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Erbprinz und Minister stellen Pläne für Schloss Marienburg vor

Viel Arbeit für Familie von Schöning

PATTENSEN/STADTHAGEN. Die Stadthäger Familie von Schöning sieht aufregenden und anstrengenden Zeiten entgegen. Dies wurde während der Pressekonferenz deutlich, die Ernst August Erbprinz von Hannover und Niedersachsens Wissenschafts- und Kulturminister Björn Thümler (CDU) diese Woche auf Schloss Marienburg gaben.

veröffentlicht am 30.11.2018 um 18:13 Uhr

Das Ehepaar Tania und Nicolaus von Schöning freut sich mit Tochter Charlotte von Hardenberg auf die neue Aufgabe. Foto: ab
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Arne Boecker Reporter
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Das Schloss geht vom Haus Hannover an eine Immobiliengesellschaft der Klosterkammer Hannover über, die Bewirtschaftung übernimmt eine Gesellschaft, die Nicolaus von Schöning und Carl Graf von Hardenberg gegründet haben (wir berichteten).

Ihre Aufgabe in den kommenden Jahren: Sie müssen das wirtschaftliche Potenzial des Schlosses verbessern, während das Gebäude aufwendig saniert wird.

„In diesem Schloss stecken viele Möglichkeiten, was Gastronomie, Veranstaltungen und Führungen angeht“, sagt Nicolaus von Schöning am Rande der Pressekonferenz auf Schloss Marienburg. Konkrete Äußerungen zu dem Konzept, mit dem die Familien von Schöning und von Hardenberg das Schloss bespielen wollen, vermied er. In den kommenden Monaten werde es „dazu Gespräche geben“, im Frühjahr könne man wohl mehr sagen. Grundsätzlich gelte, dass „alte Schlösser moderne Ideen“ bräuchten, wenn sie wirtschaftlich geführt werden sollen.

Die Familie von Schöning betreibt seit Jahren das Rittergut Remeringhausen, wo sie erfolgreiche und hochwertige Veranstaltungen (British Weekend, Romantic Garden) eingeführt hat. Mit der Familie von Hardenberg sind die von Schönings eng verbunden, auch weil Tochter Charlotte vor einem Jahr Carl von Hardenberg junior geheiratet hat.

Thümler lobte die neuen Betreiber. Beide Familien würden seit Jahrzehnten Projekte „von großer touristischer, gastronomischer und kultureller Bedeutung“ stemmen. Er freue sich, dass die Schloss Marienburg GmbH „keinen Bruch“ mit der Vergangenheit des 150 Jahre alten Schlosses vornehmen wolle. So hätten die Familien von Schöning und von Hardenberg zugesagt, alle 60 Beschäftigten zu übernehmen. Thümler erwartet auch keine grundsätzlichen Änderungen am bisherigen Konzept. „Alternative Verwendungen“ des Schlosses hätte man auch nicht zugelassen.

Auch Ernst August Erbprinz von Hannover gab sich überzeugt, dass mit den Familien von Schöning und von Hardenberg die richtigen Betreiber das Schloss übernehmen: „Wir haben starke Partner gefunden, die als Unternehmer erfahren und erfolgreich sind.“

Die Schloss Marienburg GmbH wird am 1. Januar die Geschäfte übernehmen. In der Pressekonferenz von Erbprinz und Minister wurde erneut deutlich, dass die Marienburg in den kommenden Jahren mit hohem Aufwand saniert werden muss. Dies ist auch der Hintergrund des Besitzerwechsels: Das Haus Hannover sah sich nach den Worten des Erbprinzen „mit dem weiteren Betrieb des Schlosses wirtschaftlich überfordert“.

Die neue Lösung: Das Haus Hannover verkauft das Schloss Marienburg für den symbolischen Preis von einem Euro an die Liemak Immobilien GmbH, hinter der die Klosterkammer Hannover steht. Bund und Land wollen in den kommenden Jahren 27 Millionen Euro in die Modernisierung stecken.

Scharfe Kritik am Schlosskauf durch die Klosterkammer-Gesellschaft, finanziert zur Hälfte vom Land, übte Stefan Wenzel für die Grünen-Landtagsfraktion. Mit Verweis auf die Presseberichterstattung sprach er von einem „absoluten Unding“. Die Instandhaltung des Schlosses vom Haus Hannover „in einer Nacht- und Nebelaktion“ auf das Land zu übertragen „geht gar nicht“, sagte Wenzel. Der Grünen-Abgeordnete verlangte, dass umgehend der Haushaltsausschuss über das Schloss-Geschäft unterrichtet wird.




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