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In Hannovers „Urwald“

Abenteuer im Leine-Dreieck: Ruderriege Schaumburgia unterwegs

BÜCKEBURG/HANNOVER. Eine Gruppe von abenteuerlustigen Ruderinnen und Ruderern der Ruderriege Schaumburgia Bückeburg machte sich kürzlich auf den Weg, um mit 18 Personen und sechs gesteuerten Zweiern das „Leine-Dreieck“ durch die Landeshauptstadt Hannover zu fahren.

veröffentlicht am 25.07.2019 um 11:57 Uhr
aktualisiert am 25.07.2019 um 17:40 Uhr

BÜCKEBURG/HANNOVER. Eine Gruppe von abenteuerlustigen Ruderinnen und Ruderern der Ruderriege Schaumburgia Bückeburg hat sich kürzlich auf den Weg gemacht, um mit 18 Personen und sechs gesteuerten Zweierbooten das „Leine-Dreieck“ durch die Landeshauptstadt Hannover zu fahren.

Die Leine unterhalb der Schleuse Hannover-Herrenhausen ist kein typisches Ruderrevier, selbst die örtlichen Rudervereine trauen sich dort in der Regel nicht hin. Zwischen Hannover und Neustadt ist die Leine sehr schmal, flach und wild, es gibt keine Stege oder echte Anlegemöglichkeiten – zu viel Abenteuer für viele Ruderer.

Nicht so für die Ruderfreunde von Schaumburgia. Als Erstes galt es, eine geeignete Einsetzstelle zu finden. Die ursprünglich geplante Stelle hinter dem Leineabstiegskanal erwies sich als zu steil und zu bewachsen. Rund 500 Meter weiter, direkt neben dem Volksbad Limmer, fanden die Bückeburger dann einen guten Platz, um Autos und Bootsanhänger abzustellen und die Boote einzusetzen. Gegen 10 Uhr waren alle sechs Boote im Wasser.

Erstes Ziel war das Wasserstraßenkreuz in Seelze, an dem der Mittellandkanal die Leine überquert. Was auf der Landkarte wie ein Katzensprung aussieht, sind auf dem kurvenreichen Fluss insgesamt fast 20 Kilometer. „Im Vorfeld hatten wir uns gut über die Leine informiert, wir waren auf viel Abenteuer vorbereitet, und so kam es auch“, schreibt Fahrtenleiter Moritz Schuster in einer Pressemitteilung. „Auf den ganzen 20 Kilometern glaubt man kaum, dass man sich mitten in einer Großstadt befindet.“

Umgestürzte und halb über dem Wasser liegende Bäume vermittelten den Ruderabenteurern eine Art Urwald-Gefühl. Von Häusern und Straßen war nichts zu sehen und zu hören. Das Boot der Fahrtenleitung führte die lange Kette von Booten an und warnte regelmäßig vor Stromschnellen, Untiefen und sonstigen Gefahrenstellen. Auf dieser spannenden Strecke waren also nicht so sehr die Ruderer, sondern besonders die Steuerleute gefragt, die Boote heil durch die vielen engen Kurven zu bringen. Die Anweisung, dass in jedem Boot der erfahrenste Ruderer zu steuern habe, erwies sich als richtig.

Erstaunlich schnell erreichten die Bückeburger die Brücken des Mittellandkanals. Da beide Ufer zum Anlegen eher ungeeignet aussahen, teilten sie sich auf, und auf jeder Seite legten drei Mannschaften an und trugen die Boote nacheinander hoch zum Mittellandkanal. Bevor die Reise dort weiterging, war erst mal Mittagspause angesagt. „Nach dem braunen und flachen Wasser der Leine empfing uns der Kanal mit in der Sonne glitzerndem und sauberem Wasser und lud zur Abkühlung ein“, so Schuster. Es stellte sich heraus, dass alle 18 Teilnehmenden Badesachen dabeihatten.

Nach einer Stunde ging es bei praller Sonne auf dem Mittellandkanal weiter. Nach circa zwei Kilometern bog die Schaumburgia-Gruppe in den Stichkanal in Richtung Hannover-Linden ab. Hier wurde es wieder gemütlicher, und die Jugendlichen gingen noch mal aus den Booten heraus schwimmen.

Nach weiteren acht und insgesamt 30 Kilometern auf dem Stichkanal war mit der Leineabstiegsschleuse in Limmer das Ziel der Tagesfahrt erreicht. Die Leine und der Ausgangspunkt waren jetzt auf dem Land nur noch 500 Meter weit entfernt. So konnten Autos und Anhänger zu Fuß abgeholt werden.s

„Wir werden spätestens im nächsten Jahr das komplette Stück bis Neustadt rudern“, verriet Fahrtenleiter Schuster, der meinte: „Bevor man in der ganzen Welt rudert, sollte man erst mal die heimischen Gewässer kennenlernen.“r




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