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Städtebauförderungsprogramm Hannoversche Straße – Abschlussbericht liegt vor

18 Jahre und 54 Millionen Euro später

BÜCKEBURG. Knapp 18 Jahre ist es her, dass die Stadt Bückeburg mit dem Sanierungsgebiet Hannoversche Straße nach der Innenstadt ein zweites Mal in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen wurde. Ende 2018 ist das Förderprogramm offiziell ausgelaufen, obwohl einige kleinere Bauten noch nicht fertiggestellt sind beziehungsweise sich noch in der Planung befinden, wie etwa der Abriss und Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Ecke von Obertorstraße und Ulmenallee.
Zum Jahreswechsel hat die Stadt jetzt die Abschlussdokumentation vorgelegt und ein positives Fazit gezogen. Bürgermeister Reiner Brombach: „Das Bild des Quartiers hat sich nachhaltig positiv verändert, das Sanierungsverfahren nachhaltige Entwicklungsprozesse initiiert. Das Gebiet und das Stadtbild sind nachhaltig in ihren Funktionen aufgewertet worden.“ Was alles passiert ist, lesen Sie morgen in ihrer SZ/LZ oder heute hier:

veröffentlicht am 07.01.2019 um 12:19 Uhr
aktualisiert am 08.01.2019 um 18:20 Uhr

Der Quartiersplatz im Falkingsviertel, als Treffpunkt der Anwohner gedacht: Hier werden derzeit die letzten freien Grundstücke des ehemaligen Kögel-Geländes mit zwei Stadtvillen bebaut – ohne Sanierungsmittel. Foto: rc
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Knapp 18 Jahre ist es her, dass die Stadt Bückeburg mit dem Sanierungsgebiet Hannoversche Straße nach der Innenstadt ein zweites Mal in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen wurde. Ende 2018 ist das Förderprogramm offiziell ausgelaufen, obwohl einige kleinere Bauten noch nicht fertiggestellt sind beziehungsweise sich noch in der Planung befinden, wie etwa der Abriss und Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Ecke von Obertorstraße und Ulmenallee.

Zum Jahreswechsel hat die Stadt jetzt die Abschlussdokumentation vorgelegt und ein positives Fazit gezogen. Bürgermeister Reiner Brombach: „Das Bild des Quartiers hat sich nachhaltig positiv verändert, das Sanierungsverfahren nachhaltige Entwicklungsprozesse initiiert. Das Gebiet und das Stadtbild sind in ihren Funktionen nachhaltig aufgewertet worden.“

Nach der Kostenaufstellung sind in den vergangenen knapp 17 Jahren etwa 9,1 Millionen Euro an Fördergeldern und Vergütungen sowie für den Erwerb von Grundstücken, die Freilegung von Grundstücken, Umzüge von Bewohnern und Betrieben, Gebäudemodernisierungen sowie Instandsetzungen geflossen. 4,4 Millionen Euro wurden durch Fördermittel des Landes gedeckt, 2,34 Millionen Euro investierte die Stadt Bückeburg aus eigenen Mitteln. 850 000 Euro wurden aus dem Verkauf von Grundstücken erlöst. Knapp 1,5 Millionen Euro trugen die Eigentümer durch die Zahlung von Ausgleichsbeiträgen zur Finanzierung. Da nach einer Berechnung des Deutschen Institutes für Wirtschaftsförderung jeder Euro aus Städtebauförderungsmitteln weitere acht Euro an öffentlichen und privaten Investitionen auslöst, dürften in den vergangenen Jahren rund 54 Millionen Euro in das Gebiet entlang von Hannoverscher Straße und Bergdorfer Straße geflossen sein.

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Der Abriss des Wohn-und Geschäftshauses an der Kreuzung Obertorstraße und Ulmenallee ist eine der letzten Maßnahmen des Stätebauförderungsprogramms. Ein Interessent hat mittlerweile ein Kaufgebot bei der Stadt vorgelegt und will dort ein Büro- und Wohnhaus errichten. Foto: rc

Anlass, sich ein zweites Mal für Städtebauförderungsmittel zu bewerben, war das heterogene stadtnahe Quartier mit seiner Durchmischung von Gewerbebetrieben, denen der Raum für Weiterentwicklung fehlte, und dazwischenliegenden Wohngebäuden, deren Lage wenig attraktiv war. Das Quartier sollte neu geordnet werden. Gewerbebetriebe sollten umgesiedelt werden, zudem war das Ziel, Platz für vielfältigen Wohnraum, aber auch Geschäftsräume zu entwickeln.

Ein paar Stichworte: brach liegendes Kögel-Gelände, Tankhof Harting, eine weitere ungenutzte Tankstelle, eine Holz- und zwei Reifenhandlungen, ein Kiosk, die leer stehende Matratzenfabrik sowie die Blindow-Schule, wo sich heute die Julianen-Kindertagesstätte befindet. Dazu kamen die beiden Straßen, die beide nicht mehr den heutigen Anforderungen an Verkehrsführung und Sicherheit entsprachen.

Kernstück der Sanierung aber war die Kögel-Brache. Der Fahrzeughersteller hatte in den frühen Neunzigerjahren den Betrieb in Bückeburg eingestellt, seitdem lagen mehrere Hektar und Hallen Industriegebiet brach, ohne dass sich eine neue Nutzung angeboten hätte. Diese konnte die Stadt mit den Sanierungsmitteln in Angriff nehmen. Im Herbst 2004 kaufte eine Tochter der Volksbank in Schaumburg die Kögel-Grundstücke. Parallel liefen Rahmenplanungen für ein innenstadtnahes Wohnquartier an. 2005 konnte Kögel abgerissen werden, 2006 wurde der B-Plan verabschiedet und erschlossen, bereits 2007 stand der erste Neubau. 2009 waren so gut wie alle 60 Bauplätze verkauft, die Endgestaltung von Straßen und öffentlichen Freifläche konnte begonnen werden.

Ein weiteres Projekt war die Umsiedlung des Tankhofes Harting und des angrenzenden Reifenhandels. Dort dauert es etwas länger, bis Umsiedlung, Abriss und Sanierung erfolgt waren. Aber auch in diesem Fall fanden die Bauplätze reißenden Absatz. Auf dem Gelände wird derzeit das erste von zwei Mehrfamilienhäusern mit 18 Mietwohnungen errichtet.

Ein weiteres großes Projekt, das zu Beginn der Sanierung gar nicht auf der Agenda stand, war die Blindow-Schule. Sie wurde von der Stadt mit Unterstützung aus der Städtebauförderung gekauft und inzwischen zu einer Kindertagesstätte umgebaut. Kosten: um die sieben Millionen Euro.

Letztlich flossen erhebliche Mittel in die Umgestaltung von Straßen und damit einhergehend die Sanierung von Kanälen. Obertorstraße, Hannoversche Straße, Bergdorfer Straße, Ahnser Straße und teilweise auch die Scheier Straße präsentieren sich heute in einem neuen Bild. Der Bürgermeister: „Wir haben erfolgreich abgeschlossen.“




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