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Kreditinstitute und Stadtwerke verkünden Finanzierung – doch die Summe bleibt geheim

Viel Geld für die Netze

WESERBERGLAND. Es geht um Geld – sogar um gewaltige Summen: Gleich vier Kreditinstitute sind an der Finanzierung beteiligt, damit die Stadtwerke Hameln in mehreren Kommunen des Landkreises Hameln-Pyrmont das Stromverteilnetz sowie das Gasnetz in Hessisch Oldendorf vom bisherigen Betreiber Westfalen Weser Netz GmbH kaufen.

veröffentlicht am 13.04.2019 um 00:00 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Mit großen Worten umschreiben die Beteiligten in einer gemeinsamen Mitteilung die „besondere regionale Kooperation vor Ort“ nach dem Zuschlag für die ausgeschriebene Netzfinanzierung, allerdings: Die interessanteste Angabe fehlt – nämlich die Summe, um die es dabei geht. Zur Kaufsumme gebe es eine Vertraulichkeitsvereinbarung, begründet Stadtwerke-Sprecherin Natalie Schäfer auf Nachfrage.

„Es ist ein zweistelliger Millionenbetrag, der finanziert wurde“, lässt sie lediglich vage anklingen. Damit ist der Spielraum erheblich. Immerhin: Die Sparkasse Hameln-Weserbergland und die Volksbank Hameln-Stadthagen hatten sich mit Beteiligung der Landesbank Hessen-Thüringen und der DZ Bank (Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank) um die von den Stadtwerken ausgeschriebene Netzfinanzierung beworben – und schließlich gewonnen.

In Zeiten niedriger Zinsen macht es besonders viel Freude, Zukunftsinvestitionen mit regionalen Kreditinstituten zu finanzieren, so lässt sich die Stadtwerke-Geschäftsführerin Susanne Treptow in der gemeinsamen Erklärung zitieren.

Zum 1. Januar 2019 haben die Stadtwerke Hameln das Stromverteilnetz in Coppenbrügge, Emmerthal, Salzhemmendorf, Aerzen und Hessisch Oldendorf sowie das Gasnetz in Hessisch Oldendorf vom bisherigen Netzbetreiber Westfalen Weser Netz GmbH übernommen, der sich dagegen zunächst juristisch gewehrt hatte, allerdings erfolglos.

Die Finanzierung der Übernahme eines Energieversorgungsnetzes ist – ebenso wie der Kauf – ein komplexer Prozess, der individuell strukturiert wird, wie die Beteiligten erklären. Sparkasse und Volksbank hätten für die Stadtwerke eine geeignete Finanzierungsstruktur erarbeitet, die alle Anforderungen berücksichtige und, aufgrund des aktuellen Zinsumfeldes, dauerhaft planbare und niedrige Finanzierungskosten verursache.

Nicht ungewöhnlich, dass die beiden unterschiedlichen Institute zusammenarbeiten würden, heißt es. „Die kompetente Zusammenarbeit aller beteiligten Kreditinstitute, ist der Schlüssel zum Erfolg gewesen.

Diese Finanzierung bestätigt das gute Geschäftsmodell, der vor Ort tätigen Sparkassen und Volksbanken“, erläutert Wolfgang Kusch, Bereichsleiter Firmenkunden der Sparkasse. Ralf Müther, Firmenkundenbetreuer der Volksbank Hameln-Stadthagen, hebt besonders hervor: „Der Zuschlag zur Finanzierung konnte nur durch das vorhandene Know-how im Bereich der Unternehmensfinanzierung erlangt werden.“

Trotz der vereinbarten Vertraulichkeit: Mit größerem Abstand lässt sich die Summe wohl erahnen. Die Hamelner Stadtwerke veröffentlichen jährlich ihren Konzernabschluss, in dem im Bundesanzeiger auch die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten öffentlich einsehbar sind.




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