weather-image
22°

25-jähriger tötete Großeltern, ist nicht schuldfähig und wartet nun auf das Erbe seiner Großeltern

Täter wartet auf Erbe der Opfer

SPRINGE. Anfang November 2016 tötete ein damals 25-Jähriger in einem Wohnhaus in Springe seine Großeltern (wir berichteten). Der Mann gilt nach einem Urteil des Landgerichts Hannover als schuldunfähig, sitzt in der Psychiatrie. Doch die Auswirkungen des Falls beschäftigen die Justiz bis heute. Denn der Täter wartet weiterhin darauf, von seinen Opfern erben zu können – dem Vernehmen nach geht es um rund 140 000 Euro.

veröffentlicht am 08.02.2019 um 17:50 Uhr

270_0900_124072_Justizia_duester_dpa.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Amtsgerichtssprecher Sascha Klein bestätigte auf Anfrage, dass ein entsprechendes Verfahren zur Erteilung eines Erbscheins läuft. Dass der Täter das Geld grundsätzlich erben darf, kann man zumindest aus der aktuellen Rechtssprechung schließen. Das Gesetz schließt zwar aus, dass Täter von ihren getöteten Opfern erben – „Erbunwürdigkeit“ nennt sich das. Allerdings urteilte das Bundesverfassungsgericht erst 2015 sinngemäß, dass diese Regelung bei (gerichtlich festgestellter) Schuldunfähigkeit nicht greife.

Ob der Täter tatsächlich von den Großeltern erben darf, muss noch in einem eigenen Verfahren ausgefochten werden. Stattdessen erwartet man nun auch bei der Staatsanwaltschaft Hannover die Entscheidung des Amtsgerichts Springe in Sachen Erbschein-Antrag des Täters.zett




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare