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Gericht will weitere Zeugen hören

Urteil im Prozess um Hiller Dreifachmord fällt erst 2019

HILLE/STADTHAGEN. Der Prozess um den Hiller Dreifachmord geht in die Verlängerung. Weil noch Gutachten ausstehen und weitere Zeugen geladen werden, will die Strafkammer des Bielefelder Landgerichts fünf bis sechs weitere Verhandlungstermine für Anfang 2019 ansetzen. Ursprünglich sollte das Urteil am 6. Dezember gesprochen werden.

veröffentlicht am 20.11.2018 um 17:14 Uhr

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HILLE. Noch in diesem Jahr will der Vorsitzende Richter Dr. Georg Zimmermann einen der Mithäftlinge von Kevin R. in den Zeugenstand berufen. Gegenüber der Staatsanwaltschaft hatte der Mann behauptet, der ehemalige Zeitsoldat habe sich ihm offenbart und wichtige Details zu den drei Taten mitgeteilt. Eine polizeiliche Vernehmung des neuen Zeugen musste jedoch abgebrochen werden, weil er zu schlecht deutsch spricht.

Die Verteidiger Kevin R.‘s zweifeln unter anderem deswegen seine Glaubwürdigkeit an. Die Staatsanwaltschaft soll nun prüfen, ob der Mann in der Vergangenheit bereits mehrfach Aussagen über Mithäftlinge gemacht hat, um „sich seine Meriten zu verdienen“, so Verteidiger Peter Wehn am Dienstag bei Gericht. Richter Zimmermann will außerdem einen Auszug aus seinem Bundeszentralregister anfordern, um zu prüfen, warum der Mann mit türkischen Wurzeln inhaftiert ist. Er soll voraussichtlich am 4. Dezember mithilfe eines Dolmetschers im Zeugenstand vernommen werden. Zimmermann deutete an, dass die Informationen des Mannes „erheblich“ sein könnten, wenn sie denn stimmten.

Noch ausstehend ist weiterhin die Aussage des Angeklagten Kevin R., der so bald wie möglich von einer Gutachterin gehört werden soll. Die Kammer will außerdem eine Spurenmusteranalyse zur letzten Tat sowie eine ergänzende DNA-Befundung in Auftrag geben, um die Ergebnisse später mit den Aussagen der beiden Angeklagten abgleichen zu können.

Jörg W. und Kevin R. sollen im Sommer 2017 sowie im März 2018 auf zwei Höfen in Neuenbaum insgesamt drei Menschen brutal getötet haben. Zwei der Opfer, einen 72-jährigen Nachbarn und einen 65-jährigen landwirtschaftlichen Helfer, sollen sie im Garten vergraben haben. Das dritte Opfer, ein 30-jähriger Familienvater aus Stadthagen, fanden die Ermittler erschlagen in einer Scheune.

Der Prozess wird am Donnerstag in Bielefeld fortgesetzt. mt / Nina Könemann




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