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Bürgerinitiative: „Kein Heilsbringer“

Bigtab nimmt Stellung zur Werbetour pro A 2- Bahntrasse

BÜCKEBURG. In einer Pressemitteilung nimmt die Bürgerinitiative Bigtab Stellung zu den Aktivitäten der „Initiative Deutschland-Takt“ pro A 2- Bahntrasse.

veröffentlicht am 07.05.2019 um 14:25 Uhr
aktualisiert am 07.05.2019 um 18:40 Uhr

Ein kompletter Neubau würde nach Ansicht der Bigtab den Rahmen der Verhältnismäßigkeit sprengen, weil ihrer Ansicht nach nur eine verschwindend kleine Gruppe davon profitieren würde. Foto: Archiv jp

BÜCKEBURG. Die Bürgerinitiative Bigtab bringt sich gegen die „Initiative Deutschland-Takt“, die für eine Bahntrasse entlang der A 2 plädiert, in Stellung. Seit Längerem, so Gesine Frank und Thomas Rippke, propagiere diese Initiative den Neubau einer Bahntrasse zwischen Bielefeld und Hannover entlang der A 2-Trasse südlich des Wesergebirges und durch das Auetal.

„Aus Sicht von Fernreisenden und jenen, die eine visionäre Trendwende in der Verkehrspolitik fordern, ist dies durchaus nachvollziehbar und klingt verlockend“, heißt es in der Bigtab-Pressenotiz. „Wer sich jetzt in Minden und Porta Westfalica die Hände reibt und denkt, damit sei ein Trassenneubau – womöglich mit Tunnel durch den Jakobsberg – vom Tisch, irrt.“

Ein Blick ins Portemonnaie, so Frank und Rippke, lasse diesen Traum schnell platzen. Das Bundesverkehrsministerium (BVMI) schiebe einen milliardenschweren Investitionsstau im Bereich Schiene vor sich her, „geschätzt 60 Milliarden Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Digitalisierung. Allein daran gemessen wirkt der jährliche Etat von 1,6 Milliarden Euro wie ein Witz“. Ein Fachmann, als der „Deutschland-Takt“-Initiativensprecher Rainer Engel sich nicht zu Unrecht bezeichnen könne, wisse genau, „dass die Kosten für ein solches Neubauprojekt immens wären. Vermutlich verliert er deshalb auch kein Wort darüber“.

Ein kompletter Neubau würde nach Ansicht der beiden Bigtab-Sprecher zudem den vertretbaren Rahmen der Verhältnismäßigkeit sprengen, weil nur eine verschwindend kleine Gruppe davon profitieren würde. Eines sei klar: Der Engpass für den Schienenverkehr durch die Zweigleisigkeit zwischen Wunstorf und Minden bliebe bestehen. „Pendler und Güterverkehr“, so Rippke und Frank, „hätten kaum Nutzen von einer superschnellen Fernbahn, Anwohner würden weiterhin vergeblich auf bessere Gleistechnik und Lärmschutz warten. Der Beseitigung eben dieses Engpasses wurde 2016 im Bundestag mehrheitlich dem Bundesverkehrswegeplan zugestimmt.“ Darin sei der Ausbau und/oder Neubau jenes Teilstücks von vorrangigem Bedarf beschlossen worden, heißt es in der Bigtab-Pressemitteilung weiter. „Wäre ein kompletter Neubau entlang der A 2 – wie von Herrn Engels und zuletzt auch Staatssekretär Enak Ferlemann favorisiert – damit noch zu rechtfertigen, zumal er um ein Vielfaches mehr kosten würde?“, fragen Rippke und Frank.

Auch aus ökologischer Sicht sei dieser Neubauplan kein Heilsbringer: „In unserer ohnehin von Verkehrsadern durchschnittenen Landschaft kämen eine weitere Schneise und einige Tunnels hinzu, denn die Schienenführung kann nicht überall der Autobahn folgen.“ Das gebe auch Rainer Engel zu. Der Flächenverbrauch würde in jedem Fall einen Korridor von 60 bis 70 Metern Breite bedeuten, in Bauzeiten erheblich mehr, so Frank und Rippke. „Die großen Hürden und die vielen unbeantworteten Fragen zu einem kompletten Trassenneubau entlang der A2 würden die Umsetzung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben.“ Ein Zubau von zwei Gleisen entlang der bestehenden Trasse ab Minden wäre nach Ansicht der Bigtab kostengünstig und zeitnah umsetzbar, Anrainer-Kommunen und die Bigtab würden einen solchen Ausbau unterstützen.r




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