weather-image
17°

Digitalmesse Republica: Studentin Jasmin Buddensiek fordert Medienkompetenz als Schulfach

Studentin fordert Schulfach Medienkompetenz

LANDKREIS. Jasmin Buddensiek schreit nach Medienkompetenz. Zumindest hat die 20-Jährige so ihre Studienarbeit genannt, die sie bei der von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffneten Digitalmesse Republica in Berlin vorgestellt hat. Die gebürtige Obernkirchenerin setzt sich für ein Schulfach Medienkompetenz ein.

veröffentlicht am 13.05.2019 um 17:41 Uhr

Jasmin Buddensiek spricht auf der Republica über Medienkompetenz an Schulen. Foto: pr.

Autor:

Mira Colic
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Buddensiek studiert Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Universität Bremen. „Medien und Journalismus fand ich schon immer spannend, als Kind wollte ich Tagesschau-Sprecherin werden.“ Nach wir vor sei es ihr Traum, Moderatorin oder Pressesprecherin zu werden.

Während eines Seminars zum Thema Digitalisierung habe sie sich auf den Bereich Schulen konzentriert. Eventuell wolle sie sogar in ihrer Bachelorarbeit darüber schreiben.

Bei der Messe hat sie sich mit ihrer Arbeit beworben, weil es in diesem Jahr gut ins Programm – „relearn“ (umlernen) – gepasst habe. Vor mehr als 200 Zuhörern hat Buddensiek eine halbe Stunde über die Ergebnisse ihrer Studie gesprochen. Dass sie ihre Arbeit mit „Schrei“ einleitet, habe einen guten Grund, erklärt die 20-Jährige. „Die Kinder schreien, weil sie es lernen wollen, Eltern und Lehrer, weil sie erschrocken sind von den Dingen, die ihre Kinder online anstellen.“ So würden online unangebrachte oder sogar pornografische Inhalte verbreitet und Cybermobbing greife immer weiter um sich.

Der Bund habe zwar mit dem Digitalpakt Schule fünf Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, „aber was nützt das Geld, wenn niemand da ist, der mit den Geräten umgehen kann?“, fragt die Studentin. Informatik allein reiche nicht mehr aus. Sie könne sich vorstellen, dass das Fach ab Klasse fünf halbjährig etwa alle zwei Jahre in den Lehrplan aufgenommen wird.

Für ihr Seminar hat sie unterschiedliche Schulen in Niedersachsen und Bremen befragt, darunter auch eine Gesamtschule und ein Gymnasium in Schaumburg. „Grundsätzlich sind die Schulen miserabel ausgestattet, aber die Ausstattung kann schon an zwei Schulen innerhalb eines Ortes stark variieren.“ So gebe es bei den einen beispielsweise bereits Tablet-Klassen und WLAN und bei den anderen nicht mal funktionierende Computer.

Kritiker eines eigenen Faches halten es für sinnvoller, den Umgang mit digitalen Medien in allen Fächern zu vermitteln. Buddensiek widerspricht: „Ich glaube, dass wir für die Vermittlung digitaler Kompetenzen speziell ausgebildete Leute brauchen. Lehrer können das nicht zusätzlich leisten. Im Studium wird ihnen dieses Wissen nicht vermittelt.“ Sie glaube, dass beispielsweise Medienwissenschaftler, die auch Pädagogik studiert haben, am besten geeignet seien.

Dass sich das Problem mit der nächsten Lehrer-Generation erledigen werde, da diese ja bereits Digital Natives seien, glaubt die 20-Jährige nicht. „Ich habe auch mit Studenten gesprochen und überraschenderweise haben auch sie sich nicht als so medienkompetent eingestuft, dass sie dies vermitteln könnten.“

Über all diese Aspekte ihrer Arbeit hat Buddensiek in ihrem Vortrag gesprochen. Aufgeregt sei sie vor ihrem Auftritt nicht gewesen: „Ich spiele Querflöte und habe dadurch schon Bühnenerfahrung. Außerdem habe ich 2016 unsere Abi-Entlassung am Wilhelm-Busch-Gymnasium moderiert.“

Als Rednerin hatte die 20-Jährige die gesamten drei Tage freien Zugang zu allen Bühnen auf dem Veranstaltungsgelände „Station Berlin“. In dieser Zeit hat sie viele bekannte Persönlichkeiten gesehen: den Astronauten Alexander Gerst, Influencerin Diana zur Löwen, Luisa Neubauer (Fridays for Future) sowie Chemikerin und Fernsehmoderatorin Mai Thi Nguyen-Kim. „Das war schon cool, so viele Prominente zu sehen.“

Die Rede von Jasmin Buddensiek ist auf dem Republica-Kanal auf Youtube zu finden.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare