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Bund fördert Wiederaufbau der Ringmauer ums Kaiser-Wilhelm-Denkmal / Panoramacafé umstritten

300 000 Euro für den „Kaiser“

Porta Westfalica. Die Sanierung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals wird mit 300 000 Euro gefördert. Das berichtet Steffen Kampeter, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Minden und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesfinanzminister.

veröffentlicht am 27.06.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:21 Uhr

27. Juni 2013 00:00 Uhr

Porta Westfalica. Die Sanierung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals wird mit 300 000 Euro gefördert. Das berichtet Steffen Kampeter, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Minden und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesfinanzminister.

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Bestimmt ist das Geld für den Wiederaufbau der Mauer um die Ringterrasse. Insgesamt rechnet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Eigentümer des Denkmals mit Kosten von rund drei Millionen Euro. Nach dem Krieg hatten unterirdische Sprengungen der Alliierten talseitige Teile der Mauer zerstört. Reste stehen noch, die Lücke dazwischen ist mit einem Zaun gesichert.

Umstritten ist die Idee, im Sockel der Ringterrasse ein Panoramacafé einzurichten. In dieses Vorhaben kann die Denkmalförderung nicht fließen. „Ein Café wäre nicht förderfähig“, wie Bodo Strototte, Geschäftsführer der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft, auf Anfrage erklärt. Entscheidungen auf LWL-Ebene werden bis Mitte Juli erwartet. Dann geht es um Millionen.

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„Der Bund setzt nochmals ein deutliches Zeichen, dass er zu seiner Verantwortung für den Erhalt bedeutender Kulturdenkmäler im Mühlenkreis steht“, stellt Steffen Kampeter in einer Pressemitteilung fest. Während das Land NRW eine Streichung seiner Denkmalförderung beabsichtige, habe der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Sanierung mit 300 000 Euro zu fördern.

„Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta ist das bedeutende Wahrzeichen unserer Heimatregion und mit jährlich 200 000 Besuchern eines der beliebten und bekannten Ausflugsziele in ganz Deutschland“, so Kampeter, der sich nach eigenen Angaben bei Kulturstaatsminister Bernd Neumann für die Sanierung eingesetzt hatte. Die Bundesförderung sei ein wichtiger Schritt, das Denkmal zu erhalten und noch attraktiver zu machen.

Erfreut zeigt sich auch LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch. „Als Eigentümer wollen wir die Besucher zum längeren Verweilen einladen“, sagt er. Daran hapert es, was wohl vor allem mit der Schließung der Gaststätte am Parkplatz zusammenhängt. Zurzeit beträgt die Verweildauer gerade einmal 15 Minuten. In einer Resolution an den LWL in Münster hatten Portaner Politiker kürzlich „eine angemessene Präsentation des Denkmals“ gefordert, insbesondere „durch besucherfreundliche Gastronomie“ (wir berichteten).

Durch sein „Denkmalschutzsonderprogramm“ unterstützt der Bund 217 Projekte in ganz Deutschland und gibt dafür 29,5 Millionen Euro aus. Kritik übt Kampeter an der von 2015 an geplanten Streichung der Denkmalpflege durch das Land Nordrhein-Westfalen. „Die Landesregierung will sich aus der Verantwortung ziehen“, konstatiert er. Dabei habe eine Kulturnation wie Deutschland die Verpflichtung, ihre historischen Stätten für kommende Generationen zu erhalten.

„Gerade der Mühlenkreis und Westfalen-Lippe sind reich an Geschichte und wertvollen Denkmälern.“ Von der Denkmalförderung hingen auch heimische Handwerksbetriebe ab, sagte Kampeter.ly

Bis zum Wiederaufbau der Ringmauer sorgt ein Gitterzaun für Sicherheit am Hang des Denkmals.ly