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Feuerwerker Karl Heinz Clemens entfernt Zünder schneller als geplant

Aufatmen in Todtenhausen: Bombe ohne Probleme entschärft

Minden (mt/lkp). Ohne Probleme hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst gestern eine Fliegerbombe in Minden-Todtenhausen entschärft. Um 11.50 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben.

veröffentlicht am 22.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 18:21 Uhr

Um 12 Uhr hätte die Entschärfung nach dem ursprünglichen Zeitplan beginnen sollen. Um 11.52 Uhr verkündet Roger Pretzer vom Ordnungsamt der Stadt den Evakuierten in der Hauptschule Todtenhausen, dass sie jetzt in ihre Häuser zurückkehren könnten. Nach einem solch reibungslosen Ablauf hat es zwei Stunden zuvor noch gar nicht ausgesehen. Kurz vor 9 Uhr trifft Feuerwerker Karl Heinz Clemens von der Außenstelle Detmold des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Arnsberg mit seinem Kollegen Ralf Kuhlpeter vor Ort ein. „Die Schwierigkeit hier ist, dass die Bombe so tief in der Erde liegt“, erklärt der Feuerwerker mit 30 Jahren Berufserfahrung.

Ein weiteres Problem stellt das ständig nachdrängende Grundwasser auf der tief gelegenen Wiese unmittelbar neben der Haselbeke dar. Deshalb laufen seit vergangener Woche unablässig Pumpen. Seit Montag legen Ralf Schierenbeck, ebenfalls Feuerwerker, und seine beiden Kollegen von der privaten KMB Kampfmittelbergung GmbH die Bombe frei. Keine leichte Aufgabe für Baggerfahrer Harald Ritterbusch – je tiefer die Schaufel grub, desto weniger konnte er sehen.

Dank der zügigen und disziplinierten Evakuierung kann die Entschärfung trotz Nieselregens schon um 10.30 Uhr beginnen. Ohne Schutzkleidung steigt Clemens in das Loch hinab. „Wovor soll die schützen?“, sagt er. 576,5 Kilogramm Sprengstoff stecken in dem Stahlmantel. Läge die Bombe nicht so tief, hätte die Bevölkerung in einem Umkreis von einem Kilometer evakuiert werden müssen. Aus der Höhe reicht Ralf Kuhlpeter Werkzeug an. Selbst die KMB-Kollegen haben den Bannkreis verlassen, und auch zwei Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr warten jenseits der 500-Meter-Marke – nur für den Fall der Fälle.

Trotz der jahrzehntelangen Lagerung im feuchten Untergrund gelingt es Karl Heinz Clemens relativ schnell, den Zünder zu entfernen. Danach wird die nicht mehr hochexplosive, aber immer noch gefährliche Bombe mithilfe des Baggers auf einen Lkw verladen. „Sie kommt jetzt nach Büren-Ringelstein, wo sie zerlegt wird“, sagt der Spezialist.

Um 11.45 kommt Entwarnung. Kurz nach 12 Uhr trifft auch Grundstücksbesitzer Thomas Wirtz mit seiner Frau Sigrid wieder zu Haus im Haselweg ein. Seine Bereitschaft, den Bach zwischen Haus und Wiese auf einer Länge von 250 Metern renaturieren zu lassen, hat die Bombenentschärfung ausgelöst. Denn er erinnerte sich daran, dass mal auf der Wiese, die ihm damals noch nicht gehörte, nach Blindgängern gesucht worden sei. Und ältere Nachbarn wussten noch von den Bombenabwürfen im Oktober 1944. „Vor zehn Jahren war ich schon mal auf der Wiese“, sagt Clemens. Aber damals sei noch nichts genau geortet worden.




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