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Eveser Dorfwerkstatt will integratives Entwicklungskonzept erarbeiten

Aus Schwächen Stärken werden lassen

EVESEN. Rund 70 Interessierte sind der Einladung zur ersten Eveser Dorfwerkstatt ins Hotel/Restaurant „Große Klus“ gefolgt. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines integrativen Dorfentwicklungskonzepts, um sich den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu stellen. „Wir wollen überlegen, wo die Reise hingehen kann“, legte Björn Sassenberg dar.

veröffentlicht am 10.05.2019 um 12:49 Uhr
aktualisiert am 10.05.2019 um 18:40 Uhr

Rund 70 Interessierte folgen der Einladung zur ersten Eveser Dorfwerkstatt. Fotos: bus
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Herbert Busch Reporter
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EVESEN. Rund 70 Interessierte sind der Einladung zur ersten Eveser Dorfwerkstatt ins Hotel-Restaurant Große Klus gefolgt. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines integrativen Dorfentwicklungskonzepts, um sich den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu stellen. „Wir wollen überlegen, wo die Reise hingehen kann“, legte Björn Sassenberg dar.

Er freue sich über die gute Resonanz, man werde eine ganze Menge für die Ortschaft erreichen können, ergänzte der Fachbereichsleiter Planen und Bauen. Allerdings könne das große Ziel, die Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm – Sassenberg: „Das ist der ganz große Fördertopf“ – in diesem Jahr voraussichtlich nicht erreicht werden. Zumal in dieser Kategorie Evesen allein als Antragsteller nicht ausreiche. Eventuell könnten Meinsen-Warber oder sogar alle Dörfer der Nordregion einbezogen werden.

Ortsbürgermeister Horst Schwarze machte die Entwicklung an der stetig abnehmenden Zahl der örtlichen Gaststätten sowie den Schließungen des „Netto“-Marktes (Mitte des Jahres) und der Tankstelle in Röcke (eventuell Ende des Jahres) fest. „Das sind Sachen, die einen unruhig werden lassen können“, gab Schwarze zu Protokoll. Jetzt sei es wichtig, gemeinsam Ideen zu entwickeln, „Und heute wollen wir damit anfangen.“

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Ortsbürgermeister Horst Schwarze

„Wir wollen erst einmal gucken, wo wir eigentlich stehen: Was ist gut, was ist schlecht, was könnte auf uns zukommen?“, erläuterte Sassenberg. Damit das Gucken nicht vollends durcheinandergerät, hat die Stadt fachkundige Hilfestellungen in das Projekt integriert. Mit im Boot sitzen die Büros „Plan HC“ (Bad Nenndorf, Ivar Henkel) sowie „Mensch und Region“ (Hannover, Matthias Lange).

„Dorfentwicklung kann zur Stärkung der Eigenkräfte des ländlichen Raumes beitragen und Initiativen zu gemeinschaftlichen Aktionen und Investitionen anregen“, führten die Fachleute aus. Die Dorfregion entscheide selbst, wie sie mit den ihr innewohnenden Stärken die zukünftigen Entwicklungstrends aktiv aufgreife und aus bisherigen Schwächen Stärken werden lasse.

Die Experten wollen sich der Gesamtthematik zunächst auf sieben einzelnen Handlungsfeldern nähern – Siedlungsstruktur, Innenentwicklung, Baukultur; Wirtschaft, Landwirtschaft, Gewerbe; Tourismus, Naherholung; Mobilität, Verkehr; Demografie, Soziales, soziale Infrastruktur, Inklusion; Klimaschutz, Ökologie, Natur, Landschaft; Zusammenarbeit, Vernetzung.

Die Teilnehmer wirkten zwischenzeitlich ein wenig mitgenommen von der über sie hereinbrechenden Faktenfülle. Jedenfalls mochte trotz mehrfacher Aufforderung niemand eine Nachfrage stellen. Das wird sich womöglich während der für Donnerstag, 6. Juni, von 17.30 bis 21 Uhr ebenfalls in der Großen Klus geplanten zweiten Zusammenkunft der Dorfwerkstatt ändern.

Im Juni soll über eine Strategie und ein Leitbild für die Dorfentwicklung diskutiert und eventuell ein Antrag für die Aufnahme in das niedersächsische Förderprogramm erarbeitet werden. Alle Beschlüsse bedürfen der Zustimmung des Stadtrates.

Die Werkstatt geht auf eine Initiative des Ortsrates zurück, die die Ortsteile Evesen, Petzen, Röcke, Berenbusch und Nordholz umfasst.




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