weather-image
23°
×

Amnesty International-Ortsgruppe

Briefe gegen das Vergessen: Bernardo Caal aus Guatemala

BÜCKEBURG. Weltweit setzt sich die Menschenrechtsorganisation Amnesty International für Menschen ein, die wegen ihrer politischen und religiösen Überzeugung oder ihrer Rasse verfolgt werden, ohne Gewalt angewendet zu haben. Amnesty International Schaumburg schildert hier den Fall des Gewerkschafters Bernardo Caal:

veröffentlicht am 07.09.2020 um 00:00 Uhr

BÜCKEBURG. Weltweit setzt sich die Menschenrechtsorganisation Amnesty International für Menschen ein, die wegen ihrer politischen und religiösen Überzeugung oder ihrer Rasse verfolgt werden, ohne Gewalt angewendet oder propagiert zu haben, oder die schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Das teilt die Schaumburger Ortsgruppe von Amnesty International in einer Pressemitteilung mit. Solche Fälle stellt die Vereinigung regelmäßig der Öffentlichkeit vor und bittet jeden, sich mit sogenannten „Briefen gegen das Vergessen“ an die Machthaber des jeweilige Landes zu wenden und sich damit für diese Menschen einzusetzen.

Die Schaumburger Gruppe von Amnesty International mit Sitz in Bückeburg ist seit 50 Jahren aktiv im Einsatz für Menschen, die von Menschenrechtsverletzungen betroffen sind.

Der jüngste Fall: Bernardo Caal ist ein Lehrer, Gewerkschafter und Menschenrechtsverteidiger, der seit mehr als zwei Jahren aufgrund konstruierter Anklagen in Haft sitzt. Er hat sich für die Rechte der indigenen Mayan Q’eqchi im Departmento Alta Verapaz im Norden Guatemalas eingesetzt, die von Wasserkraftprojekten am Fluss Cahabón betroffen sind, der ihnen als heilig gilt.

Seit 2015 wehrt sich Bernardo Caal friedlich gegen die Wasserkraftwerke Oxec I und II. Die indigenen Gemeinschaften in Santa María Cahabón haben ihn und weitere Personen damit beauftragt, rechtlich gegen Unregelmäßigkeiten bei den Projekten vorzugehen. So wurde unter anderem das Recht der betroffenen Gemeinschaften auf freie, vorherige und informierte Konsultation verletzt.

Amnesty berichtet weiter: Nach Verleumdungskampagnen in mehreren Medien nahmen die Behörden Bernardo Caal am 30. Januar 2018 in Untersuchungshaft. Obwohl es keine Beweise gibt, um die Anschuldigungen gegen ihn zu erhärten, verurteilte ihn das Gericht in Cobán am 9. November 2018 zu sieben Jahren und vier Monaten Gefängnis wegen schweren Diebstahls und rechtswidriger Festsetzung von Personen. Am 30. November 2018 legten seine Rechtsbeistände Rechtsmittel ein, die noch immer anhängig sind. Bereits fünf Anhörungen wurden abgesagt.

Amnesty International betrachtet Bernardo Caal als gewaltlosen politischen Gefangenen. Zudem besteht die Gefahr, dass er sich im Gefängnis mit dem Corona-Virus infiziert. Seine Familie darf ihn ebenfalls nicht mehr regelmäßig besuchen.

Wer sich dafür einsetzen möchte, dass Bernardo Caal freigelassen wird, kann online unter der Adresse www.amnesty.de/mitmachen/brief-gegen-das-vergessen/bernardo-caal-xol fertig formulierte Briefe an die zuständigen Behörden herunterladen und sie verschicken. Unter der gleichen Adresse kann man auch vorformulierte E-Mails verschicken.

In vielen Fällen hat ein solches Engagement Erfolg, teilt Amnesty weiter mit, wenn sich viele Menschen weltweit für ein Opfer von Menschenrechtsverletzungen einsetzt.

Kontakt: In Schaumburg kümmert sich die Amnesty-Gruppe „1019“ um Opfer von Menschenrechtsverletzungen. Über die Postanschrift „AI-Gruppe 1019 Schaumburg, Postfach 200121, 31669 Bückeburg“ sowie die E-Mail-Adresse ai-schaumburg@gmx.de können sich Interessenten für aktive Mitarbeit melden. r




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige