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Neuer Vorstand für Museumslandschaft mit Bettina Schwarz an der Spitze

Sturm entlädt sich über Zimmermann

RODENBERG. Nach einem besonders windigen Tag hat sich am Donnerstagabend auf dem Rodenberg ein weiterer Sturm zusammengebraut. In die „Gaststätte zur Windmühle“ sind knapp 100 Mitglieder der Museumslandschaft Amt Rodenberg zur Hauptversammlung des Vereins gekommen.

veröffentlicht am 06.10.2017 um 18:38 Uhr

Bettina Schwarz. Foto: göt

Autor:

Andrea Göttling
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Im vergangenen Jahr hatte sich bei einigen Mitgliedern viel Ärger aufgestaut – dem sie bei der Versammlung Luft machten. Nachdem die Mitglieder den Vorstand trotz fast 30 Enthaltungen entlastet hatten, sprachen sie dem Vorsitzenden Bernd Zimmermann nicht erneut das Vertrauen aus. Sie wählten nach einigen hitzigen Auseinandersetzungen stattdessen Bettina Schwarz auf den Posten.

Die drei Vereine Heimatbund Rodenberg, Förderverein Schloss Rodenberg und IG Windmühle sind zur Museumslandschaft Amt Rodenberg fusioniert. Diese Entscheidung war soweit Konsens. Beim Übergang gab es jedoch einige Probleme, infolge dessen sich der Verein intern förmlich spaltete. Wie verhärtet die Fronten waren, zeigte sich bei der Versammlung. Zimmermann stellte zu Beginn die vereinsrechtliche Situation dar – die Eintragung ins Vereinsregister 2016, die Satzungsänderung sowie das vom Amtsgericht nahegelegte Sperrjahr, an dessen Ende nun die Versammlung stand. In dieser Zeit sind zwei von drei Vorstandsmitgliedern ausgefallen, Helmut Stille als Stellvertreter und Renate Bredemeier als Schriftführerin. „Es holperte ganz schön, doch jetzt sind wir sauber durch und an dem Punkt, dass wir einen neuen Vorstand wählen können“, so Zimmermann abschließend.

Daraufhin musste er sich viel Kritik anhören. Wie war Zimmermann alleine im Vorstand handlungsfähig? Warum gibt es keine protokollierten Sitzungen? Mit wem hat er seine Entscheidungen abgestimmt? Mit welchem Recht hat er die Ausgabe von Geldern des Vereins legitimiert? Wieso wurden die Kassenprüfer nicht von der Versammlung bestimmt? „Ich habe das Gefühl, dass Sie alleine agiert haben“, brachte es Heinrich Iglseder auf den Punkt, der neben vielen weiteren Mitgliedern seine Stimme erhob. Aus den Gesprächen ging hervor, dass sich viele Rodenberger im vergangenen Jahr außen vor und übergangen fühlten. Immer wieder warfen sie Zimmermann vor, den Verein nicht satzungsgemäß geführt zu haben. Einige von Zimmermanns Erklärungsversuchen wurden von höhnischem Gelächter unterbrochen. „Fehler sind passiert. Aber wir kommen nicht weiter, indem wir in dem rumrühren, was passiert ist“, versuchte Jürgen Wulf, die Situation zu schlichten. Richtig hitzig wurde die Versammlung, als sich Henning Dormann zu Wort meldete: „Ich stelle hier nur Stänkereien von neuen Mitgliedern fest.“ Er betonte, wie viele Stunden Arbeit das Team um Zimmermann investiert haben. „Davon haben die alten Vereine gelebt“, so Dormann. Der Streit ging schließlich so weit, dass Kommentare fielen wie „Könnt ihr das nicht draußen klären?“ und „Das ist hier ja wie im Kindergarten“. Bei einer geheimen Wahl fielen schließlich 31 Stimmen auf Zimmermann und 58 auf Schwarz. Georg Hudalla, an diesem Abend als Privatperson und Vereinsmitglied vor Ort, brach nach der Wahl eine Lanze für Zimmermann: „Sie sollen nicht das Gefühl haben, dass Ihre Arbeit nicht wertgeschätzt wird.“ „Ich freue mich auf drei Jahre Arbeit mit meinem Team, das soweit auch schon feststeht“, sagte Schwarz. Marlies Bernd-Büschen wurde als zweite Vorsitzende gewählt, Siegfried Jeuken als Schriftführer.

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