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Regionalbischöfin im Kirchenkreis

Wie kann man die Kirche erneuern?

LANDKREIS/RINTELN. Zwei Wochen lang war die neue Regionalbischöfin Dr. Petra Bahr im Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg unterwegs. Es war ihre erste „Visitation“ eines Kirchenkreises im Sprengel Hannover. „Wir stehen an der Schnittstelle zu einer neuen Kirche“, sagt sie jetzt. Es geht darum, die Kirche neu zu denken.

veröffentlicht am 16.11.2018 um 14:57 Uhr
aktualisiert am 16.11.2018 um 22:30 Uhr

Beim abschließenden Pressegespräch zur Kirchenkreis-Visitation: Dr. Michael Behrndt, Vorsitzender des Kirchenkreistages (v.l.), Andrea Furche, Leiterin des Kirchenamtes, Landessuperintendentin Dr. Petra Bahr, Superintendent Andreas Kühne-Glaser. Foto
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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LANDKREIS/RINTELN. Zwei Wochen lang war die neue Regionalbischöfin Dr. Petra Bahr im gesamten Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg unterwegs. Es war ihre erste „Visitation“ eines Kirchenkreises im Sprengel Hannover. „Wir stehen an der Schnittstelle zu einer neuen Kirche“, sagte sie im Pressegespräch. „Es geht darum, nicht vom Kirchturm aus zu denken, sondern soziale Orte der Gottesbegegnung zu schaffen.“

Aus ihren Besuchen in den einzelnen Kirchengemeinden und unzähligen Gesprächen gewann sie den Eindruck eines tatkräftigen Kirchenkreises mit engagierten Menschen, die sich insgesamt den aktuellen Herausforderungen stellen. Doch gäbe es auch jede Menge „Baustellen“, im wörtlichen und und übertragenen Sinne.

Die Herausforderungen sind bekannt: Rückläufige Mitgliederzahlen, mangelnder Pastorennachwuchs, leer stehende Kirchen und insgesamt die Befürchtung, dass die Menschen vor Ort immer weniger Gelegenheit haben, sich mit ihrer Kirche zu identifizieren. „Wir brauchen neue Strukturen für unsere Pfarrstellen“, meinte Kirchenkreis-Superintendent Andreas Kühne-Glaser, der die Regionalbischöfin auf vielen Stationen ihrer Visitation begleitete. Damit die einzelnen Gemeinden immer ihre Ansprechpartner fänden, müsste es vermehrt „verbundene“ Pfarrämter geben, in denen mehrere Pastoren zusammenarbeiten und geeignete Arbeitsteilungen entwickeln. „Da setzen wir auf die junge Generation“, so Petra Bahr. „Die neuen Pastoren und Pastorinnen werden fähig sein, viel stärker kollegial zu arbeiten.“

Zwei Wochen lang führte Superintendent Andreas Kühne-Glaser die hannoversche Regionalbischöfin Dr. Petra Bahr durch die kirchliche Landschaft der Grafschaft Schaumburg. Foto: pr.
  • Zwei Wochen lang führte Superintendent Andreas Kühne-Glaser die hannoversche Regionalbischöfin Dr. Petra Bahr durch die kirchliche Landschaft der Grafschaft Schaumburg. Foto: pr.

Die „sozialen Orte der Gottesbegegnung“, das seien zum Beispiel Literaturgottesdienste oder die herausragenden Kirchenmusikkonzerte im Kirchenkreis und überhaupt Veranstaltungen, die auch kirchenfernere Menschen ansprechen. Es sollen vermehrt „Profilgemeinden“ mit eigenen Schwerpunkten entstehen. „Nicht jede Gemeinde muss alles machen“, so Bahr.

Allerdings wolle man auch nicht zur bloßen „Eventkirche“ werden, warf Dr. Michael Behrndt, Vorsitzender des Kirchenkreistages, ein. Überall in der Kirchenregion werde diskutiert, wie man, bei all den regionalen Unterschieden, ein gemeinsamer Kirchenkreis bleiben könne, das bestätigte Bahr.

Eine weitere große Herausforderung bestehe in der Neuorganisation des KiTa-Bereiches im Rahmen des neuen KiTa-Verbandes. Eine hohe Professionalisierung des Personals führe zu einer KiTa-Kultur, für die pädagogische Fragen deutlich relevanter seien als zuvor, so Bahr. Über allem stehe, diese Rückmeldung habe sie sehr oft erhalten, das Bedürfnis nach einer Wandlung der Sprache in der Kirche. „Wie können wir Christen so reden, dass wir die Menschen mit den Fragen rund um Glauben und Kirche erreichen?“




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