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Kastrationspflicht für alle Jungkatzen in Paderborn / 20 Tierschutzvereine treffen sich am Hasengarten

„Aktion Kitty“ als Vorbild auch für Bückeburg

Bückeburg (jp). Ein umfangreiches Themenspektrum haben die Teilnehmer eines Treffens zahlreicher Tierschutzvereine in Bückeburg angesprochen und diskutiert. Eingeladen hatte der Tierschutzverein Bückeburg-Rinteln und Umgebung e.V. auf das Gelände des Bückeburger Tierheims am Hasengarten, und knapp zwanzig Vereine aus ganz Norddeutschland und Ostwestfalen mit rund vierzig Personen waren der Einladung gefolgt.

veröffentlicht am 25.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 19:21 Uhr

„Es war ein für alle Teilnehmer sehr informatives, nützliches und bereicherndes Treffen“, zog die erste Vorsitzende Monika Hachmeister anschließend Bilanz. „Wir konnten zahlreiche Erfahrungen, Ideen und Kenntnisse austauschen und wollen zukünftig verschiedene Aktivitäten miteinander koordinieren, zum Beispiel die gemeinsame Beschaffung von Futter. Auch wird es solche Treffen sicherlich in Zukunft öfter geben.“

Als größtes Problem brennt allen Tierschutzvereinen die Kostenfrage unter den Nägeln. „Die Betriebskostenzuschüsse durch die Kommunen reichen bei keinem Tierheim“, weiß Monika Hachmeister. „Die Kommunen haben die Zuschüsse seit Jahren nicht erhöht, die Kosten für Futter und tierärztliche Behandlungen sind hingegen immens gestiegen.“ Zudem sei die Zahl der unterzubringenden Tiere enorm in die Höhe geschnellt. Dies betreffe in allen Tierheimen insbesondere Katzen.

Vom Rat beschlossen

Ein Punkt, der die beteiligten Tierschutzvereine zum nächsten wichtigen Thema führte: Dem Kastrationsgebot für Katzen. Was Tierschützer in ganz Deutschland seit Jahren fordern, ist inzwischen in Paderborn Realität. Seit dem 22. September 2008 gilt im gesamten Stadtgebiet eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für alle freilaufenden Katzen über fünf Monaten. Die entsprechende Verordnung wurde vom Rat der Stadt beschlossen und gilt ausdrücklich auch für Bauernhofkatzen.

Detailliert informierte Susan Smith vom bundesweit tätigen und rund 210 000 Mitglieder starken Verein „Aktion Tier“ über das Zustandekommen und die Auswirkungen der Verordnung. „Mit diesem Beschluss hat die Stadt Paderborn Tierschutzgeschichte geschrieben“, so Susan Smith. „Zum ersten Mal wurde das Wohlergehen von Tieren über das Persönlichkeitsrecht der Besitzer gestellt.“ Dabei hätten Rat und Verwaltung sowie Veterinärbehörden, Tierschutzorganisationen und Tierärzte vorbildlich zusammengearbeitet, beispielsweise in Fällen, in denen sich die Besitzer von Katzen die vorgeschriebene Kastration nicht leisten können. Der Verein „Aktion Tier“ unterstützte das Vorgehen der Stadt Paderborn im Vorfeld mit der „Aktion Kitty“, in deren Rahmen zahlreiche Straßenkatzen betreut und kastriert wurden.

Begeistert zeigten sich die Vertreter der übrigen Tierschutzvereine von dem Vorgehen der Stadt Paderborn. „Hier hat ein wirklich historischer Wechsel in der Tierschutzpolitik einer Kommune stattgefunden“, urteilte Monika Hachmeister. „Wir werden alles daran setzen, eine gleichartige Verordnung auch im Zuständigkeitsgebiet unseres Vereins zu erreichen.“ Juristische Rückschläge befürchten die Tierschützer nicht. „Es wird auf jeden Fall Prozesse gegen die Kastrationsvorschrift geben“, erwartet Susan Smith. „Deren Ausgang wird Rechtssicherheit nicht nur für die Stadt Paderborn schaffen, sondern auch für alle anderen Kommunen, die eine solche Verordnung einführen.“




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