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Themenschwerpunkt Senioren in Bückeburg – die Begegnungsstätte

Agiler und fitter – steigende Ansprüche

BÜCKEBURG. Bückeburgs Senioren werden immer älter, aber selbst im hohen Alter auch agiler und fitter. Und damit steigen auch die Ansprüche. Das stellt Heike Sareyka in ihrer täglichen Arbeit immer wieder fest. Die Leiterin der Begegnungsstätte beobachtet die Entwicklung bereits seit 28 Jahren. Folgerichtig werden im Treffpunkt hinter der Stadtkirche Konzeption und Programm immer wieder an die sich ändernden Bedürfnisse angepasst.

veröffentlicht am 13.05.2019 um 13:00 Uhr
aktualisiert am 13.05.2019 um 18:50 Uhr

Beratungs- und Informationsangebote in der Begegnungsstätte, zum Beispiel durch den Seniorenbeirat, werden immer gut angenommen. Foto: Archiv
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Karsten Klaus Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Bückeburgs Senioren werden immer älter, sind aber selbst im hohen Alter agiler und fitter als früher. Und damit steigen auch die Ansprüche. Das stellt Heike Sareyka in ihrer täglichen Arbeit immer wieder fest. Die Leiterin der Begegnungsstätte beobachtet die Entwicklung bereits seit 28 Jahren. Folgerichtig werden im Treffpunkt hinter der Stadtkirche Konzeption und Programm immer wieder an die sich ändernden Bedürfnisse angepasst.

Zwischen 13 000 und 14 000 ältere Bückeburger besuchen die Begegnungsstätte im Jahr. Allein 2018 war die Entwicklung krankheitsbedingt etwas rückläufig, es konnten weniger Sonderveranstaltungen angeboten werden. Für das vergangene Jahr weist der Bericht der Einrichtung daher „nur“ 11 352 Besucher aus.

„In der Seniorenarbeit spielt der Begriff ‚Hochaltrige‘ eine immer größere Rolle“, stellte Sareyka im Gespräch mit dieser Zeitung vor Kurzem fest. Über 90-Jährige, die körperlich und geistig noch gut drauf seien, seien keine Seltenheit mehr. Diese kommen gerne zum Klönen und zum Austausch in die Begegnungsstätte. Andererseits steige auch die Zahl der „jungen Alten“. Wer in den Ruhestand gehe, fühle sich oft überhaupt noch nicht alt. Entsprechend hoch seien die Ansprüche. Kaffeeklatsch allein fülle niemanden aus.

Wer Kontakt sucht oder sich informieren möchte, ist hier gut aufgehoben: die Begegnungsstätte hinter der Stadtkirche. Foto: kk

Viele Gruppen und Vereine, die Volkshochschule, aber auch die Begegnungsstätte stellen sich darauf ein. Es gibt spezielle Fitness-, Sprach- oder Computerkurse. „Wir versuchen, hier im Haus nichts anzubieten, was andere in Bückeburg bereits machen“, sagt Sareyka. Daher liege ein Schwerpunkt in der Begegnungsstätte auf Kunst-, Kultur- und Beratungsangeboten.

Die Kunstgespräche liefen sehr gut, auch die wechselnden Kunstausstellungen fänden viel Anklang. „Da kommen dann auch Besucher ins Haus, die eine Senioreneinrichtung sonst kaum betreten würden“, freut sich die Leiterin. Solche Kontakte seien wichtig, um Vorbehalte abzubauen und auf Angebote aufmerksam zu machen. Die Kunstausstellungen haben allerdings auch noch einen anderen wichtigen Effekt: Die Bilder sorgen immer für Gesprächsstoff, zum Beispiel beim wöchentlichen Frühstückstreff. Apropos Kunst: Montagnachmittag trifft sich übrigens eine offenen Malgruppe in der Begegnungsstätte, die sich über weitere Mitstreiter freuen würde.

Während aktivere Gäste solche Angebote zu schätzen wissen, freuen sich andere, vielleicht nicht mehr ganz so agile Besucher über die klassischen Angebote wie das Sommerfest oder das gemeinsame Grillen. Unterhaltung und Gesprächsstoff über die Generationen hinweg bietet beispielsweise der Musiktreff „Gestatten, alte Platten“.

Woher kommen die Nutzer der Begegnungsstätte? Sareyka beobachtet, dass es immer mehr Senioren in Richtung Innenstadt zieht. Häuser auf den Dörfern würden verkauft, kleine Wohnungen in der Stadt, wo Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte fußläufig zu erreichen sind, seien gefragt. Oft sei auch der Wunsch nach betreutem Wohnen da, könne aber nicht immer erfüllt werden, so Sareyka.

Beratung und Lebenshilfe werden in der Begegnungsstätte großgeschrieben. „Oft kommen auch die Kinder, um sich über Hilfsangebote für ihre Eltern zu informieren“, so die Leiterin der Begegnungsstätte. Großen Anklang fänden inzwischen auch wieder die zahlreichen Selbsthilfegruppe, die sich regelmäßig im Haus träfen.




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