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Bürgerinitiative hält erste Versammlung ab / Erste Demonstration – und noch engere Zusammenarbeit

Bigtab verstärkt den Druck

BÜCKEBURG. Die Bevölkerung, noch stärker mobilisieren – das hat sich die BI gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn, kurz Bigtab, auf die Fahne geschrieben. „Mit weiteren Großplakaten, einer Demonstration, Info-Ständen sowie einer engeren Zusammenarbeit mit den übrigen Bürgerinitiativen entlang der geplanten Neubaustrecke wollen wir noch mehr politischen Widerstand gegen die neue ICE-Trasse zwischen Hannover und Porta Westfalica in Fahrt bringen“, kündigten der Vorsitzende Thomas Rippke und seine Stellvertreter Reinhard Fromme und Axel Brauckmüller auf der ersten offiziellen Versammlung der Bigtab seit ihrer Wiedergründung im Hofcafé „Peetzen 10“ an.

veröffentlicht am 10.06.2016 um 11:56 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 13:41 Uhr

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Zuvor hatte das vierte Großplakat der Bürgerinitiative seinen Platz an der Eveser Straße gegenüber der Zufahrt zum Sportzentrum gefunden.

Keinesfalls dürfe man den Beruhigungsversuchen von Staatssekretär Enak Ferlemann zu viel Glauben schenken und die Hände in den Schoß legen, warnte Rippke. Der Verkehrsstaatssekretär hatte vor einigen Wochen angekündigt, eine komplett neue ICE-Trasse zwischen Hannover und Porta Westfalica noch einmal einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. „Es gibt einen sehr engen Zeitplan“, so der Bigtab-Chef. Noch im Sommer solle dazu ein Kabinettsbeschluss gefasst werden, und bereits im Herbst gehe der Bundesverkehrswegeplan durch Bundestag und Bundestag. „Wenn die neue ICE-Trasse dann nicht da raus ist, wird sie gebaut.“ Das sieht auch SPD-Ratsherr Wolfhard Müller so: Auch vor 12 Jahren, als die ICE-Trasse schon einmal ähnlich geplant war, habe Ferlemann beschwichtigt und abgewiegelt. Dann sei das Projekt gestorben, und zwölf Jahre später habe der gleiche Staatssekretär es wieder aus der Schublade hervorgeholt.

Zufrieden zeigte sich Rippke über die einheitliche Front bei Städten und Landkreisen gegen die Trassenplanung. Als großen Erfolg wertete er die offizielle Ablehnung der Tunneltrasse durch die nordrhein-westfälische Landesregierung vor wenigen Tagen. Umso unverständlicher zeigte sich der Bigtab-Chef über das bisherige Schweigen der niedersächsischen Landesspitze. Dort werde man sich erst im September mit den Bahnplanungen beschäftigen, wusste Müller aus einem Gespräch mit Verkehrsminister Olaf Lies zu berichten. Thomas Rippke: „Das ist eindeutig zu spät!“

Um den Druck nicht nur in Richtung Berlin, sondern auch in Richtung Hannover zu intensivieren, werde man mit den drei anderen Bürgerinitiativen längs der Strecke noch enger zusammenarbeiten, kündigte Rippke an.

Am Samstag, 18. Juni, ist um 11 Uhr eine Demonstration in Groß Munzel geplant. Zu der Veranstaltung werden auch zahlreiche Kommunal-, Landes- und Bundes-Politiker aus den betroffenen Gebieten eingeladen. Die Bevölkerung will die Bigtab mit Info-Ständen, weiteren Großplakaten und einem einmal monatlich in der „Großen Klus“ stattfindenden Treffen nach der Sommerpause mobilisieren.

Vor allem möchte die Bigtab aber außerhalb des direkt betroffenen Planungsgebiets die Aufmerksamkeit auf das Bahn-Projekt lenken: „Wir müssen das genauso schaffen wie bei der Y-Trasse zwischen Hannover und Bremen oder wie bei den Kollegen, die gegen die Güterbahntrasse durch Rinteln gekämpft haben.“ Über mangelnde Medienunterstützung kann sich die Bigtab nicht beklagen: Insbesondere, nachdem in Folge einer dpa-Meldung zahlreiche große, überregionale Zeitungen und Nachrichtenmagazine über die ICE-Trassenplanung und den Widerstand dagegen berichteten, meldeten sich Rundfunk- und Fernsehsender mit Interviewanfragen bei Rippke.




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