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„Arbeitsalltag erlebbar machen“

125 Jahre Stadtwerke: Festwochenende am 14. und 15. September

BÜCKEBURG. 2019 ist ein ganz besonderes Jahr für die Stadtwerke Schaumburg-Lippe: Vor 125 Jahren wurde mit der Inbetriebnahme der Gasanstalt auf dem heutigen Betriebsgelände in der Nähe des Bückeburger Bahnhofs der Grundstein für die Entstehung und Entwicklung der heutigen Stadtwerke gelegt.

veröffentlicht am 08.02.2019 um 15:01 Uhr
aktualisiert am 08.02.2019 um 17:00 Uhr

Das Firmengelände der heutigen Stadtwerke Schaumburg-Lippe, als das Gelände noch zu Recht den Namen „Gasanstalt“ trug. Foto: pr
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Karsten Klaus Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Das möchte der heimische Energieversorger natürlich feiern: Im Lauf des Jahres wird es ganz unterschiedliche Veranstaltungen geben. Höhepunkt wird sicherlich ein Jubiläumsevent am 14. und 15. September auf dem Betriebsgelände in Bückeburg sein.

Wie Stadtwerke-Geschäftsführer Eduard Hunker und Anja Steffen-Ohme als für die Unternehmenskommunikation zuständige Mitarbeiterin berichteten, laufen die Vorbereitungen für das Festwochenende bereits auf Hochtouren. Unter anderem soll den Besuchern ein Blick hinter die Kulissen der Stadtwerke ermöglicht werden. „Wir wollen den Arbeitsalltag der Stadtwerke erlebbar machen“ so Steffen-Ohme. Außerdem sollen mit Partnern aus der Region Information und Unterhaltung geboten werden. Ein Schwerpunkt werden dabei Angebote rund um die Elektromobilität – auch „zum Anfassen“ – sein. Präsentiert werden soll zum Beispiel ein Elektrotraktor.

Der Sonntag steht dann ganz im Zeichen der Familien mit Programm für Groß und Klein. Natürlich wird es auch unterschiedliche Genussstationen zum „Auffüllen der Energiereserven“ geben.

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So präsentiert sich heute der Firmensitz der Stadtwerke Schaumburg-Lippe. Foto: kk

Neben dem Festwochenende wollen die Stadtwerke Schaumburg-Lippe das gesamte Jahr über verstärkt Präsenz bei vielen Veranstaltungen in der Region zeigen. Den Start macht dabei der Ahrens-Solartag am heutigen Sonnabend, 9. Februar, im Bückeburger Rathaussaal. Auch eigene Veranstaltungen werden ins Programm aufgenommen. Bereits ausgebucht sind Kundeninformationen zum Thema Mobilfunk.

Geschichtlich Interessierte dürfen sich schon jetzt auf eine Chronik der Stadtwerke freuen, an der der Bückeburger Karl-Heinz Driftmann gerade arbeitet. Er will nicht nur die Historie des Energieversorgers aufarbeiten, sondern auch Anekdoten und Erinnerungen ehemaliger Stadtwerke-Mitarbeiter beisteuern.

Noch heute erinnert der Straßenname „An der Gasanstalt“ an die Wurzel der heutigen Stadtwerke Schaumburglippe. Die versorgen von Luhden und Buchholz im Süden bis Wiedensahl und Sachsenhagen im Norden, von Bückeburg im Westen Schaumburgs bis Bad Nenndorf und Rodenberg im Osten des Landkreises rund 125 000 Einwohner.

Derzeit werden 79 Mitarbeiter beschäftigt. Hauptanteilseigner des kommunalen Unternehmens sind die Bückeburger Bäder GmbH mit 51,3 Prozent, die Wirtschaftsbetriebe Stadthagen mit 25,8 Prozent und die Westfalen Weser Netz GmbH mit 11,6 Prozent (alle Werte gerundet).

Als ein besonderer Meilenstein der Unternehmensentwicklung gilt die Fusion der Stadtwerke Bückeburg-Obernkirchen mit den Stadtwerken Stadthagen im Jahr 2002 zu den Stadtwerken Schaumburg-Lippe.

Und so hat einst alles begonnen: Am 18. Oktober 1894 wurde die Bückeburger Gasanstalt offiziell in Betrieb genommen. Im Gaswerk war durch die Verschwelung von Steinkohle bis 1960 Stadtgas für die Beleuchtung sowie zum Kochen und Heizen erzeugt worden.

Wie Berichte und Anzeigen der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung aus dem Herbst 1894 belegen, war die neue Energiequelle damals in der Residenzstadt Hauptgesprächsthema. Die Verwaltung der Gasanstalt und andere Inserenten priesen in großformatigen Anzeigen „Beleuchtungsgegenstände, Koch- und Heizeinrichtungen mittels Gasfeuerung“ an. Bereits am 14. Oktober hatte im „zum ersten Male durch Gas erleuchteten Struckmann‘schen Etablissement“ ein großes Familien-Fest stattgefunden, zu dem Monteure und Installateure „zu Ehren der Eröffnung der Gasanstalt“ eingeladen hatten. Ernstere Töne schlug der „Dirigent der Gasanstalt“, Stadtbaumeister Brennecke, an. Er warnte ausdrücklich davor, dass nicht berechtigte Personen den Haupthahn der Gasanschlüsse öffneten. Der Haupthahnschlüssel werde erst dann an die Konsumenten übergeben, wenn die Anschlüsse auch auf ihre Dichtigkeit überprüft worden seien.

Bereits Anfang Oktober hatte es erste Tests gegeben, zunächst war das Verwaltungsgebäude der Anstalt mit Gas beleuchtet worden. Am 9. Oktober, am Vorabend des Geburtstages von Fürst Georg, waren zum ersten Mal die Straßenlaternen auf Langer Straße und Marktplatz in Betrieb genommen worden. „Festliche Illumination“ nannte das die Landes-Zeitung. Zur Feier des Tages waren einige Laternen mit besonderen Aufsätzen versehen worden. In „Feuerkränzen“ erstrahlten die Monogramme G und M (für Fürst Georg und Fürstin Marie). Die Landes-Zeitung bescheinigt den „zweiarmigen Candelabern“ übrigens, „eine recht geschmackvolle Zierde“ des Marktplatzes zu sein. Schade nur, so der Chronist, dass „das Licht der drei elektrischen Bogenlampen vor dem Schlosstore das Gaslicht zu sehr nicht in den Schatten sondern ins Licht gestellt hätte“. Im Schloss war man nämlich besonders fortschrittlich: Dort gab es schon Strom.




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