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Auch Arbeitnehmer haben zahlreiche Möglichkeiten, sich beruflich weiterzubilden

Weiterbildung für Arbeitnehmer: Lernen ein Leben lang

LANDKREIS. Bildungsprämie, Bildungsurlaub, Bildungscheck – wer sich durch eine Fortbildung weiter qualifizieren möchte, hat zahlreiche Möglichkeiten. Das gilt nicht nur für Erwerbslose, Bund und Land bezuschussen auch für Arbeitnehmer die Kosten für berufliche Weiterbildungen. Doch wie findet man das passende Angebot und welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es? Ein Wegweiser durch den Fortbildungsdschungel.

veröffentlicht am 22.01.2019 um 00:00 Uhr

Ich bin dann mal weg: Bund und Länder unterstützen den Weiterbildungswillen von Arbeitnehmern mit einer Finanzspritze. Foto: dpa

Autor:

katharina Grimpe
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LANDKREIS.Bildungsurlaub:

„Arbeitnehmer haben den gesetzlich geregelten Anspruch auf eine berufliche oder persönliche Weiterbildung“, erklärt Christina Lücke, Leiterin des Fachbereichs Berufliche Bildung an der Volkshochschule (VHS) Schaumburg und betont: „Das Land Niedersachsen will damit die Initiative von Arbeitnehmern zum lebenslangen Lernen fördern.“ Das Recht gilt für Arbeitnehmer, Angestellte und Auszubildende gleichermaßen, sie werden für maximal fünf Arbeitstage pro Jahr für die Weiterbildung freigestellt – bei laufender Lohnfortzahlung. Für Teilzeitbeschäftigte ändert sich der Anspruch auf Bildungsurlaub entsprechend.

Die Weiterbildungen müssen nach Auskunft Lückes nicht auf den aktuellen Beruf bezogen sein, „die Bandbreite der Themen ist unheimlich weit“ und reicht von Politik über Sprachen und Kultur bis zu EDV- und Gesundheitsthemen. Die Kosten für die Seminare trägt der Teilnehmer selbst. Wichtig: Interessierte sollten ihren Bildungsurlaub rechtzeitig beim Arbeitgeber anmelden, spätestens vier Wochen vor Beginn der Veranstaltung. Genehmigt werden Seminare nur, wenn sie als Bildungsurlaub staatlich anerkannt werden. Dazu gehören zum Beispiel viele Angebote der VHS.

www.bildungsurlaub.de

Bildungsprämie:

Das Programm des Bundes richtet sich an Erwerbstätige mit geringem Einkommen, die sich in ihrem Berufsfeld weiterbilden wollen. Der Staat stellt dafür einen sogenannten Prämiengutschein aus und übernimmt 50 Prozent der Kosten für die Weiterbildung und maximal 500 Euro. „Ziel ist, die beruflichen Qualifikationen zu steigern und Aufstiegschancen im Job zu vergrößern“, betont Bildungsexpertin Lücke.

Wer das Angebot in Anspruch nehmen will, muss allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Die Arbeitszeit muss bei 15 Stunden pro Woche und mehr liegen und das zu versteuernde Jahreseinkommen darf nicht höher sein als 20 000 Euro. Letztgenanntes wird auf dem Steuerbescheid ausgewiesen und liegt oftmals deutlich unter dem jährlichen Bruttoeinkommen. Auch Arbeitnehmer in Elternzeit oder Pflegezeit können den Prämiengutschein nutzen.

„Der Weg zur Bildungsprämie führt über eine Beratungsstelle, bei der kostenlos geklärt wird, welche Weiterbildung in Frage kommt“, erklärt Lücke. Beratungsstellen in der Region gibt es bei den Volkshochschulen in Hameln, Wunstorf und Minden.

www.bildungsprämie.info; Info-Telefon (08 00) 2 62 30 00.

Bildungscheck:

Mit diesem Programm will das Land NRW kleinen und mittleren Unternehmen bei der Finanzierung der Weiterbildung ihrer Arbeitnehmer unter die Arme greifen. Das Land übernimmt genauso wie bei der Bildungsprämie des Bundes 50 Prozent der jeweiligen Weiterbildungskosten bis maximal 500 Euro. Gefördert werden zum einen Arbeitnehmer, die in NRW wohnen oder arbeiten und die selben Voraussetzungen erfüllen, die auch für die Bildungsprämie gelten. Unternehmen können Bildungschecks für ihre Mitarbeiter beantragen, wenn sie weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen. Die notwendige Beratung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern übernimmt die VHS Minden.

www.weiterbildungsberatung.nrw, Telefon (05 71) 8 37 66 20.

Aufstiegs-Bafög:

Auch nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung investieren viele in die eigene Weiterbildung. Ein Maurer zum Beispiel, der seinen Meister macht. Das sogenannte Aufstiegs-Bafög kann dabei helfen, mehr als 700 Fort- und Weiterbildungen zu finanzieren. Anspruch auf Förderung hat jeder mit abgeschlossener Erstausbildung, der zur Fortbildungsprüfung oder zur Fachschule zugelassen wird. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Gefördert werden die Kosten für Lehrgänge und Prüfungen, bei Weiterbildungen in Vollzeit kann außerdem ein Beitrag zum Lebensunterhalt beantragt werden.

www.aufstiegs-bafoeg.de




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