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Stadtverwaltung und Ratspolitiker kündigen konsequentes Vorgehen mit Blick auf prügelnde Jugendliche an

Theiß zu Massenprügeleien: „Wir werden uns nicht wegducken“

STADTHAGEN. Die Stadtverwaltung will – neben der Arbeit der Ermittlungsbehörden – mit geeigneten sozialpädagogischen Maßnahmen auf die wiederholten Schlägereien von Jugendlichen reagieren. „Wir werden das rigoros machen, um den Anfängen zu wehren“, betonte Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) in einer Sitzung des Ratsausschusses für Sicherheit und Ordnung: „Wir müssen den Rechtsstaat verteidigen.“

veröffentlicht am 01.03.2019 um 17:03 Uhr

Autor:

Stefan Rothe
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Es sei bekannt, dass es sich bei den direkt an den gewalttätigen Auseinandersetzungen Beteiligten „im Kern um sieben Personen“ handele, berichtete Theiß. Die Stadtverwaltung werde mit geeignetem Fachpersonal auf diese Betroffenen und deren Familien zugehen „und ein anderes Bewusstsein fordern und fördern“. Der Bürgermeister weiter: „Nur so kommen wir an die Wurzel des Problems heran.“ Letztlich sei hier ein Streit zwischen zwei Jugendlichen „in Gruppen hocheskaliert“, so Theiß: „Es handelt sich um nicht mehr, aber auch um nicht weniger, man sollte das weder dramatisieren noch bagatellisieren.“

„Wir sehen durchaus Handlungsbedarf“, unterstrich auch Iris Freimann, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste: „Dabei ist das gesamte Netzwerk der Jugendarbeit in Stadthagen gefragt.“ Die Verwaltung werde das Thema in den städtischen Präventionsrat „Wir+“ geben, der sich in seiner nächsten Sitzung am 21. März damit befassen soll. Dieses sei das geeignete Gremium für das Problem. Selbstverständlich werde die Integrationsbeauftragte einbezogen, so Freimann. Es gelte, „nicht in blinden Aktionismus zu verfallen, sondern erst Fakten zusammenzutragen, um dann nachhaltige Maßnahmen zu entwickeln“. Freimann teilte mit, nach gegenwärtiger Kenntnis seien keine Teilnehmer des offenen Abendsports der städtischen Jugendarbeit an den Auseinandersetzungen beteiligt gewesen.

Zuvor hatte Jörg Ostermeier (CDU) bekundet, die Vorfälle hätten ihn „wütend und traurig“ gemacht. Den Verantwortlichen müsse „mit der ganzen zur Verfügung stehenden Härte des Gesetzes begegnet werden“. Man dürfe nicht zulassen, dass die Bürger in Angst und Schrecken versetzt werden. „Wir werden solche Prügeleien im öffentlichen Raum nicht zulassen“, fuhr Ostermeier fort. Zudem fordere die CDU, alle an der Jugendarbeit Beteiligten an einen Tisch zu holen, um Möglichkeiten der Prävention zu beraten.

Rolf Rösemeier-Tietjen (Grüne) bekundete: „Wir sind alle verunsichert darüber, dass Jugendliche sich zusammengerottet und Scharmützel betrieben haben.“ Das Ausmaß und die Tatsache, dass das wiederholt passiert ist, sei sehr verunsichernd. Ute Hartmann-Höhnke (SPD) fügte hinzu, es bestehe „sachlich fundierter Handlungsbedarf“. Wie andere Sitzungsteilnehmer auch lobte sie das umsichtige Handeln der Polizei.

Ausschussvorsitzende Gundi Donjes (WIR) bekundete: „Wir dulden derartige Gewalttätigkeiten in keinster Weise und werden uns nicht wegducken, sondern uns dieser Herausforderung stellen.“ Dass in sozialen Medien unter anderem davon die Rede war, den renitenten Jugendlichen „mit drei Schüssen in den Rücken“ zu begegnen, kommentierte Donjes so: „Das Problemfeld darf nicht zur Spielwiese der braunen Suppe werden.“




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