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„Behindertes Kind“: Hannoveraner Ordnungshüter beschimpfen Bückeburger Schüler

Diese Geschichte kann man sich nicht ausdenken: Wie einem Beschwerdebrief des Gymnasiums Adolfinum an die Landeshauptstadt zu entnehmen ist, haben ausgerechnet Mitarbeiter des Fachbereichs „Öffentliche Ordnung“ eine Gruppe von Gymnasiasten aus Bückeburg wild beschimpft. Worte wie „Kleine Ratte“, „Göre“ und „behindertes Kind“ sollen gefallen sein. Die Bitte der begleitenden Lehrerinnen, Rücksicht zu nehmen, führte nur dazu, dass diese ebenfalls „unflätig beschimpft“ wurden.

veröffentlicht am 16.12.2018 um 11:22 Uhr

Noch bester Laune: Die Kinder der Klasse 8.1 im Zoo von Münster

Autor:

Volkmar Heuer-Strathmann
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Bückeburg/Hannover. Die Westfalenbahn ist nicht dafür bekannt, in Sachen Alkoholkonsum besonders nachlässig zu sein. Im Gegenteil. Am 26. September 2018 jedoch musste die Klasse 8.1 des Adolfinum, die sich auf der Rückfahrt von Münster nach Bückeburg befand, Erschreckendes erleben. In Osnabrück nämlich, so ist einem Beschwerdebrief an die Landeshauptstadt Hannover zu entnehmen, sei eine Gruppe alkoholisierter Erwachsener zugestiegen. Ein Betriebsausflug. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des „Fachbereichs Öffentliche Ordnung“ der Stadt Hannover, Ordnungshüter also. Im Verlauf der Fahrt fielen gegenüber den Schülern Worte wie „kleine Ratte“, „Göre“ und „behindertes Kind“. Belegte Plätze seien eingenommen und der Durchgang erschwert worden.

Die Sache nahm ihren Lauf, mit jedem weiteren Tropfen. Die Bitte der beiden begleitenden Lehrerinnen Silke Seifert und Imke Röder, Rücksicht auf die Schülergruppe zu nehmen, habe dazu geführt, dass nun die Damen „ignoriert, belächelt und sogar unflätig beschimpft“ worden seien. Provozieren ließen sich die jungen Adolfiner und ihre Begleiterinnen zum Glück nicht. Später wurde der Vorfall intensiv in der Klasse besprochen.

Als Bagatelle wollte man die Sache seitens der Schulleitung auf keinen Fall durchgehen lassen. Also brachte Schulleiter Michael Pavel den Fall in Hannover vor. Nun gibt es endlich eine Antwort. Darin entschuldigt sich die Städtische Leitende Direktorin für das unmögliche Benehmen und weist darauf hin, dass selbstverständlich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses erwartet werde, dass sie auch im Rahmen eines Betriebsausfluges „rücksichtsvoll und freundlich“ sind gegenüber Mitreisenden. Man habe das Schreiben aus Bückeburg weitergeleitet an die verantwortlichen Begleiter und Vorgesetzten und „entsprechend deutliche Hinweise für die Zukunft“ gegeben.

BU: Noch bester Laune: Die Kinder der Klasse 8.1 im Zoo von Münster




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