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Preussen Elektra verweist auf sicheren Betrieb / Gegner: Höchster Stand meldepflichtiger Ereignisse seit 2011

Wie sicher ist das AKW?

EMMERTHAL/HANNOVER. Die Jahresbilanz 2018 seiner Atomkraftwerke Brokdorf, Grohnde und Isar 2 wertet Betreiber Preussen Elektra als Zeichen dafür, dass auf die Anlagen „Verlass ist“. „Mit Verfügbarkeiten von rund 91 Prozent im Jahresmittel standen die Kraftwerke nahezu uneingeschränkt zur Verfügung – während der heißen und trockenen Sommerwochen lag die Erzeugung sogar über den Planungen“, heißt es in einer Mitteilung der Eon-Tochter von Freitag.

veröffentlicht am 25.01.2019 um 18:10 Uhr

Das Atomkraftwerk Grohnde erzeugte 2018 laut Betreiber knapp elf Milliarden Kilowattstunden Strom. Foto: dpa
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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EMMERTHAL/HANNOVER. Vor allem aber nutzt Preussen Elektra die guten Zahlen auch dafür, um den AKW-Gegnern zu widersprechen. „Die Erzeugungszahlen widerlegen die kolportierten Behauptungen und Fake News von Störfällen, die wir angeblich in unseren Anlagen im letzten Jahr gehabt haben sollen“, erklärt danach Erwin Fischer, der für Technik und Betrieb verantwortliche Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Hannover.

Zuletzt hatte die Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“ Anfang Januar verkündet, dass die Zahl der meldepflichtigen Ereignisse im Vorjahr auf dem höchsten Stand seit 2011 sei, wobei Grohnde an zweiter Stelle stehe. Viele Initiativen und auch vereinzelte Medien griffen diese Bilanz auf, um dann von Störfällen zu sprechen. Die Gegner von „Ausgestrahlt“ selbst fordern auf der Grundlage ihrer Zahlen, die „sieben noch laufenden Atomkraftwerke (AKW) bereits jetzt abzuschalten und nicht darauf zu warten, bis ein unkontrollierbarer Störfall auftritt“.

Laut Bilanz von Preussen Elektra erzeugte mit zwölf Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom (brutto) das Kernkraftwerk Isar 2 (Bayern) im Vorjahr in Deutschland die größte Strommenge. Knapp elf Milliarden Kilowattstunden (brutto) lieferte das Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen und gut zehn Milliarden Kilowattstunden (brutto) kamen aus dem Kernkraftwerk Brokdorf in Schleswig Holstein.

„Auf eine jährliche Strommenge von über zehn Milliarden Kilowattstunden kommt ein Kraftwerk nur, wenn es umsichtig betrieben wird und ohne Unterbrechungen läuft“, so Geschäftsführer Fischer. „Den immer wiederkehrenden Versuch, aus meldepflichtigen Ereignissen ohne oder mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung – und nur solche traten in unseren Kraftwerken auf – Störfälle zu konstruieren, ist irreführend, schürt Ängste und entbehrt schlicht jeder Grundlage.“ Fischer bezeichnet die Erkenntnisse aus meldepflichtigen Ereignissen als wichtig für den Erfahrungsaustausch im Kraftwerksbetrieb in der ganzen Branche. Der Geschäftsführer weiter: „Er sorgt für einen noch zuverlässigeren und noch sichereren Betrieb unserer Anlagen und ist somit Ausdruck unserer ausgeprägten Sicherheitskultur.“

Information

Zum Streit um die Reststrommengen für den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke wie aktuell in Grohnde hat sich nun auch der Vorsitzende der Geschäftsführung von Preussen Elektra, Guido Knott, geäußert.

„Das Engagement unserer Mitarbeiter ist uns Ansporn genug, uns mit allen Kräften um die Übertragung von Strommengen zu kümmern, damit unsere Kraftwerke bis zu ihrem gesetzlich festgelegten Abschalttermin Strom erzeugen können“, erklärte er am Freitag laut Mitteilung des Unternehmens.

Auf die Klage mit dem Energiekonzern Vattenfall ging Preussen Elektra nicht direkt ein. Es sei aber klar, dass es zu Reststrommengenübertragungen kommen werde, wird in der Mitteilung bekräftigt. Knott: „Wir bleiben zuversichtlich, dass auch das Wie im Einzelfall geklärt werden kann.“ cb




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