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Unfallursachen ausgewertet

Unfallkommission greift mit Tempolimit auf der A2 in Porta Westfalica ein

PORTA WESTFALICA. Autofahrer dürfen ab dem kommenden Jahr auf der Autobahn 2 im Bereich Porta Westfalica und dem Kreuz Bad Oeynhausen durchgehend nur noch maximal 120 km/h fahren. Das ist das Ergebnis von Beratungen einer Unfallkommission, die am Donnerstag getagt hat. Grund für das Treffen von Vertretern der Bezirksregierung Detmold, der Autobahnpolizei und des Landesbetriebs Straßen NRW waren die vermehrten schweren Unfälle im Bereich Porta innerhalb der vergangenen drei Jahre.

veröffentlicht am 31.08.2020 um 10:59 Uhr

„Obwohl dieser Bereich keine Unfallhäufungsstelle darstellt, gibt es in diesem Abschnitt ein Unfallgeschehen insbesondere im Zusammenhang mit Fahrstreifenwechsel und Überholvorgängen“, erklärt Bezirksregierungssprecher Peter Westphal auf MT-Anfrage. Diese Unfälle hätten den Experten zunehmend Sorge bereitet. Denn sie gingen oft sowohl mit schweren Verletzungen der Fahrer als auch mit stundenlangen Vollsperrungen einher. Zuletzt war in diesem Bereich ein Autotransporter verunglückt und blockierte mehr als zwölf Stunden lang die Fahrbahn.

Unfallkommission setzt auf durchgehende 120-km/h-Zone 

Die Experten haben sich die Unfallursachen im Detail angeschaut. „Dazu zählen die Unfallursache und die konkrete Verkehrssituation, aber auch weitere Faktoren wie Tageszeit oder Witterung. Es wird dabei versucht, gleichartige unfallbegünstigende Faktoren festzustellen“, erklärt Westphal. „Erst wenn die Unfallursachen sicher abgeschätzt werden können, lassen sich geeignete verkehrsbeeinflussende Maßnahmen auswählen, um die Sicherheit an Ort und Stelle zu erhöhen.“

Im Bereich Porta setzt das Team der Unfallkommission nun auf eine durchgehende 120-km/h-Zone – mit ein paar Einschränkungen, wie der Sprecher der zuständigen Bezirksregierung betont. In der Doppelkurve vor der Ausfahrt Porta Westfalica in Fahrtrichtung Dortmund gibt es bereits auf einigen hundert Metern Tempo 120. Dieser Bereich soll nach Ansinnen der Kommission bis 300 Meter hinter das Kreuz Bad Oeynhausen verlängert werden. Diese maximale Geschwindigkeit soll dann von 6 bis 20 Uhr gelten – was laut Westphal die Hauptunfallzeiten abdeckt. Auch die bereits bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung soll dann für diese Tageszeiten gelten.

In Fahrtrichtung Hannover gilt bisher nur im Bereich des Kreuzes Bad Oeynhausen Tempo 120 und wird kurz vor Porta Westfalica aufgehoben. Auch diese Zone wollen die Experten verlängern, und zwar bis 300 Meter hinter die Anschlussstelle Porta. Hier verzichtet die Bezirksregierung als zuständige Verkehrsbehörde allerdings auf eine zeitliche Begrenzung. Das habe etwas mit dem Verlauf der Strecke in diesem Bereich zu tun, sagt Westphal.

Tempolimit ab 2021

Weil derzeit noch die Sanierungsarbeiten an der Weserbrücke der A2 zwischen Bad Oeynhausen und Porta laufen, soll das neue Tempolimit erst im kommenden Jahr umgesetzt werden. Auf weitere Maßnahmen verzichten die Behördenvertreter vorerst. Grundsätzlich gäbe es aber auch die Möglichkeiten, Überholverbote auszusprechen, die Fahrbahnmarkierungen zu verändern oder weitere Hinweisschilder – etwa solche, die auf eine erhöhte Unfallgefahr hinweisen – aufzustellen. All dies wären allerdings schwerwiegendere Schritte, um in den Verkehrsfluss einzugreifen. Und das müsse wohl überlegt sein, sagt Peter Westphal. „Verkehrsbeeinflussende Maßnahmen müssen verhältnismäßig sein, jede Verkehrseinschränkung muss fundiert begründet sein.“

Rund 100.000 Fahrzeuge passieren den Bereich Porta täglich pro Richtung. Allein 30 Prozent davon seien Lkw, die immer wieder in Unfälle verwickelt werden. Ob die neue 120-km/h-Zone mehr Verkehrssicherheit bringt, werden die Experten in den kommenden Jahren auswerten. 

von Thomas Lieske




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