Unterstützung für Menschen mit geistiger Behinderung. Die Sekretärin der Stiftung, Simone Piske, sortiert die Anfragen und prüft diese.

„Ohne Arztbericht oder Behindertenausweis geht keine Spende raus“, erklärt Birgit Gärtner vom Stiftungsvorstand. Leider könne man nicht alle Bitten erfüllen und die Entscheidungen, wer Geld bekommt, falle den Mitgliedern des Beirates nicht leicht.

„Der Termin, an dem wir die Spendenausschüttungen beschließen, ist immer ein sehr schwerer für uns. Man möchte mehr Menschen helfen, aber das geht leider nicht“, erklärte Stiftungsvorstand Hermann Gärtner. In diesem Jahr habe man sich dazu entschlossen, mehr Familien zu unterstützen. „Auch wenn wir mehr Anfragen von Einrichtungen hatten, haben wir Privatfamilien diesmal bevorzugt“, erklärte Birgit Gärtner.

Insgesamt wurden jetzt 732 704,81 Euro ausgeschüttet, an Familien und Einrichtungen.

155 Familien haben rund 525 000 Euro erhalten. 34 Kinder mit geistiger Behinderung erhielten einen Zuschuss von jeweils 3 500 Euro für eine Delfin-Therapie, therapeutisches Reiten wird finanziell unterstützt und die Anschaffung und Ausbildung von Therapiehunden.

„Die Tiere haben einen positiven Einfluss auf Menschen mit geistiger Behinderung. Deshalb unterstützen wir das gerne“, so Birgit Gärtner, die beim Pressetermin zur Spendenausschüttung auch einen Brief vorlas. Eine Mutter bat für ihren schwerstbehinderten Sohn um ein neues Pflegebett, das mehr Gewicht aushält. Da sie sich häufig zu ihrem Sohn legen müsse, um ihn bei Anfällen zu beruhigen, müsse das Bett sie beide aushalten. Die Krankenkasse sah die Notwendigkeit nicht, die Andreas Gärtner-Stiftung schon. „Wir haben die rund 5000 Euro für ein neues Pflegebett gerne gegeben“, so Birgit Gärtner.

Ihr Vater erklärte aber auch, dass die Stiftung Anfragen zur finanziellen Unterstützung für Urlaube auf Mallorca oder die Überdachung eines Freisitzes erhalten habe.

„Dabei fühlen wir uns nicht gut. Wir wollen helfen, und zwar unmittelbar und am liebsten Kindern, aber keine Urlaube bezahlen. Wir geben lieber 1000 Euro mehr für die Umrüstung eines Autos oder für eine Delfin-Therapie. Unsere Stiftung möchte denen helfen, die es am allernötigsten haben“, so Hermann Gärtner. „Es tut uns schon oft genug weh, wenn wir Absagen erteilen müssen.“

Bereits zum 24. Mal hat die Andreas Gärtner-Stiftung die Zahlen der Jahresausschüttung bekannt gegeben. Das Geld kommt aus Spenden zusammen und durch das große Golfturnier um den Porta Cup. „Leider haben diesmal rund 30 Spieler weniger gespielt, aber wer nicht dabei war, hat gespendet, und zwar sogar deutlich mehr als sonst“, stellte Hermann Gärtner fest. Ansonsten gehe die Spendenbereitschaft leider zurück. In diesem Jahr konnten rund 643 000 Euro eingenommen werden, ein Teil aus einer Spendenaktion einer Zeitung.

„Wir können immer nur appellieren, für die Andreas Gärnter-Stiftung zu spenden. Vielleicht möchte ja jemand zur Weihnachtszeit noch Gutes tun“, sagte Hermann Gärtner. Der 84-Jährige hatte die Stiftung für seinen Sohn Andreas ins Leben gerufen, der mit einer geistigen Behinderung zur Welt gekommen und 1998, im Alter von 38 Jahren, verstorben ist.

Auch ins Schaumburger Land sind Spenden aus der Andreas Gärtner-Stiftung geflossen – an Familien und 5000 Euro an die Paritätische Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland.

Weiter Infos unter www.andreas-gaertner-stiftung.de. Spendenkonto: Sparkasse Minden-Lübbecke, IBAN: DE98490501010049335599, Swift-BIC: WELADED1MIN.




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