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Zwei Tote bei Unfalltragödien

HOLTENSEN/HÖFINGEN. Auf den Straßen des Landkreises Hameln-Pyrmont haben sich zwei Tragödien ereignet. Bei Verkehrsunfällen, die in der Nähe von Holtensen und bei Höfingen passiert sind, kamen innerhalb weniger Stunden zwei Menschen ums Leben.

veröffentlicht am 15.04.2018 um 16:07 Uhr

Schwerer Unfall bei Höfingen: Der BMW liegt völlig zerstört auf einem Acker. Der Autofahrer kam ums Leben. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

HOLTENSEN / HÖFINGEN. Auf den Straßen des Landkreises Hameln-Pyrmont haben sich zwei Tragödien ereignet – bei Verkehrsunfällen, die in der Nähe von Holtensen und bei Höfingen passiert sind, kamen innerhalb weniger Stunden zwei Menschen ums Leben. Am Samstagmittag kollidierten auf der Holtenser Landstraße ein Motorroller und ein Auto – in der Nacht zum Sonntag erlag der 74 Jahre alte Mopedfahrer aus Hameln seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Kurz nach Mitternacht wurde am Sonntag zwischen Weibeck und Höfingen ein Autowrack entdeckt. Der Fahrer (21) aus einem Dorf bei Hessisch Oldendorf sei mehr als 20 Meter weit aus dem Fahrzeug geschleudert worden, sagte Unfallursachen-Ermittler Guido Krosta – für den jungen Mann kam jede Hilfe zu spät. Das Trümmerfeld neben der Landesstraße 423 war ungewöhnlich groß. Es zog sich über 130 Meter hin. Ein Notarzt aus Rinteln, der heimische DRK-Rettungsdienst, die Feuerwehren Hessisch Oldendorf und Höfingen und die Hamelner Polizei waren stundenlang im Einsatz. Über dem Unfallort kreiste zeitweise ein Suchhubschrauber der Polizei Niedersachsen, denn zunächst war unklar, ob sich weitere Insassen in dem total zerstörten BMW befunden hatten. Die Phönix-Besatzung suchte Felder und Wiesen ab – zunächst mithilfe einer Wärmebildkamera, später mit einem starken Scheinwerfer. Zuvor hatten Freiwillige der Feuerwehr mit Taschenlampen und einer Wärmebildkamera Ausschau nach Opfern gehalten. Verletzte wurden nicht gefunden.

Der Unfallhergang gibt den Ermittlern derzeit Rätsel auf. Das Wrack wurde für mögliche technische Untersuchungen sichergestellt, der Leichnam vorerst beschlagnahmt. Der BMW, mit dem der 21-Jährige auf der Landesstraße 423 von Weibeck in Richtung Höfingen unterwegs war, sei „ausgangs einer ganz leichten Rechtskurve nach rechts von der Straße abgekommen“ und über einen Grünstreifen gefahren, sagte Hauptkommissar Guido Krosta. Mit der linken vorderen Ecke habe der Wagen offensichtlich ungebremst einen Baum touchiert. „Dann ist das Fahrzeug durch die Luft geflogen und hat sich mehrmals auf einem tiefer liegenden Acker überschlagen.“ Vermutlich war der Autofahrer nicht angeschnallt. Hinweise auf Fremdverschulden (zum Beispiel ein anderes Auto), eine Alkoholbeeinflussung oder einen Suizid gibt es nach Angaben der Polizei derzeit nicht. Ermittler wissen: In der Vergangenheit haben Sekundenschlaf oder ein Blick auf das Handy Unfälle wie diese ausgelöst. Aber das ist reine Spekulation.

Mit einem Scheinwerfer sucht die Besatzung eines Polizeihubschraubers die Unfallstelle bei Höfingen ab. Foto: leo
  • Mit einem Scheinwerfer sucht die Besatzung eines Polizeihubschraubers die Unfallstelle bei Höfingen ab. Foto: leo
Bei Holtensen sind ein VW Golf und ein Motorroller kollidiert. Der Zweiradfahrer starb. Fotos: ube
  • Bei Holtensen sind ein VW Golf und ein Motorroller kollidiert. Der Zweiradfahrer starb. Fotos: ube

Beamte des Einsatz- und Streifendienstes und der Tatort-Gruppe suchten und markierten Spuren. Danach sammelten Feuerwehrleute die Trümmer ein, halfen bei der Bergung und entfernten Erdreich, in dem Benzin versickert war. Erst gegen 4 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben.

Gut zwölf Stunden zuvor war es auf der Holtenser Landstraße zu einer Kollision zwischen einem Motorroller und einem VW Golf gekommen. Ein Hamelner sei mit seinem Wagen in Richtung Holtensen unterwegs gewesen, sagte eine Oberkommissarin. Der 85-Jährige habe wenden wollen, sei deshalb nach rechts in die Abfahrt zur Heisenküche abgebogen und habe gedreht. Als er wieder zurück auf die Holtenser Landstraße fahren wollte, muss der Mann den Roller-Fahrer (74) übersehen haben. Es kam zum Zusammenstoß. Der Zweiradfahrer sei vor Ort ansprechbar gewesen, sagte die Polizistin. Ein Notarztteam behandelte das Unfallopfer, brachte es ins Krankenhaus. Dort starb der Hamelner Stunden später.

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