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Erstmalig Kooperation zwischen Kulturverein Bückeburg und Stadttheater Minden

Auf neuen Wegen

BÜCKEBURG. Neue Wege beschreitet der Kulturverein Bückeburg unter seinem Vorsitzenden Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe in der nächsten Spielsaison. Erstmalig wird es im Bereich Schauspiel eine Kooperation mit dem Stadttheater Minden geben.

veröffentlicht am 10.08.2018 um 12:21 Uhr
aktualisiert am 10.08.2018 um 16:50 Uhr

Der Vorstand des Kulturvereins (v. l. Ute Mai, Johanna Harmening, Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe und Hagen Bokeloh) kooperiert in der nächsten Saison mit dem Stadttheater Minden. Foto: GN

Autor:

Gabi Nachstedt
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Bis zum 22. August können sich die Kulturinteressierten aus Bückeburg für drei Darbietungen entscheiden und erhalten dann bevorzugte Premiumplätze. Vorgestellt wurde dieser neue Weg des Kulturvereins während der jüngsten Jahresversammlung.

Der Hintergrund der Kooperation: Schatzmeister Hagen Bokeloh hatte in seinem Bericht zur wirtschaftlichen Entwicklung des Vereins Einnahmen von 75 000 Euro durch Eintrittsgelder ein Ausgabenvolumen von 115 000 Euro gegenübergestellt. Der Verlust wird jedoch durch Zuschüsse, Spenden und Mitgliedsbeiträge deutlich gemildert, sodass aus der vergangenen Saison nur ein Minus von 4700 Euro bleibt. Bokeloh sprach von einer „soliden Finanzlage“, bei leicht steigenden Mitgliederzahlen.

Damit es in der neuen Spielsaison jedoch nicht wieder zu Verlusten bei schlecht besuchten Theaterdarbietungen kommt, hat sich der Kulturverein zu der besagten Kooperation mit dem Stadttheater in Minden entschlossen. Dazu Johanna Harmening: „In Großstädten muss man auch mal 15 Kilometer bis zu einem Theater fahren. Warum soll das bei uns nicht mit Minden machbar sein?“

Angeboten werden am 3. November das Stück „Tabu“ nach dem Roman von Bodo von Schirach, am 7. Februar „Richard III.“ und am 29. April das Schauspiel „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Bertolt Brecht. Interessierte können sich bis zum 22. August in der Geschäftsstelle melden. Ein Kontingent von bevorzugten Plätzen ist für den Kulturverein reserviert.

Johanna Harmening verlas bei der Jahresversammlung als Geschäftsführerin den Bericht des Vorstandes: Im Oktober feierte der Kulturverein seinen 70. Geburtstag mit dem Festkonzert der Göttinger Symphoniker. Zu diesem Konzert waren 500 Zuhörer gekommen. Sogar noch besser besucht war das Neujahrskonzert mit 620 Gästen, das auch gleichzeitig ein Abschiedskonzert für den Chefdirigenten Christoph-Mathias Mueller war.

Ausgebucht waren in der vergangenen Saison auch die drei Kammermusiktage. Dabei war auch die aus Bückeburg stammende Sopranistin Helen Rohrbach, am Klavier begleitet von ihrem Mann, zu hören.

Die drei Theaterstücke, die auf dem Spielplan standen, brachten leider nicht die erhofften Zuschauerzahlen. Dafür waren aber die Veranstaltungsreihe „Unterhaltung zum Abheben“, Frank Suchlands Einblick in das Leben Hermann Hesses und die Darbietungen der „Poetischen Momente“ gut besucht.

Dank der Unterstützung durch die niedersächsischen Volks- und Raiffeisenbanken gab es in der vergangenen Vorweihnachtszeit drei Aufführungen für Kinder. „Pippi plündert den Weihnachtsbaum“ mit einer Vormittags- und Nachmittagsvorstellung lockte über 800 Kinder in den Rathaussaal. Das Figurentheater Gerhard Seller spielte den Klassiker „Peter und der Wolf“, zu dem 150 Kinder in den Joël-Le-Theule-Saal gekommen waren.

Eine beachtenswerte Sonderveranstaltung war im April das gemeinsame Chorkonzert der Schaumburger Märchensänger und des Schaumburger Jugendchores. Dabei fanden nach langen Jahren beide Chöre zu einem Konzert anlässlich des 70. Geburtstags des Kulturvereins zusammen. Am Ende intonierten sie gemeinsam für die 300 Zuhörer „Mein Vater war ein Wandersmann“. Nach Abzug aller Kosten wurden an die Vereinskasse von jedem Chor 1500 Euro überwiesen.

Im voll besetzten Rathaussaal trat im Februar der Schauspieler Ulrich Tukur mit seinen „Rhythmus Boys“ auf. Hier ging es schon im Vorverkauf turbulent zu. Nach Ansicht des Vorstandes erlebten die Zuhörer „eine Sternstunde der Unterhaltung“.

Nicht zu vergessen: Einstimmig wurde am Ende der Jahresversammlung für eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge von 20 Euro auf 25 Euro votiert.

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