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Tiefe Ergriffenheit

Bach-Weihnachtsoratorium im Kantaten-Festgottesdienst

BÜCKEBURG. Der am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Stadtkirche gefeierte Kantaten-Festgottesdienst hat der Zuhörerschaft zu tiefer Ergriffenheit verholfen. Ausschnitte aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium stellten einmal mehr dessen geniales Gespür für große musikalische Momente unter Beweis. Lang anhaltender Schlussapplaus belohnte die engagierten Leistungen der Akteure.

veröffentlicht am 27.12.2018 um 12:46 Uhr

Daniel Eggert (von links), Florian Lohmann, Stefanie Rüther und Sarah Davidovic überzeugen als Solisten. Foto: bus
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Autor

Herbert Busch Reporter
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In einem gewöhnlichen Konzert hätte bereits dem hell-jubilierenden Eingangschor „Jauchzet, frohlocket“, genügend Potenzial innegewohnt, um Sängern und Musikanten zu stehenden Ovationen zu verhelfen. Da ein Gottesdienst indes nicht einmal einen spontanen Zwischenbeifall vorsieht, sparten die Besucher ihre Belohnung bis zum Schluss auf.

„Wir möchten zum Ausklang dieser weihnachtlichen Tage etwas mitnehmen in die kommenden Zeiten, etwa den Jubel und die Dankbarkeit“, meinte Oberprediger Dr. Wieland Kastning in seinen Begrüßungsworten. „Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir diesen Gottesdienst fröhlich und gestärkt verlassen.“

In seiner Predigt nahm Kastning die in Bethlehem betenden Hirten und Weisen als Stellvertreterbeispiele. „Sie stehen repräsentativ für alle Völker und für Menschen jeden Alters und jeder Gehaltsgruppe, für Gesunde und Kranke, für Einfältige und Gebildete und für Glaubende und ich sehe sie auch für Zweifelnde und Ahnungslose an der Krippe stehen“, führte der Geistliche aus.

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Zum Auftakt dirigiert Siebelt Meier Barockorchester, Märchensänger und Kantorei. Foto: bus

Vor der Predigt waren die Besucher zweimal aufgefordert, sich mit Gemeindeliedern in den Kreis der Interpreten einzureihen. „Herbei o ihr Gläubigen“ und vor allem „Es ist ein Ros entsprungen“ erklangen mit selten erlebter Leidenschaft.

Gemeinde stimmt

kräftig mit ein

Bei den Chorälen und Soloarien standen diesmal die Kantaten 1, 2, 5 und 6 auf dem Programm. Im Chor fanden Mitglieder der Stadtkirchenkantorei (Leitung: Siebelt Meier) und der Schaumburger Märchensänger (Leitung Sascha Davidovic) zusammen. Den Orchesterpart übernahmen auf historischen Instrumenten spielende Musiker der Barockformation L’Arco (Hannover). Als Solisten überzeugten Sarah Davidovic (Sopran), Stefanie Rüther (Alt), Florian Lohmann (Tenor) und Daniel Eggert (Bass).

Im Anschluss an Fürbitte und Vaterunser verhalfen der Schlusschor „Dona nobis pacem“ aus Bachs h-moll-Messe und das Gemeindelied „O du fröhliche“ dem Festgottesdienst zu weiteren Gänsehautmomenten.

Kastning dankte der Sparkasse Schaumburg, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, dem Verein zur Förderung der Kirchenmusik an der Stadtkirche Bückeburg und großzügigen privaten Spendern für deren Unterstützung.

Termin: Die Reihe der Stadtkirchenkonzerte wird am Mittwoch, 2. Januar, mit einem Gastspiel der Formation „Reverent Gregory M. Kelly & the Best of Harlem Gospel“ fortgesetzt.




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