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Jahresversammlung am 10. Mai

Bürgerinitiative BIGTAB berät über Strategie bei Bahnausbau

BÜCKEBURG. Soll die Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn (BIGTAB) weiterhin nur in Bückeburg, Minden und Porta Westfalica aktiv sein oder sich zukünftig auch im südlichen Bereich des Landkreises Schaumburg engagieren?

veröffentlicht am 02.05.2019 um 15:29 Uhr
aktualisiert am 02.05.2019 um 18:50 Uhr

BIGTAB-Vorstandsmitglied Gesine Frank (von links) mit MdB Marja-Liisa Völlers und Staatssekretär a. D. Lothar Ibrügger. Foto: jp
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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Dieser Diskussion will sich die 2016 wiedergegründete Bewegung in den kommenden Wochen und insbesondere auf ihrer bevorstehenden Jahresversammlung stellen.

Nachdem bis 2018 eine mögliche Neubaustrecke bei Bückeburg mit Tunnel durch den Jakobsberg im Fokus stand, waren die Bereiche Rinteln und Auetal nach der Ankündigung einer neuen Schnellfahrstrecke der Bahn für 300 Stundenkilometer von Bielefeld nach Hannover verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Staatssekretär Enak Ferlemann hatte dabei einen Verlauf an der Autobahn A 2 als „bevorzugte Variante“ bezeichnet. Darauf hatten unter anderem das Mitglied der WGS-Kreistagsfraktion, Heinrich Sasse aus Rinteln, sowie der langjährige Vorsitzende der Kreisjägerschaft Schaumburg, Hartmut Büttner aus dem Auetal, zu Widerstand gegen die Pläne aufgerufen. Vor einigen Wochen gab es bereits ein erstes Gespräch zwischen der BIGTAB und Rintelns SPD-Chef Bernd Wüpker.

Wichtigstes Ziel der Bürgerinitiative bleibe der trassennahe Ausbau der bestehenden Bahnstrecke, erklärte BIGTAB-Vorstandsmitglied Gesine Frank anlässlich eines gemeinsamen Pressetermins mit der heimischen Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers (SPD) und dem ehemaligen Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Lothar Ibrügger aus Minden: „Wir brauchen den viergleisigen Lückenschluss zwischen Minden und Wunstorf, und wir brauchen ihn bald und nicht erst in einigen Jahrzehnten.“

Hauptziel der BIGTAB bleibt ein möglichst schneller Ausbau der vorhandenen Bahnstrecke Hannover–Minden. Foto: jp

Auch ein Neubau entlang der A 2 stelle keine akzeptable Lösung dar, da er zu teuer sei, zu viel Fläche verbrauche und zu viel Zeit bis zu seiner Verwirklichung in Anspruch nehme, erklärten die BIGTAB-Vertreterin und die beiden Politiker. Ibrügger verwies auf Daten des Bundesverkehrsministeriums, aus denen als Flächenbedarf für den zweigleisigen Neubau einer derartigen Hochgeschwindigkeitsverbindung ein Korridor von 67,5 Metern Breite hervorgeht. Bei einer Neubaustrecke von minimal 90 Kilometer Länge ergebe das über sechs Millionen Quadratmeter. Zum Vergleich verwies der Staatssekretär a. D. auf den von der heimischen Politik favorisierten trassennahen Ausbau, für den laut Berechnung des Bundesverkehrsministeriums nur zehn Meter in der Breite erforderlich sind.

Als größte Hürde für die Schnellbahn-Idee erachtet der Staatssekretär a. D. weiterhin die Kostenfrage. Auf Basis ebenfalls von Statistiken des Bundesverkehrsministeriums kommt Ibrügger auf einen Bedarf zwischen 5 und 6 Milliarden Euro. Zusätzlich müssten 60 Millionen Euro für jeden Kilometer Tunnel hinzugerechnet werden. Angesichts der derzeitigen Haushaltsansätze zur Finanzierung aller Projekte aus dem Bundesverkehrswegeplan sei daher mit einer Realisierung der Schnellfahrstrecke Hannover–Bielefeld erst in Jahrzehnten zu rechnen.

Für die Bundestagsabgeordnete Völlers ist weiterhin die Informationspolitik des Bundesverkehrsministeriums ein rotes Tuch. Auch auf ihre jüngste Anfrage hinsichtlich des geplanten Trassenverlaufs hatte Staatssekretär Ferlemann nur geantwortet, erst „nach einer abgeschlossenen Planung der verkehrlichen und betrieblichen Aufgabenstellung“ könne ein „konkreter Suchraum für mögliche Trassenvarianten“ festgelegt werden. Sie werde daher weiterhin Anfragen an das Ministerium stellen, bis endlich Klarheit für die Bevölkerung herrsche, kündigte die Abgeordnete an.

Hinweis: Am Freitag, 10. Mai, hält die BIGTAB um 19 Uhr ihre Jahresversammlung im Restaurant „Große Klus“ ab. Auch Nicht-Mitglieder sind dazu eingeladen, um sich über den derzeitigen Sachstand beim Thema Bahnausbau zu informieren.




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