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Verein Naturschutz und Heimatpflege Porta bietet Sammelbestellung an

Artenreiche Blumenwiesen für jede Gartengröße

PORTA WESTFALICA. Der Verein Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP) bietet in diesem Sommer erstmals einen besonderen Service an, um die heimischen Gärten insektenfreundlicher zu gestalten: Eine Sammelbestellung von regionalem Saatgut (norddeutsches Herkunftsgebiet) zur Anlage von dauerhaften Blühstreifen oder Blumenwiesen. Jeder Gartenbesitzer kann einen Teil seines Rasens mithilfe der angebotenen Samenmischung aus 33 verschiedenen einheimischen Blütenpflanzen ökologisch aufwerten.

veröffentlicht am 31.05.2021 um 13:26 Uhr
aktualisiert am 31.05.2021 um 16:40 Uhr

Vor der Einsaat muss lediglich der vorhandene Rasen entfernt werden, zum Beispiel mithilfe einer – im Fachhandel ausleihbaren – Maschine abgeschält werden, sodass die Blumenkeimlinge nicht sofort vom vorhandenen Gras überwuchert werden. Nach der Aussaat auf dem feinkrümeligen Boden sollte das Saatgut nur angewalzt werden, da es sich bei den heimischen Pflanzenarten um Lichtkeimer handelt. Anschließend benötigen die Blumensamen Wasser und Wärme zum Keimen und Wachsen. Im ersten Jahr blühen nur der Mohn und die Kornblume auf der neu angelegten Fläche, aber ab dem zweiten Jahr findet man zum Beispiel blühende Margeriten, Salbei, Bocksbart, Labkraut, Glockenblume und Flockenblumen. Die Saatgutmischung besteht zu hundert Prozent aus Blumensamen, sie enthält also keine Gräser, da diese erfahrungsgemäß von allein einwandern. Damit die eingewanderten Gräser die Blumen in den folgenden Jahren nicht überwuchern, muss der Blühstreifen bzw. die Blumenwiese ein- bis zweimal im Jahr (im Juni und/oder September) gemäht werden, empfiehlt der Verein. Anschließend muss das Mähgut auf jeden Fall abgeräumt werden, damit der Boden langsam nährstoffärmer wird, denn auf nährstoffarmem Boden wachsen viel mehr Blütenpflanzen als in stickstoffreicher Erde. Gelingt diese Ausmagerung des Bodens, dann hat man jahrelang Freude an der blühenden Fläche.

Die vom NHP angebotene Samenmischung ist für den anfangs stickstoffreichen Gartenboden in der Sonne ausgelegt, es handelt sich also um Blütenpflanzen der Fettwiese. Der Vorteil dieser Samenmischung besteht darin, dass alle Pflanzen einheimische Arten sind, die demnach komplett (Wurzel, Stängel, Blätter, Früchte) von den bei uns lebenden Tierarten genutzt werden können. ,,Vielerorts ist die blühende Artenvielfalt in unserer Landschaft in den letzten Jahrzehnten so massiv zurückgegangen, dass es kaum noch Insekten gibt. Gegen diesen Trend kann jeder Gartenbesitzer etwas mit seinem Blühstreifen tun“, so der NHP-Vorsitzende Herbert Wiese. Der Portaner Naturschutzverein hat für dieses erste Angebot Saatgut für 2000 Quadratmeter bei einem namhaften Saatgutbetrieb bestellt und gibt die Samenmischung zum Selbstkostenpreis (0,125 Euro pro Quadaratmeter an interessierte Gartenbesitzer ab. ,,Wir möchten es jedem Naturfreund möglichst leicht machen, einen Blühstreifen anzulegen – ohne Mindestbestellwert oder eine riesige Auswahl an Saatgutmischungen, die nur Experten auseinanderhalten können“, so Holger Hansing, der als NHP-Vorstandsmitglied die Aktion ins Leben gerufen hat.

Wer gern das insektenfreundliche Saatgut aussäen möchte, muss lediglich eine Mail an info@nhporta.de mit der geplanten Blühstreifengröße in Quadratmetern senden – die Saatgutausgabe erfolgt dann Mitte Juni am Bürgerhaus in Hausberge. Falls die bestellte Saatgutmenge nicht ausreichen sollte, plant der NHP im September eine zweite Aktion dieser Art.

Die Portaner Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach begrüßt Aktionen zur Schaffung von Blumenwiesen in Porta Westfalica: ,,Als eine der bundesweit 288 Kommunen für biologische Vielfalt wollen wir in Porta Westfalica ein Zeichen für mehr Artenvielfalt setzen. Deshalb unterstütze ich die Initiative der Dorfgemeinschaft Veltheim ,Veltheim blüht auf´ sowie die des NHP ausdrücklich.“r




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