weather-image
Gutachter: Zu viel Sprengstoff in Bohrlöchern

Barbara gibt Fehler zu

Kleinenbremen/Wülpke (ly). Zweieinhalb Monate nach dem Sprengunfall im Steinbruch Wülpker Egge hat die Barbara Erzbergbau GmbH Versäumnisse eingeräumt und um Vertrauen geworben. „Da ist ein Fehler geschehen. Wer das infrage stellt, sagt die Unwahrheit“, erklärte Geschäftsführer Dr. Siegfried Klingebiel im Bezirksausschuss, wo das Gutachten vorgestellt wurde. „Wenn uns so etwas noch einmal passiert, rüttelt dies an der Existenz der Barbara“, ergänzte Klingebiel. Nach einer Sprengung im Tagebau hatte ein Gesteinsbrocken das Dach eines 500 Meter entfernten Hauses am Wülpker Eckerngarten beschädigt (wir berichteten).

veröffentlicht am 22.09.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 23:21 Uhr

„Wir haben dafür zu sorgen, dass unsere Mitarbeiter geschult werden“, sagte Klingebiel, der in Begleitung weiterer Geschäftsführer gekommen war. „Geben Sie uns eine Chance, aus dieser Sache zu lernen“, bat er das Ortsgremium, das viele kritische Fragen hatte. Teilweise scheinen sie nun besänftigt. „Ihre Aussage hat mich überzeugt, dass wir in nächster Zukunft gut zusammenarbeiten können“, zollte sogar Dieter Lichte, der die Barbara-Aktivitäten seit vielen Jahren kritisch beobachtet, Klingebiel Anerkennung. Friedrich Vogt, Vorsitzender des Ausschusses, pflichtete mit Blick auf die jüngere Firmenpolitik bei: „Das Verhältnis zur Barbara hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Vor längerer Zeit wäre das, was Sie gerade gesagt haben, hier nicht möglich gewesen.“ Der Vorsitzende spielte damit auf frühere Betreiber an, die „nach Bergherren-Art verfahren“ hätten, wie es Ausschussmitglied Dietrich Müller-Prasuhn kürzlich genannt hat.

Zuvor hatte ein Sachverständiger das Wort. Gutachter Detlef Wendt, den die Barbara in Abstimmung mit der Bezirksregierung Arnsberg beauftragt hat, die Ursachen des Unglücks zu erforschen, geht von mehreren Fehlern aus. Er kommt zu dem Schluss, dass beim Befüllen der Bohrlöcher loser Sprengstoff in der zerklüfteten Oberfläche verlaufen sei „und dadurch eine brisante Wirkung entfaltet hat“, wie es in einer Presseerklärung der Barbara heißt. Außerdem wurde offenbar zu viel Sprengstoff eingesetzt. „Die Beteiligten werden von mir nun gründlichst nachgeschult“, betonte Wendt.

Parallel läuft ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren, dem Vernehmen nach wegen Sachbeschädigung. „Ich habe einen Bericht an die Staatsanwaltschaft Bielefeld geschickt“, erklärte Ralf Schebaum, Dezernent für Bergbau bei der Bezirksregierung.




Kommentare