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Sozialausschuss will Einrichtung einer Koodinierungsstelle beim Senioren- und Pflegestützpunkt

Angestrebt: Frühere Hilfe bei Demenz

LANDKREIS. Eine bessere Unterstützung für Demenzkranke ist das Ziel: Beim Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises soll eine Koordinierungsstelle „Frühe Information und Hilfe bei Demenz“ (FIDEM) eingerichtet werden. Das jedenfalls hat der Sozialausschuss des Kreistages einstimmig befürwortet.

veröffentlicht am 12.06.2016 um 18:52 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 13:22 Uhr

Nach den Worten einer Tischvorlage der Kreisverwaltung liegt ein Problem der Unterstützung demenziell erkrankter Menschen sowie ihrer Angehörigen darin, dass viele Erkrankte aus verschiedenen Gründen lange auf sich alleine gestellt seien. Sie forderten und bekämen oft erst Hilfe, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten oder die pflegenden Angehörigen am Ende ihrer Kräfte seien. „Dazu müsste es durch frühzeitige Diagnose und Hilfen nicht kommen“, heißt es im Papier.

Das geplante Netzwerk FIDEM stelle eine Möglichkeit dar, durch frühzeitige Diagnostik, Beratung und Vermittlung von Unterstützungsangeboten eine bessere Versorgung, besonders in der häuslichen Umgebung sicherzustellen, somit die Lebensqualität zu erhöhen und die Gesundheit der pflegenden Angehörigen zu erhalten.

Hauptaufgabe der ins Auge gefassten Koordinierungsstelle soll laut Tischvorlage der Aufbau eines lokalen Netzwerkes aus Hausärzten, Ergotherapeuten, Beratungsinstitutionen, Anbietern von niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten sowie Selbsthilfegruppen sein. Eine zentrale Rolle würden die Hausärzte spielen. Durch Sensibilisierung und Qualifizierung der Ärzte sowie ihrer Mitarbeiter könnten die Patienten adäquat versorgt werden und die vorhandenen Versorgungs- und Unterstützungsangebote, einschließlich der noch aufzubauenden demenzspezifischen Ergotherapie, verstärkt in Anspruch nehmen, ist in dem Papier zu leden. So entstehe ein Netzwerk mit ärztlichen und nichtärztlichen Versorgungsstrukturen unter Einbindung der Angehörigen in Selbsthilfegruppen, bei dem die Fäden beim Hausarzt zusammenlaufen.

Im Netzwerk könnten sich die unterschiedlichen Beteiligten untereinander austauschen und die Behandlung von Betroffenen aufeinander abstimmen und optimieren.

Bei einem FIDEM-Modellprojekt in der Region Braunschweig seien seit zwei Jahren 24 Hausarztpraxen, 32 Anbieter von Beratungs- und Betreuungsangeboten sowie sechs Ergotherapiepraxen beteiligt. Ersten Erfahrungsberichten zufolge profitierten alle Beteiligten von dem Projekt, heißt es in der Tischvorlage.




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