weather-image
13°

Brandeinsatz wirkt nach – Bürger beleidigen Feuerwehrleute und missachten Sperrmaßnahmen

Bei Großbrand: Kindergartengruppe und Bus drängen sich durch Einsatzstelle

BÜCKEBURG. Das Großfeuer an der Obertorstraße ist gelöscht, doch der Einsatz wirkt bei den Freiwilligen der Feuerwehr immer noch nach. Passanten hätten die Absperrungen missachtet und sich dadurch in Gefahr gebracht, sagt Feuerwehrsprecher Moritz Gumin. „Schlimmer noch, sie haben Feuerwehrleute, die Bürger auf die Gefahren und Absperrungen hinweisen wollten, auch beleidigt.“

veröffentlicht am 07.02.2019 um 16:51 Uhr
aktualisiert am 07.02.2019 um 18:20 Uhr

Bürger, die Absperrungen missachten und Einsatzkräfte beleidigen, sind auch für den stellvertretenden Stadtbrandmeister Oliver Liese ein Ärgernis. Foto: leo
Leonhard Behmann

Autor

Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

BÜCKEBURG. Das Großfeuer an der Obertorstraße in Bückeburg ist gelöscht, doch der Einsatz wirkt bei den Freiwilligen der Feuerwehr immer noch nach. Passanten hätten die Absperrungen missachtet und sich dadurch in Gefahr gebracht, sagt Feuerwehrsprecher Moritz Gumin. „Schlimmer noch, sie haben Feuerwehrleute, die Bürger auf die Gefahren und Absperrungen hinweisen wollten, auch beleidigt.“

Fußgänger seien unter dem gespannten rot-weißen Flatterband hindurchgegangen und durch die Einsatzstelle gelaufen. „Als Kameraden sie darauf hingewiesen haben, dass Teile des Brandhauses auf die Straße fallen könnten, haben die Leute unter anderem gesagt: ‚Was geht Sie das an? Machen Sie lieber Ihre Arbeit‘“ – so jedenfalls stellt Gumin die Situation am Einsatzort dar. Diese Ereignisse hätten die Freiwilligen „demotiviert“. „Wir sind alle ehrenamtlich im Einsatz – und dann werden wir so von der Seite angegangen“, sagt Gumin.

Für den stellvertretenden Stadtbrandmeister Oliver Liese sind derartige Zwischenfälle ein Ärgernis. „Es kommt immer wieder mal an Einsatzstellen vor, dass Passanten einfach durch die Absperrung gehen“, sagt Liese. Während des Löscheinsatzes am Montagmorgen hat er beobachtet, wie eine ganze Kindergartengruppe mit ihren Erziehern durch den gesperrten Bereich gelaufen ist. „Das ist gefährlich. Eigentlich sollte es klar sein, dass man nicht einfach durch abgesperrte Bereiche geht“, sagt Liese, der den Großeinsatz am Montag geleitet hatte.

Gefährlich für die Einsatzkräfte sei es geworden, als Autofahrer aus ihren Wagen gestiegen seien und Absperrbaken weggeräumt hätten, um durchfahren zu können, erzählt Feuerwehrsprecher Gumin. Auch eine Busfahrerin habe die Straßensperrung missachtet – sie sei schließlich in der Einsatzstelle stecken geblieben. „Wir Feuerwehrleute arbeiten in abgesperrten Sektor und rechnen nicht damit, dass jemand in die Einsatzstelle fährt. Das kann zu schweren Unfällen führen, bei denen Feuerwehrleute ernsthaft verletzt werden können“, meint Gumin.

Die Szenen erinnern den Feuerwehrmann an einen Einsatz am Jetenburger Hof im Jahr 2015. „Auch hier war die Einsatzstelle abgesperrt. Ein Anwohner wollte aber unbedingt in seine Hofeinfahrt fahren“, erzählt Gumin. Dabei sei der Mann einem Feuerwehrmann über den Fuß gefahren.

Generell sei die Situation aber nicht so schlimm wie in Großstädten, wo Einsatzkräfte schon angegriffen worden seien, meint der stellvertretende Stadtbrandmeister Liese. „Wir sind froh, dass es in Bückeburg bisher keine körperlichen Angriffe auf uns gab.“

Bei der Polizei Bückeburg kann man sich an keinen Fall erinnern, wo Bürger die Absperrungen missachtet hätten. „Wenn wir so etwas mitbekommen, greifen wir sofort ein“, sagt Polizeihauptkommissar Matthias Auer. Ein generelles Problem sieht der Beamte aber nicht. „Uns ist nicht bekannt, dass es bei dem Großbrand am Montag zu Beleidigungen gekommen ist, es wurden auch keine angezeigt“, sagt Auer.

Der Hauptkommissar weist darauf hin, dass jeder Bürger, der eine Absperrung missachte, auf eigene Gefahr handele.

Auch wenn sogenannte Gaffer bei dem Großfeuer an der Obertorstraße kein Problem darstellten, hat Feuerwehrsprecher Gumin noch einen Ratschlag. „Die Leute sollten nicht gaffen, sondern zu uns in die Feuerwehr kommen und etwas Gutes tun“, meint Gumin.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare