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Vor Gericht sagt er: „Unmöglich, dass ich so was mache“

Bückeburger (52) soll 16-Jährige sexuell genötigt haben

BÜCKEBURG. In seiner Wohnung soll ein Bückeburger eine 16-Jährige gegen deren Willen aufs Bett gedrückt, geküsst und befummelt haben, unter anderem an der Brust. Die Sache kam zur Anzeige und landete vor Gericht.

veröffentlicht am 19.03.2019 um 14:42 Uhr

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BÜCKEBURG. Wegen sexueller Nötigung hatte das Amtsgericht den Mann (52) deshalb im Oktober zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt, verbunden mit einer Arbeitsauflage von 200 Stunden.

Vor der 1. Großen Strafkammer am Landgericht hat jetzt die Berufungsverhandlung begonnen, in der die junge Frau den 52-Jährigen erneut schwer belastete. Am Ende des ersten Sitzungstags plädierte Verteidiger Manuel Niemann auf Freispruch. Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt beantragte, die Berufung des Bückeburgers zu verwerfen. Schmidt möchte, dass die Zahl der Sozialstunden auf 100 reduziert wird, dafür aber eine Geldbuße von 1000 Euro hinzukommt.

Weil nur der Angeklagte die erstinstanzliche Entscheidung angefochten hatte, nicht jedoch die Staatsanwaltschaft, darf er sich beim Strafmaß nicht verschlechtern. Mehr als acht Monate, ausgesetzt zur Bewährung, sind also nicht drin. Das Urteil wird am Donnerstag verkündet.

Zum Prozessauftakt hat der Angeklagte die Vorwürfe erneut bestritten. „Ich bin jetzt 52 Jahre alt. In meinem ganzen Leben habe ich so etwas nicht gewagt“, erklärte er. „Es ist unmöglich, dass ich so was mache.“ Der Mann behauptet vielmehr, dass dem Mädchen schwindelig geworden sei. Deshalb will er die 16-Jährige gestützt und im Gesicht mit Wasser gewaschen haben. Als Opfer stellte der Bückeburger sich selbst dar. „Ihr Verhalten hat ein großes psychisches Problem verursacht, sodass ich jetzt seit sieben Monaten in Therapie bin“, sagte er, übersetzt von einem Dolmetscher.

In die Wohnung soll die junge Frau an jenem Abend freiwillig mitgekommen sein, weil sie den Sohn des Mannes sympathisch fand. So steht es im erstinstanzlichen Urteil. Seinen Filius, mit dem er allein lebt, soll der Mann später nach draußen geschickt haben. Das Mädchen will daraufhin ein mulmiges Gefühl bekommen und versucht haben, die Wohnung zu verlassen.

Dabei musste die 16-Jährige durchs Schlafzimmer, wo der erwachsene Mann einen Arm um die junge Frau gelegt und sie danach aufs Bett gedrückt haben soll. Dann soll er sie berührt, geküsst und dabei gestöhnt haben, bis es der Minderjährigen schließlich gelang, sich zu befreien und wegzulaufen.

Bekannt geworden waren die Vorwürfe, weil die junge Frau wenige Tage später zwei Bekannten erzählt hatte, dass sie „fast vergewaltigt“ worden sei, worauf die Männer zur Wohnung des mutmaßlichen Täters in der Innenstadt zogen und lautstark verlangten, er solle herauskommen. Nachbarn alarmierten die Polizei. Nach deren Eintreffen schilderte die 16-Jährige den Beamten, was der Mann getan haben soll. ly




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