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Flächendeckendes Tempo 30 in der Kernstadt soll noch überarbeitet werden

Ausschuss tritt auf die Bremse

BÜCKEBURG. Weil die Gruppen und Fraktionen noch weiteren Beratungsbedarf haben und die Verwaltung noch einmal am Konzept arbeiten will, ist der Tagesordnungspunkt von flächendeckenden Tempo-30 Zonen in den Wohngebieten und Quartieren der Stadt von der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses genommen worden. Wie Baubereichsleiter Björn Sassenberg sagte, wolle die Verwaltung noch einmal an den Planungen arbeiten, auch unter Einbeziehung der Polizei. Die Ergebnisse der Verwaltung sollen dann in den Gruppen und Fraktionen vorgestellt und anschließend öffentlich beraten werden.

veröffentlicht am 02.05.2019 um 14:59 Uhr
aktualisiert am 02.05.2019 um 18:30 Uhr

Geht es nach dem Planungsbüro, sollen im Zuge von Tempo 30 in der gesamten Kernstadt Bückeburgs die Bushaltestellen auf der oberen Lange Straße auf die Fahrbahn verlegt werden. Die Verwaltung hält diesen Vorschlag für nicht umsetzbar. Die Politik mus
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Weil die Gruppen und Fraktionen noch weiteren Beratungsbedarf haben und die Verwaltung noch einmal am Konzept arbeiten will, ist der Tagesordnungspunkt von flächendeckenden Tempo-30 Zonen in den Wohngebieten und Quartieren der Stadt von der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses genommen worden. Wie Baubereichsleiter Björn Sassenberg sagte, wolle die Verwaltung noch einmal an den Planungen arbeiten, auch unter Einbeziehung der Polizei. Die Ergebnisse der Verwaltung sollen dann in den Gruppen und Fraktionen vorgestellt und anschließend öffentlich beraten werden.

In den vergangenen Monaten hat die Planungsgemeinschaft Dargel Hildebrand GbR aus Hannover mehrere Einzelmaßnahmen vorgeschlagen, die in zwei Phasen umgesetzt werden sollen: erst die Einrichtung von Tempo-30-Zonen, dann bauliche Maßnahmen. Einbezogen wurden laut der Vorlage der Verwaltung die Wohngebiete nördlich und südlich der Petzer Straße, das Höppenfeld und die Hinüberstraße, der Hofgarten, der Südharrl, die Fürst-Ernst-Straße mit englischer Siedlung rechts und links, Bergdorf und die Wohnquartiere südöstlich von Lange Straße und Schulstraße.

Die Straßen mit Netzfunktion des innerstädtischen Ringes wie etwa die Hinüberstraße oder die Wilhelm-Raabe-Straße sollen als vorfahrtsberechtigte Straßen erhalten bleiben. Auch die Ulmenallee sowie die Herminenstraße bleiben aufgrund der Buslinien und der verkehrlichen Bedeutung nach den Vorschlägen der Planer Vorfahrtsstraßen. Aus Gründen der Einheitlichkeit sollen der obere Teil der Langen Straße, die Schulstraße und der Wieheweg ebenfalls als Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden.

In der zweiten Phase sollen dann auch bauliche Maßnahmen folgen. Vorgeschlagen wird die Verlegung von Stellplätzen an der Ulmenallee, die Entfernung von Markierungen an der Hermannstraße oder der östlichen Einfahrt in die Lange Straße oder aber der Schulstraße – Maßnahmen, denen die Verwaltung zustimmen könnte.

Erhebliche Bedenken hat sie laut der Vorlage dagegen mit Vorschlägen des Büros, die Bushaltestellen an der Langen Straße auf die Fahrbahn zu verlegen. Dagegen spreche aus Sicht der Busunternehmen die hohe Frequenz der Busse, die diese zentralen Haltestellen anfahren. Vielfach würden diese Haltestellen von den Busfahrern für eine Lenkpause genutzt. Die Haltestelle stelle nach der Schließung des Bahnhofskiosks die einzige Möglichkeit für die Busfahrer dar, eine Toilette zu nutzen: „Unter diesen Voraussetzungen ist eine Verlegung der Bushaltestellen auf die Fahrbahn keine Alternative.“

Ebenso lehnt die Verwaltung eine Verlegung der Bushaltestelle an der Herminenstraße die Straße hinauf ab. Nach dem Abriss des Krankenhauses werde die Haltestelle überwiegend von Schülern des Gymnasiums Adolfinum frequentiert, der Weg dorthin würde sich deutlich verlängern. Aufgrund der geringen Häufigkeit des Busverkehrs stehe der Mehrwert der Verkehrsberuhigung in keinem Verhältnis zu den Kosten, die auf 8000 Euro taxiert werden.

Letztlich will die Verwaltung auch nicht dem Vorschlag des Büros folgen, die Einbahnstraßenregelung an der Plettenbergstraße umzukehren, um den Schleichverkehr zum Gymnasium zu unterbinden. Die Umkehrung hätte zur Folge, dass die vorhandenen Stellplätze entlang der Plettenbergstraße nicht mehr sicher genutzt werden könnten, weil aufgrund der geringen Breite des Parkstreifens auf der Ausstiegsseite nicht mehr genügend Platz wäre.

Die Kosten für flächendeckendes Tempo 30 werden auf 21 000 Euro geschätzt: 10 000 Euro für die Beschilderung, 11 000 Euro für die baulichen Maßnahmen. Im Haushalt 2019 ist dieses Geld nicht eingeplant, soll aber für den Etat 2020 bereitgestellt werden, so die Empfehlung der Verwaltung.




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