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Gemeinsames Leben als Motiv

Tötung an Lauenauerin Ines K.: Staatsanwaltschaft geht von Mord durch Ehemann und Geliebte aus

LAUENAU/HILDESHEIM. Das Verfahren im Mordprozess gegen Uwe K. nähert sich dem Ende, am Dienstag haben die Beteiligten vor dem Landgericht Hildesheim ihre Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Uwe K. und seine Ex-Geliebte Raffaela L. die Tat zusammen begangen haben.

veröffentlicht am 13.03.2019 um 17:49 Uhr

Uwe K. werden von einem Justiz-Mitarbeiter die Handschellen abgenommen. Foto: göt
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Oberstaatsanwalt Oliver Paul schlussfolgerte einen Mord aus niederen Beweggründen. Das Motiv: „Beide wollten Ines K. aus dem Weg räumen, um künftig miteinander leben zu können“, sagte Paul. Im Ergebnis baute die Staatsanwaltschaft ihre Begründung wesentlich auf das Blutspritzer-Gutachten und die abweichenden Angaben, die L. als Zeugin zu ihrem Standort gemacht hatte, von dem aus sie die Tat beobachtet haben will.

L. habe an der Feuerschutztür gestanden und den ersten Schlag ausgeführt, skizzierte Paul. K. habe hinter seiner Frau gestanden, den Fluchtweg abgeschnitten, und die wuchtigeren Hiebe ausgeführt. Paul wechselte in die Mehrzahl: „Sie“ hätten dann Müllbeutel, Expanderband und Karabiner genommen und Ines K. erdrosselt. Seiner Ansicht nach handelte es sich nicht um eine Spontantat.

Die Aussagen L.s seien von einem „sehr schweren Dilemma“ gekennzeichnet gewesen. Zunächst habe sie Distanz zwischen sich und die Tat bringen, aber auch K. nicht belasten wollen. Als dieser sie schließlich im Bückeburger Verfahren belastete, habe sie ihre Taktik geändert. Dies war aus Pauls Sicht der Grund für den „drastischen, spektakulären Aussagenwechsel“ (wir berichteten).

Dass sie zunächst aus Angst vor dem Angeklagten geschwiegen habe, wie sie nun in der Vernehmung angab, glaube er ihr nicht. „Wenn mir hier eines deutlich geworden ist im Rahmen der Telefonüberwachung, dann, dass Raffaela L. keine Angst vor dem Angeklagten hatte“, so der Oberstaatsanwalt. Paul plädierte auf gemeinschaftlich begangenen Mord. Bezüglich des Strafrahmens gilt für K. das Verschlechterungsverbot – also der maximale Strafrahmen von elf Jahren und sechs Monaten Haft.

Andreas Hüttl, Anwalt der Nebenklage, schloss sich in seinem Plädoyer wesentlich jenem der Staatsanwaltschaft an. Auf die Aussage L.s könne sich nicht gestützt werden. „Man hat wohl selten eine Zeugin über einen so langen Zeitraum so dreist lügen sehen“, befand Hüttl. Er schloss mit dem dringenden Appell, ein Strafverfahren gegen L. einzuleiten.

Verteidiger Christoph Hessel plädierte auf einen Freispruch für seinen Mandanten. Er belastete die Ex-Geliebte als Täterin. Ihr Motiv sei Liebe gewesen, unterstellte Hessel. Er glaube, dass L. Ines K. zusammen mit einem Dritten getötet habe. Alle Indizien, die Uwe K. belasten, würden seine Ex-Geliebte noch mehr belasten.

Hessel ist davon überzeugt, dass Ines K. im Zwischentrakt auf dem Weg ins Haus auf L. getroffen sei. L. habe Handschuhe getragen und ihre Handys ausgeschaltet – was auf eine geplante Tat hinweise. Kurz nach der Tat habe K. gelogen, um L. zu decken. „Ein Momentversagen“, bescheinigte Hessel seinem Mandanten.

Hessel stellte infrage, dass K. die Tat geplant hat, dann aber ohne Waffe und ohne Alibi ausgestattet einen Mord beging. Er sehe zudem kein Motiv. Ines und Uwe K. hätten eine distanzierte Ehe geführt, es habe aber eine friedliche Lösung für Firma und Tochter gefunden werden können, befand er bezogen auf Zeugenaussagen. Hessel mutmaßte, dass L. ihre Aussage in Bückeburg deshalb plötzlich änderte, weil sie vom Verhältnis K.s zu einer anderen Geliebten, die zwischenzeitlich ins Haus eingezogen war, erfahren hatte.

Das letzte Wort hatte der Angeklagte: „Ich habe meine Frau nicht umgebracht“, schloss Uwe K.. Richter Peter Peschka spricht das Urteil am Freitag, 22. März, ab 9 Uhr im Landgericht Hildesheim.

Ob möglicherweise auch ein Strafverfahren gegen die Ex-Geliebte eingeleitet wird, ist offen. Die Staatsanwaltschaft war dazu gestern nach der Verhandlung nicht mehr zu erreichen.göt




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