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REHASAN entscheidet sich für teilweisen Neubau und Abriss des alten Bettenturms der Fachklinik Weserland

Vier-Sterne-Klinik für 40 Millionen Euro

BAD PYRMONT. Die in den vergangenen beiden Jahren unter Brandschutzauflagen leidende Fachklinik Weserland am Vogelreichsweg wird zum Teil durch einen Neubau ersetzt. Die Unternehmensgruppe REHASAN hat am Dienstag ihre Ankündigung aus dem vergangenen Jahr bestätigt. „Wir wollen noch in diesem Jahr den Bauantrag stellen und im Spätsommer 2019 den ersten Spatenstich setzen“, teilte Klinikdirektor Hans-Joachim Spieker mit.

veröffentlicht am 11.07.2018 um 15:45 Uhr

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Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Geplant sei ein zweiteiliger Neubau unterhalb des Altbaus. Insgesamt investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 40 Millionen Euro. Die Fertigstellung sei für das erste Halbjahr 2022 vorgesehen.

„Hinter uns liegen turbulente Zeiten, aber jetzt schauen wir nach vorne“, freute sich Spieker, einmal eine gute Nachricht verkünden zu können. Nicht nur aber auch aus Brandschutzgründen sei ein Neubau sinnvoller und günstiger, als die Auflagen im alten Bettenturm zu erfüllen. Der Bau wird hauptsächlich der Unterbringung der Patienten dienen. Die Zahl der Betten wird sich damit von aktuell 192 auf 240 erhöhen. „Wir haben den Anspruch auf vier Sterne, gemessen an einem Hotelbetrieb“, betonte der Klinikdirektor den Anspruch auf mehr Komfort. „Wir haben immer mehr Patienten mit Rollatoren und für sie benötigen wir einfach mehr Platz.“ 2010 habe der Anteil der Reha-Patienten noch 10 Prozent ausgemacht, aktuell liege er bauartbegrenzt bei 70 Prozent. Und da immer mehr Patienten einen Angehörigen mitbringen, soll auch der Anteil an Zweibettzimmern erhöht werden. „Die acht Zimmer, die wir jetzt haben, reichen bei weitem nicht aus“, so Spieker.

Ein Teil des Neubaus, der unterhalb des Altbaus errichtet werden soll, werde vier, der andere fünf Etagen umfassen und auch einige Therapieräume aufnehmen. Für zwei Gebäudeteile habe man sich entschieden, um den Bau nicht zu hoch werden zu lassen. Zudem soll die Hanglange ausgenutzt werden, um den zweiriegeligen Trakt nicht zu wuchtig erscheinen zu lassen. Der Abstand zu den Wohnhäusern unterhalb sei groß genug, so Spieker. Auf dem 50 000 Quadratmeter großen unternehmenseigenen Grundstück sei für das Vorhaben genügend Platz vorhanden.

Im Altbau wird der neungeschossige Bettenturm, der von überall im Pyrmonter Tal gut zu sehen ist, komplett verschwinden. Für die Zeit des Abrisses – etwa sechs bis sieben Monate – werde die Klinik komplett stillgelegt. Den Ärzten, Therapeuten und Pflegern unter den etwa 100 Mitarbeitern sollen für diese Zeit alternative Möglichkeiten angeboten werden, beispielsweise Einsätze in einer der anderen sieben Kliniken des Unternehmens. Ansonsten sei der Neubau, für den ein bis eineinhalb Jahre eingeplant sind, im laufenden Betrieb geplant, berichtete Spieker.

Dem Bau- und Umweltausschuss hat die Unternehmensspitze ihr Vorhaben bereits vorgestellt. Im Rahmen einer Auftaktkonferenz wurden alle beteiligten Behörden informiert, um möglichst alle Fragen wie beispielsweise die nach Heilquellenschutz, Artenschutz oder Klimaschutz von Anfang an anzusprechen. „Bislang zeichnen sich in dieser Hinsicht keine Probleme ab, was aber noch mit Gutachten unterlegt werden muss“, gab sich der Klinikdirektor optimistisch.

„Auch wenn wir wahrscheinlich einen Generalunternehmer mit dem Bau beauftragen werden, so ist es doch unser Ziel, heimische Unternehmen zu beteiligen“, kündigte Spieker an. „Besonders diese Unternehmen haben uns bei der Lösung der Brandschutzprobleme im Bettenturm sehr geholfen“, betonte er. Trotz der Schließung einiger Etagen hätten auch Bürgermeister Klaus Blome und Baudezernent Matthäus Schmidt die Klinik konstruktiv unterstützt. „Ihr Ziel war es von Anfang an, die Einrichtung zu erhalten“, betont er.

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